Home, sweet Home: Basics für die erste Wohnung

Keine Angst vorm Gebrauchtkauf!

Home, sweet Home: Basics für die erste Wohnung: Keine Angst vorm Gebrauchtkauf!
Quelle: fotolia.com © Yeko Photo Studio
Studium angefangen, den ersten Job nach der Lehre oder einfach nur weg von Mami: Es gibt viele Gründe, zuhause auszuziehen. Aber fast immer gilt: Viel Raum muss mit wenig finanziellen Mitteln gefüllt werden. Und das ist gar nicht so schwer, wie ihr vielleicht glaubt.


Aus dem kleinen Kinderzimmer zuhause in die eigene Wohnung – doch bei aller Freiheit bedeutet das auch: Gähnende Leere muss mit einem kleinen Budget gefüllt werden. Dann wird es wichtig, mit dem wenigen, das man hat, zu haushalten. Foto: fotolia.com© Yeko Photo Studio

Wenn ihr noch nie woanders gewohnt habt, als im Kinderzimmer, leidet ihr unter verschobener Wahrnehmung: Ihr musstet bisher eure ganze Welt auf wenigen Quadratmetern unterbringen. Euer Reich war notgedrungen Schlafzimmer, Wohnzimmer, Büro und oft weitere Räume in einem. Das führte dazu, dass ihr euch arrangierten musstet – und auch dazu, dass es für euch normal war. Geht es in die erste eigene Wohnung, wird sie, egal wie klein sie auch ist, aber viel mehr Fläche bieten, als euer Zimmer.

Das wiederum löst bei vielen PAAANIK aus: Wie soll man denn das alles so gefüllt bekommen, dass es nicht wie eine halbleere Wohnung aus dem Designerkatalog wirkt, sondern wie ein gemütliches Zuhause? Und vor allem: Wie geht das mit dem begrenzten Budget einer Angestellten, Studentin oder Auszubildenden? Auf den folgenden Zeilen verraten wir euch, was ihr wirklich braucht – und wo ihr es am günstigsten findet.

Grundsätzliches

Auch in der ersten Bude gibt es drei Kategorien von Dingen:

  •          Brauchst Du auf jeden Fall
  •          Nice to have
  •          Braucht man jetzt nicht wirklich

Darunter fällt alles zwischen Kühlschrank bis hin zum Hakenbrett, an dem eure Halsketten hängen. Aber: So unterschiedlich eure Prioritäten auch ausfallen mögen, gibt's einige Sachen, die braucht JEDE von euch.


Was wirklich wichtig ist, entscheidet auch euer Lebensstil: Studentinnen und Auszubildende werden nicht um eine irgendwie geartete Schreibtischecke kommen – während Angestellte sowas vernachlässigen können. Foto: fotolia.com© Photographee.eu

Und um die zu bekommen, ist es wichtig, das Finanzielle zu regeln. Als kleine Faustregel könnt ihr euch merken, dass Miete und Nebenkosten maximal 1/3 eures monatlichen Budgets verschlingen sollten – was euch natürlich schon bei der Wohnungswahl einschränkt. Und dann muss das, was ihr bereits habt oder in allernächster Zeit bekommt, zusammengerechnet werden:

  •          Was sich auf eurem Sparbuch befindet
  •          Was das Girokonto hergibt
  •          Was als nächstes Gehalt ansteht
  •          Was von Eltern / Großeltern / Tanten und Onkeln beigesteuert wird

Rechnet nur mit dem Geld, das ihr wirklich habt. Wer glaubt, dass ihm Opa Heinz 500 Euro für die Bude beisteuert und diese Kohle schon verplant, wird böse erwachen, wenn es statt Geld nur Brot und Salz gibt.

Sind die Finanzen geklärt, geht es ans Kaufen. Allerdings mit einem feinen Unterschied zum innerstädtischen Shoppingtrip: Bei der Einrichtung sollte euer Augenmerk auf maximaler Kostenersparnis liegen, statt auf Style – ein verbeulter aber brauchbarer Gebraucht-Trockner ist besser als ein billiger Brandneuer.

