Jungstötter | urban urtyp #74

  • Wo? Christuskirche, An der Christuskirche 1, 44787 Bochum
  • Wann?

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So tiefenmelancholisch, dass er der deutschsprachige Nick Cave sein könnte... Ist aber Fabian Altstötter aus Landau in der Pfalz. Das ist die Story, sie ist gut. Nick Cave kam aus Warracknabeal.

Aus Landau-Pfalz kamen Sizarr, die Indie-Rock-Band mit etwas Post-Punk in den Bios. Vor zehn Jahren etwa stieß Fabian Altstötter zu Sizarr, die Band — P.A. Hülsenbeck an den Synth, Marc Übel an den Drums — hatte Erfolg, spielte die großen Festivals und löste sich auf. Punk eben. Indie sein. Das allein ist eine Story, ist aber nur ein Kapitel, nächstes:

P.A. Hülsenbeck geht solo, Fabian Altstötter geht es auch, er nennt sich ab jetzt Jungstötter, Jung-schtötter gesprochen. Ironie? Passt eigentlich nicht, dem ironischen Zeitalter ist er entwachsen. Was dann? Fabian aus Landau geht nach Berlin, da lebt er jetzt, und wir hören mal rein, wie sich sowas von Berlin aus betextet:

„Die Kleider haben an Farbe verloren, die Mäntel sind länger geworden, die Haut ist gestochen von morbiden Fantasien. Ein Wandel vollzieht sich, aus Altstötter wird Jungstötter. Die Melancholie ist noch da, und aus dem Kokon des jungen Sängers ist ein weit gereifter Erzähler entpuppt.“

So hat Hendrik Otremba — von Messer? von Messer! — den Wandel beschrieben. Also: Aus Altstötter, dem jungen Sänger, wird Jungstötter, ein altgereifter Erzähler. Die Geschichte nimmt Fahrt auf: Erstes Album. Nein, erstes Solo-Album. „LOVE IS“ heißt es, ein Satz mit ohne schlüssigem Schluss. Reinhören ins Album, und dann … innehalten …

Was für eine Stimme! Und was für Geschichten erzählt sie da jetzt? Und wie, nur diese paar Instrumente? Relativ reduziert, kein Punk, wenig Pomp. Pop nur schubweise wie kleine Ausbrüche eines Vulkans, der gleich wieder in sich selber brodelt. Seltsam introvertiert, diese Musik, als erzähle sie alles sich selber. Pathos, das auf kein Publikum schielt. Kein Blümchen, kein Deckchen, kein Landau in Sicht. Die Musik ist spröde auf eine Weise, die es unmöglich macht, Kerzen zu entzünden. Und liegt doch da wie in Kerzenlicht getaucht.

„Zwischen der Schwere der Bad Seeds, dem Schmerz Tuxedomoons, den alptraumhaften Songlandschaften Scott Walkers, der Intensität Neil Youngs und der Zartheit Marc Hollis’“

so beschreibt Hendrik Otremba die Sitzordnung. Man sitzt dabei und hört und hört … und nach und nach wird es, ja doch, es wird romantisch. Diese introvertierte Art kleidet einen so warm und einsam ein wie man es nicht mehr gehört seit … seit …

JUNGSTÖTTER | urban urtyp #74

Fabian Altstötter | Vocals/Piano
Philipp Hülsenbeck | Guitar
Johannes Weber | Bass
Manuel Chittka | Drums
Sebastian Eppner | Piano/Guitar

» Sonntag 27. Oktober
» wie immer 19 Uhr, wie immer nur 10 €
» Tickets gibt es online bei uns, aber besser noch: direkt bei uns reservieren: tickets@urbanurtyp.de

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