„Revenge-Porn“: Facebook will deine Nacktfotos haben

Fighting nudes with nudes!

„Revenge-Porn“: Facebook will deine Nacktfotos haben: Fighting nudes with nudes!
Quelle: Dmitri Ma/Shutterstock.com

Es klingt fast wie ein schlechter Scherz: Um sich gegen die unerlaubte Verwendung intimer oder anderweitig privater Bilder zu schützen, bittet eine Facebook-Initiative in Zusammenarbeit mit der australischen Regierung User um ihre Nacktfotos. Diese werden mit einem virtuellen Fußabdruck versehen. Somit soll verhindert werden, dass jemand anders das Foto ebenfalls hoch lädt.

Dass die Wahl für das Pilotprojekt ausgerechnet auf Australien fiel, ist trauriger Weise nicht wirklich überraschend. Jeder fünfte Bewohner des fünften Kontinents musste bereits erleben, dass Bilder gegen den eigenen Willen online veröffentlich wurden. 53 Prozent dieser Fälle finden auf Facebook statt und erst kürzlich geriet ein australischer Football-Spieler in die Schlagzeilen, weil er ohne ihre Einwilligung ein sehr offenherziges Bild seiner Freundin hochgeladen hatte. Dass er als Resultat seiner respektlosen Aktion für drei Spiele gesperrt wurde, ist eine eher geringe Strafe.

Besonders groß ist die Gefahr beim sogenannten „Revenge Porn“, also „Rache-Porno“ nach dem Ende einer Beziehung. Verletzter Stolz, Eitelkeit oder extreme Rachegelüste lassen ehemalige Liebespaare zu erbitterten Erzfeinden werden. Und die heißen Schnappschüsse, die man sich einst gegenseitig geschickt hat, können plötzlich als Mittel zur Erpressung eingesetzt werden.

Damit es gar nicht erst so weit kommt, gibt es in Australien bereits seit Mitte Oktober die weltweit erste Plattform gegen „image-based abuse“ (kurz: IBA), also Missbrauch der auf Bildern basiert. Die von der Regierung in Auftrag gegebene Homepage esafety.gov.au soll über IBA aufklären und Betroffenen helfen, sich zu wehren.

Zusätzlich soll die neue Funktion auf Facebook verhindern, dass es überhaupt so weit kommt. Wer fürchtet, dass Fotos unerlaubt veröffentlicht werden könnten, meldet sich beim Beauftragten für Internetsicherheit. Nachdem das entsprechende Bildmaterial über den Messenger an das eigene Profil verschickt wurde, wird das Facebook Safety-Team informiert. Durch einen Hash-Wert wird eine Art digitaler Fingerabdruck erstellt, über den das Bild automatisch wiedererkannt wird.

Eine Speicherung auf einer Datenbank erfolgt nicht und zwischenzeitig haben nur die Facebook Mitarbeiter Zugriff auf eine verpixelte Version. Wer jedoch ganz sicher gehen möchte, sollte den Chat mit sich selbst auch wieder löschen.

Weitere Testläufe werden möglicherweise in den USA, Großbritannien und Kanada stattfinden, wie Meedia berichtet. Wer auf Nummer sicher gehen möchte, versendet am besten gar keine Nacktbilder. 


Gif via giphy.com 

Foto: Dmitri MaShutterstock.com

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