Was ihr definitiv mitnehmen solltet

Ein kleiner Sonnenstrahl in dieser Regenwolke voller Ausgaben: Viele Basics besitzt ihr schon. Und – im Sinne des Spargedankens – solltet ihr auch diese Dinge nicht austauschen, nur damit ihr was Neues habt. Was definitiv aus Hotel Mama mit ausziehen sollte:

  •          Bett: Egal wie schmal, ein Bett ist erst einmal ein Bett. Was euch jahrelang aushielt, zeugt zumindest davon, dass es gute Qualität ist und halten wird – was          man von dem nagelneuen 500-Euro-Boxspringbett, das ihr vielleicht gerne hättet, nicht behaupten kann.
  •          Schränke: Eure Klamotten-Anzahl wird sich in den Monaten nach dem Umzug nicht steigern weil kaum Kohle fürs Shoppen vorhanden sein wird. Gut, dass            euer alter Kleiderschrank die richtige Größe hat, um das, was ihr besitzt, aufzunehmen.
  •          Lampen: Selbst im Billigladen kosten Decken- und Schreibtischlampen immer noch zweistellige Beträge. Das Geld kann gespart werden.
  •          Deko: Lichterketten, Poster und Gemälde waren gut genug für euer Jugendzimmer, warum nicht auch für die erste Wohnung? Außerdem helfen vertraute              Gegenstände, sich heimelig zu fühlen.

Selbst wenn Du dein Bett aus Teenie-Zeiten eigentlich gegen etwas Breiteres tauschen willst, solltest du das Alte – erst mal – weiterverwenden, denn es ist kostenlos. fotolia.com© drubig-photo

Leider war es das aber meistens auch schon mit den Einrichtungsgegenständen, denn in der Wohnung muss nun mal ein Haushalt von Grund auf erschaffen werden.  

Was ihr kaufen müsst

Portemonnaie raus, Anzeigenblättchen aufschlagen und Online-Kleinanzeigen durchwühlen. Was jetzt kommt, erfordert detektivisches Gespür, denn in jedem Fall solltet ihr versuchen, billige gebrauchte, aber qualitativ gute Sachen gegenüber günstiger, aber schlechterer Neuware zu bevorzugen.

Küchenzeile

Je nachdem, wie eure Wohnung ausgestattet ist, kommt ihr nicht umhin, eine Küchenzeile zu besorgen. Weil die das teuerste Einzelstück ist, solltet ihr wirklich versuchen, Gebrauchtware zu finden. Aber: haltet euch dabei bloß an einige grundlegende Tipps, damit es nicht zu einem Fehlkauf kommt:

  •          Die Küche darf keine Form haben, die nicht in eure Wohnung passt.
  •          Alle Geräte, die dazugehören, müssen einwandfrei funktionieren.
  •          Die Küche muss gepflegt sein – nichts ist ekliger, als den Dreck Fremder wegzuputzen.

Beim Privatkauf müssen Küchen meist abgebaut werden. Holt euch dafür im Freundeskreis jemanden, der Ahnung davon hat – Handwerker kosten ein Heidengeld.

Waschmaschine

Ganz gleich, ob eure Bude fünf oder fünfhundert Kilometer von den Eltern entfernt liegt: Eine Waschmaschine gehört zur Grundausstattung. Ein paar Suchtipps:

  •          Fragt bei Elektrobetrieben nach Gebrauchtmodellen.
  •          Prüft, ob es in eurer Gegend Haushaltsauflösungen gibt.
  •          Checkt Gebrauchtkaufgruppen auf Facebook und Co.

Dabei lohnt es sich auch, auf Stichworte wie „für Bastler“ oder „mit kleinen Mängeln“ zu achten:  Was andere dazu bringt, sich eine neue Waschmaschine zuzulegen, sind in Wirklichkeit oft nur Kleinigkeiten, die ihr selbst beheben könnt. Im Zweifelsfall hilft bestimmt die fachkundigere Verwandtschaft tatkräftig aus. Defekte Magnetventile, verstopfte Abflüsse oder leistungsschwache Ablaufpumpen sind vielleicht ärgerlich, aber keinesfalls das Todesurteil für die betroffene Maschine.

Allerdings ist es wichtig, dass ihr bei Bastlergeräten auf Markenware achtet – für die gibt es Ersatzteile. So bekommt ihr für vielleicht hundert Euro eine Waschmaschine, die nach einer kurzen Reparatur noch Jahre hält – statt eines billigen Neugeräts, das direkt nach der Garantiephase versagt.

Couch

Dieser Punkt betrifft nicht jeden, aber viele: Wenn in eurem Jugendzimmer ein Sofa vorhanden war, dann wahrscheinlich eines der kleineren Sorte. Das sieht in einem größeren Wohnzimmer nicht nur verloren aus, sondern bringt euch auch Schwierigkeiten, wenn ihr mal Freunde in der Bude habt.

