Theater

Clemensstraße 5
56068Koblenz
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Theater Koblenz

Das Theater Koblenz unweit des Kurfürstlichen Schlosses ist der einzige erhaltene klassizistische Theaterbau am Mittelrhein und das früheste erhaltene Beispiel eines Rangtheaters in Deutschland (im Gegensatz zum früheren Logentheater). Unlängst feierte das Theater mit seinen 224 Jahren Geburtstag, denn es wurde 1787 im Auftrag des Trierer Erzbischofs und Kurfürsten Clemens Wenzeslaus von Sachsen in nur siebenmonatiger Bauzeit nach Plänen durch den jungen Düsseldorfer Architekten Peter Joseph Krahé in frühklassizistischem Stil errichtet.
Clemens Wenzeslaus war als Kind seiner Zeit dem Geist der Aufklärung sehr zugetan, und von daher verwundert es nicht, dass er sich 1786 entschloss, zusammen mit dem Bau des Schlosses die damals etwa 8000 Einwohner zählende Stadt Koblenz um ein „Concerthaus mit Billard und Caffee-Schenk“ zu erweitern. Anders als der Versailler Hof zeigte sich der Kurfürst bürgernah und wünschte ausdrücklich kulturelle Bildung und eine Anhebung des geistigen und sittlichen Standards der gesamten Bevölkerung sowie der Möglichkeit der freien Meinungsäußerung in angemessenem Rahmen. Diesen Wunsch tat er mit einer Inschrift auf dem vor dem Haus errichteten Obelisken kund, auf dem er das Haus ausdrücklich den „vicinis suis“, seinen Nachbarn, widmete. Und auch auf dem Portal über der Bühne verewigte er durch ein Zitat des römischen Dichters und Philosophen Horaz sein Ziel: „Ridendo corrigo mores“ ist dort zu lesen, zu deutsch: „Durch Lachen verbessere ich die Sitten“.
Da allerdings – nicht anders als in heutiger Zeit – die Mittel für den Bau des Theaters knapp waren (zumal auch das Koblenzer Schloss gerade erst kostenintensiv fertig gestellt war), musste ein privater Finanzier für das Theater gesucht werden. Gefunden hat der Kurfürst ihn im Finanzberater seiner Schwester Kunigunde, Hofrat Franz Joseph Schmitz, der als Gegenleistung den Titel des ersten Direktors des „Comoedien-, Opern-, Ball-, und Assembléehauses“ erhielt. Auch wurde Schmitz ein Exklusivrecht für Theateraufführungen in Koblenz sowie eine Befreiung von Steuerzahlungen zugesichert.
Der frisch gebackene Theaterdirektor Schmitz gab als Eröffnungsstück am 23. November 1787 Mozarts noch neues Singspiel „Die Entführung aus dem Serail“. Als erstes Schauspiel ging sieben Tage später Friedrich Schillers „Die Räuber“ über die Bühne – man zeigte sich also in Koblenz durchaus modern und der Zeitströmung zugewandt. Zunächst gab es kein fest engagiertes Ensemble, sondern fahrende Theatertruppen, eine frühe Form der Tourneetheater, gastierte in Koblenz und sicherte ein gewisses Repertoire zu.
1867 ging das Gebäude in das Eigentum der Stadt über, die es 1869 renovieren ließ, wobei das Innere im Stil des Historismus umgebaut wurde. Nach weiteren Umbauten 1937 und 1952, die das Aussehen des Gebäudes weiter modernisierten und nach den Schäden des Krieges sanierten, wurde das Theater 1984 bis 1985 umfassend mit dem Ziel rekonstruiert, dem Originalzustand von 1787 möglichst nahe zu kommen. Nach zwischenzeitlicher Kapazität von 800 Plätzen (davon eine große Anzahl Stehplätze) bietet das Theater Koblenz jetzt knapp 460 Zuschauern Platz.


Heute ist das Theater Koblenz ein Dreispartentheater mit eigenem Ensemble für Schauspiel, Musiktheater und Ballett. Das Repertoire umfasst Oper, Musical, Schauspiel, Ballett, Kinder- und Jugendtheater aus allen Epochen und Genres. Der Spielplan mit 25 Premieren bietet einen atemberaubenden Streifzug durch die Theatergeschichte: von der antiken Tragödie über die Barockoper bis zur Uraufführung und Projekten des Musiktheaters für junge Menschen ist das Spektrum gefasst. Daneben bietet das Theater Lesungen, Matineen, eine Late-Night-Reihe, Werkeinführungen, Publikumsgespräche, theaterpädagogische Angebote und Führungen hinter die Kulissen. Der Jugendclub sowie eine Gruppe spielbegeisterter erwachsener Amateurspieler ergänzen das Programm.


Spielorte sind neben dem Stadttheater die Kammerspiele am Florinsmarkt sowie die Probebühne 2. Mobile Produktionen ermöglichen Theateraufführungen im Kindergarten, der Grundschule und für Schüler der Mittelstufe. Damit wird das Spielplanangebot des Theaters Koblenz dem Anspruch an ein Stadttheater gerecht und bereichert maßgeblich das kulturelle Leben der umliegenden Regionen an Rhein und Mosel, in Hunsrück, Eifel und Westerwald.



Das Theater Koblenz hat fast 200 fest angestellte Mitarbeiter aus ca. 23 Nationen, die 27 verschiedene Berufe ausüben.



Intendant ist seit der Spielzeit 2009/2010 Markus Dietze.

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