Konzert: Illegale Farben / Hey Ruin / Liebe. Frau. Gesangsverein

  • Wo? BLUE SHELL, Luxemburger Strasse 32, 50674 Köln
  • Wann?
ILLEGALE FARBEN
Die Saat, aus der Illegale Farben wuchsen, wurde schon in den 1990ern gesetzt, als Thilo und Thomas zusammen in der Hardcore-Band My Lai spielten. Wie das so ist, trennten sich ihre Wege irgendwann wieder und Thilo wurde Gründungsmitglied der mehrköpfigen Schlange namens Genepool. Thomas spielte bei Bazooka Zirkus und beide zogen im Laufe der Zeit nach Köln. Dort hatte Thilo mit Sänger Thom gerade das Projekt LFRS begonnen und die ersten Songs geschrieben. Eines Abends traf man Thomas wieder und allen war klar, man hat „Bock was zu machen“. Das ist in Musikerkreisen die Entsprechung von „irgendwas mit Medien“ und entsprechend uncool. Die Ideen sind aber da, müssen nur erstmal durch den Fleischwolf von drei Musikersozialisationen. Was mit Gitarren soll es sein, pathetisch darf es nicht sein und bitte auch nicht der Dicke-Eier-Rock von alten Herren.
Erster Abend, erster Song. „Wieder raus“. „Wie sieht es aus in deinem Leben? Kommst du da lebend wieder raus?“ Jetzt erstmal Mitstreiter suchen. Da ist Chris, der bunte Hund im Kölner Nachtleben und viel mit Bands auf Tour unterwegs. Außerdem ist er ein alter Bekannter und Bassist. Wie praktisch. Das Schlagwerk kommt von Genepool, zuerst Spiro, dann Jens. Und fertig ist die Laube. Es werden also Songs geschrieben. Der Output ist hoch. Ein Abend, ein Song, ein Demo. Zu dem Kopf kommt immer mehr Herz. Und Beine. Das klappt fast immer.
Im März 2016 erscheint die erste Platte „Illegale Farben“ auf Rookie Records. Sie wird mit durchweg positiven Kritiken bewertet und landet im Soundcheck des Ox Magazins auf Platz 1. Das „kompromissloseste Tanz-Album der Rookie Records Label Geschichte“ macht schnell die Runde, es folgen Touren und Shows mit den Label-Freunden Lova A und Steakknife und anderen Bands wie KMPFSPRT, Lyvten und vielen mehr.
Am 13. Oktober 2017 veröffentlicht Rookie das zweite Album „Grau“, das wieder unter dem IF- erprobten Credo „Ein Abend, ein Song“ geschrieben wurde. Es enthält einige düstere Momentaufnahmen, die von Tanznummern abgelöst werden, deren 1980er NDW Wave Punk Charme keinen Fuß stillstehen lässt.
Illegale Farben erweist sich als Band, die nicht stagniert und sich schon gar nicht musikalisch wiederholt. Die nicht den einfachen Weg nimmt und der es genau so gelingt, ihrer Musik die Dringlichkeit zu geben, die wir in jedem Song spüren. Wie sie selbst in „Marsch ins Verderben“ singen: „Weiter immer weiter / Die Schönheit liegt im Scheitern.“



HEY RUIN

„Das ist der Sound für heute Nacht“: HEY RUIN aus Köln spielten sich die letzten zwei Jahre quer durch die Republik, auf die heimischen Plattenspieler und in die Herzen der hiesigen Punkmusik-Freunde. Unaufgeregt und charmant bestechen sie mit einem Gespür für Melodien, für Mollakkorde und schwermütige Gelassenheit.
(Post-)Punk, Indie, Emo, irgendwie sowas.
LACK, VAN PELT, TURBOSTAAT sind Schnittmengen. Gesungen wird auf deutsch, gerne kritisch, manchmal sogar eingängig. Nachdem die erste LP von 2015 (This Charming Man Records) ausverkauft ist, steht für November bereits der Nachfolger "Poly" an. Tüchtig! Und live funktioniert der Fünfer aus NRW sowieso.


LIEBE FRAU GESANGSVEREIN

LIEBE. FRAU. GESANGSVEREIN aus Köln und Koblenz haben sich im Herbst 2016 gegründet und präsentieren ein gutes halbes Jahr später ihr Debüt. Die zehn deutschsprachigen Indietracks haben das, was viele neue Bands vermissen lassen. Die Texte sind intelligent, aber nicht verkopft. In den Songs werden Geschichten erzählt, denen man gerne zuhört. Und in denen man sich häufig wiederfindet. Vielleicht öfter als einem lieb ist. Schließlich geht es in ihnen oftmals um das „Miteinander in Beziehung (gewesen) sein“.
Der weibliche Gesang ist in dem einen Moment lieblich, in dem anderen mitreißend, und dann vor allem eins: verzweifelt. Der wuchtige und gleichzeitig melodiöse Gitarrensound belebt, das Schlagzeug ist brutal auf den Punkt und verleiht den Songs eine ungewöhnliche Intensität. Jeder Song bleibt im Gedächtnis, viele Parts brennen sich in Herz und Ohr. Der Wiedererkennungswert ist hoch.

Die Mitglieder von LIEBE. FRAU. GESANGSVEREIN haben in den letzten 15 Jahren unter anderem Bands wie KARATE DISCO (Rilrec), ANOTHER DAY (Unter Schafen) und DREIGROSCHENGABI ins Leben gerufen und teils am Leben gehalten. Eine Musikerbiografie, die geprägt ist von HOT WATER MUSIC-Konzerten Ende der 1990er, Touren durch die Autonomen Zentren dieser Republik und dem Ateliergeruch der Düsseldorfer Kunstakademie.
Aufgenommen und produziert von Kurt Ebelhäuser (Tonstudio 45, Koblenz)

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