Aber ganze Couchlandschaften gehen neu richtig ins Geld – weshalb ihr auch hier auf Gebrauchtes setzen solltet. Eine gute Möglichkeit, Sofas abzugreifen, die gut in Schuss sind, sind Haushaltsauflösungen nach Todesfällen. Denn auch, wenn Blümchenmuster nicht eurem Geschmack entspricht, wollen die Erben meist so schnell wie möglich Opas Bude leerbekommen – hier könnt ihr viel sparen. Und den hässlichen Stoff können Geschickte selbst neu beziehen oder für ein paar Cent mit Decken, Tüchern und Kissen auf ihren Geschmack trimmen.

Küchenausstattung

Teller, Tassen, Messer und Co: Das meiste davon werdet ihr kaufen müssen. Allerdings ist es hier angebracht, auf Neuware zu setzen. Einrichtungshäuser haben Preise, die kaum über Gebrauchtware liegen. Billiger wird es, wenn ihr bei den Stückzahlen nicht übertreibt

  •          Ein großer und ein kleiner Topf
  •          Eine große Pfanne
  •          Flache und tiefe Teller für sechs Personen
  •          Messer, Gabel, große und kleine Löffel – ebenfalls für sechs
  •          Schneidbrett und Universalmesser
  •          Drei unterschiedlich große, verschließbare Plastikdosen (mikrowellenfest)
  •          Sechs bis acht Kaffeebecher
  •          Nudelsieb
  •          Dosenöffner
  •          Koch- und Schöpflöffel
  •          Zehn Trinkgläser

Solltet ihr mal mehr Gäste erwarten, könnt ihr auf Pappteller und Plastikgeschirr setzen. 

Sitzgelegenheiten

Auch wenn die Couch noch so groß ist, werdet ihr in Situationen kommen, in denen mehr Leute sitzen wollen. Dabei ist ebenfalls der Spargedanke wichtig und dass ihr die Dinger auch im Alltag verwenden könnt.


Sitzsäcke sind eine klasse Alternative, denn wenn nicht gerade eure Freunde drauf sitzen, sind sie die perfekte Chillout-Zone. Foto: fotolia.com© Dmitry Koksharov

Beliebt für Fernsehabende sind Sitzsäcke, die lassen sich auch auf dem Kleiderschrank verstauen. Ebenfalls gut: Aufblasbare Gymnastikbälle, denn die könnt ihr als Schreibtischstuhl verwenden – ist sowieso gesünder.

Gehört zur Wohnung ein Balkon, solltet ihr drei, vier billige Stapelstühle aus Kunststoff kaufen – damit könnt ihr nicht nur draußen sitzen, sondern auch innen mehr Leuten einen besseren Platz als den Fußboden offerieren.

Und solltet ihr einen gebrauchten Barhocker abstauben können, schlagt zu. Damit könnt ihr eure Küchenzeile unkompliziert in eine Frühstückstheke verwandeln und euch fürs Erste den Kauf von Küchentisch und –stühlen sparen.

Bügeleisen und –brett

Ihr wollt nicht zerknautscht nach draußen – also müsst ihr bügeln können. Auch hier gilt: Bei diesen Geräten könnt ihr auf günstige Neuware setzen, weil sich hier bei Gebrauchtware nur wenige Euros einsparen ließen.

Poster, Bilder, Deko

Kommen wir zum letzten, einem wichtigen Punkt. Denn was die neue Wohnung mangels Einrichtung an Leere bietet, wollen viele füllen – eine leere Wand sieht nun mal in den meisten Augen nicht sexy aus.

Aus diesem Grund solltet ihr Bilderrahmen und jede Menge Poster kaufen –diese Kombination sieht schicker aus als „Poster+Druckstifte“. Außerdem gibt es in den typischen Ein-Euro-Shops immer alle möglichen Bilder. Zwar keine hohe Kunst, aber es hilft, eine Wohnung wohnlicher zu machen und eine leere Wand voller.

Fazit

Praktisch jede erste Wohnung ist immer noch größer als euer Jugendzimmer daheim. Um es zu füllen, müsst ihr kreativ sein, denn Einrichtungen gehen richtig ins Geld. Wer sich dabei auf einige Basics beschränkt, sich nicht vor Gebrauchtem fürchtet und dann noch clever versteht, die Lücken zu füllen, kann mit wenigen Euros viel erreichen – und alles andere lässt sich auch nach und nach dazukaufen. 

Foto: fotolia.com© Yeko Photo Studio

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