Emo-Abuse: Geheime Missbrauchsform verbreitet sich immer mehr

Auch ohne körperliche Gewalt tut dieser Schmerz höllisch weh.

Emo-Abuse: Geheime Missbrauchsform verbreitet sich immer mehr: Auch ohne körperliche Gewalt tut dieser Schmerz höllisch weh.
Quelle: you can't hide from the truth, because the truth is all there is von dollen, Flickr.com / Lizenz: CC BY-ND 2.0

Gewalt in Beziehungen hat viele Facetten. Dabei geht es leider nicht immer nur um körperliche Attacken, sondern oftmals auch um viel subtilere Methoden, mit denen Menschen ihre Partner kleinhalten und fertigmachen. Der „Emo Abuse“ ist eine besonders grausame Missbrauchsform, bei der ein Mensch auch ohne Fäuste schwer verletzt wird.

Wenn in einer Beziehung häusliche Gewalt stattfindet, dann sind die Folgen meist eindeutig zu erkennen: blaue Flecken, Blutergüsse, Schrammen oder sogar Brüche.

Mit derlei Verletzungen ist es möglich, die Tat zu beweisen und anzuzeigen. Aber wie sieht es mit seelischem Missbrauch aus? Opfer haben keinerlei Möglichkeit, diese unterschwellige Form der Gewalt nachzuweisen und wissen oftmals gar nicht, was ihnen angetan wird.

Unter dem Hashtag #maybehedoesnthityou („vielleicht schlägt er dich nicht“) werden momentan immer mehr Stimmen auf Twitter laut, die sich exakt diesem Problem ausgeliefert sehen.

Worte verletzen manchmal sogar mehr als Schläge und hallen in den Köpfen der Beleidigten noch lange nach. Die Tweets der Frauen machen schnell klar, was mit „Emo Abuse“ gemeint ist:

 

Vielleicht schlägt er dich nicht, aber …

„… er sagt dir, welche Freunde du haben darfst.“

 „… aber er nutzt jede Gelegenheit, um dich fertigzumachen, sodass du irgendwann Angst hast, überhaupt etwas zu sagen.“

„… jedes Mal, wenn du ihm deine Sorgen erzählst, nennt er dich verrückt und spielt Probleme herunter.“

„… er isoliert dich von deinem Umfeld und macht dich völlig von ihm abhängig.“

„… er missbraucht dich psychisch so sehr, dass du dir fast wünschen würdest, dass er dich schlägt. Denn das wäre immerhin real“.

„… er erinnert doch permanent daran, wie kompliziert es ist dich zu lieben, so dass du dich schuldig fühlst, wenn du dich danach sehnst, besser behandelt zu werden.“

Unter dem Hashtag finden sich hunderte weiterer solcher Kommentare. Die damit ausgelöste Welle macht nur allzu deutlich, wie verbreitet diese Missbrauchskultur ist.

Besonders Frauen reden sich oft ein, dass sie selbst Schuld sind. Das ist natürlich absoluter Quatsch und wir hoffen, dass viele Mädels sich durch die Statemants anderer Betroffener darin bestärkt fühlen, sich aus diesem Teufelskreis zu befreien.

Foto: you can't hide from the truth, because the truth is all there is von dollen, Flickr.com / Lizenz: CC BY-ND 2.0

 
Bleib immer up to date und erhalte die neuesten Nachrichten von virtualnights auch auf Facebook.
KLICKE AUF
und lies den Artikel weiter.

Für dich neu alle Nachrichten

Login

Jetzt bei virtualnights anmelden:

Passwort vergessen?