Rock hard: Wie Rockstars die Spielautomatenwelt erobern

Zocken wie Lemmy und Co.

Rock hard: Wie Rockstars die Spielautomatenwelt erobern: Zocken wie Lemmy und Co.
Quelle: Unsplash.com © Flavio Gasperini

Ihre Bands mögen schon seit Jahrzehnten existieren, vielleicht gar schon aufgelöst sein, der Rock selbst derzeit meilenweit vom Massengeschmack der Charts entfernt sein. Aber trotzdem erobern die Helden von Rock und Metal gerade die Welt der drehenden Scheiben und piependen Automaten.

If you like to gamble, I tell you I’m your man
You win some, lose some, it’s all the same to me
(Motörhead, Ace of Spades)

Pokerface was her name, Pokerface was her nature
Poker straight was her game, if she knew she could get you
(AC/DC, The Jack)

Zwei Texte, die zum klassischen “Erbe“ des Rock ´n´ Roll gehören. Zwei, denen ungezählte andere, die sich ebenfalls mit dem Glücksspiel befassen, folgen. Keine Frage, wenn es um die härteren Varianten der Gitarrenmusik geht, findet man nicht nur in unzähligen Texten Anspielungen aufs Zocken, sondern ist die Glücksspiel-Symbolik zwischen Assen, Herzen und Hufeisen auch allgegenwärtig. Irgendwie verwundert es da nicht, dass die Sache derzeit auch auf umgekehrtem Weg steil geht: Nicht mehr besingt nur der Rock das Glücksspiel, sondern bringt das Glücksspiel eine Rock-Hommage nach der anderen.

Rock und Zock: Eine eigentlich logische Verbindung

Dabei muss man noch nicht mal ein ausgesprochener Metalhead sein, um diese Verbindung zu erkennen und zu verstehen. Ian „Lemmy“ Kilmister ist das beste Beispiel. Der 2015 verstorbene Frontmann von Motörhead, der in der Szene sowieso als Über-Lichtgestalt gilt, dürfte gleichsam auch jenseits seines unmittelbaren Fankreises höchste globale Bekanntheit genießen – und das nicht nur wegen der Warze in seinem Gesicht und der unverkennbaren Raubein-Stimme. Und er war vielleicht der größte Glücksspieler unter allen Rockern dieser Welt.

Doch kommen wir mal zum Punkt: Was ist es, das Rock und Glücksspiel wie zwei Magneten wirken lässt, die sich unwiderstehlich anziehen? Pop hat keine Connection, Techno auch nicht. Warum also Rock und Gambling? Eigentlich ganz einfach: Die Attitüde.

Dazu muss man sich vergegenwärtigen, dass „Rock“ (wir nutzen diesen Begriff jetzt mal so, dass er wirklich sämtliche Spielarten der harten Gitarrenmusik abdeckt) weit mehr als nur ein Musikstil ist. Er ist eine Lebenseinstellung. Und da gilt seit den frühesten Tagen etwas, das sich nur schwer greifen, aber sich in etwa so beschreiben lässt:

Man selbst ist der Underdog, der von der Masse wegen seines Musikgeschmacks,
seines rebellischen Lebensstils usw. „verachtet“ wird. Jeder Tag ist ein Kampf
um Anerkennung und obwohl man seine Geschicke in der Hand hat,
wirkt doch vieles, was am Ende herauskommt, wie das,
was zwei willkürlich geworfene Würfel anzeigen.

Das mag heute, wo selbst der langhaarigste Metalhead mit Kutte nirgendwo mehr für hochgezogene Augenbrauen sorgt, nicht mehr wirklich verständlich sein – aber noch bis in die 1990er galten Rocker für den Großteil der bürgerlichen Gesellschaft als Outlaws. 

Und die lebten nach dem Motto „ist der Ruf erst ruiniert…“ auch so. Bedenkt man dann noch, dass Glücksspiel ebenso lange Jahre den Ruf des Zwielichtigen hatte und etwa in den USA nach wie vor schwer reguliert ist, wird die Connection ziemlich eindeutig.

Großes Casino, eigene Slots

Es dürfte vielleicht bekannt, zumindest aber nicht verwunderlich sein, dass es abermals Lemmy war, der diese Glücksspiel-Attitüde auf die Spitze trieb – grundsätzlich in seinem Tourbus und meist auch in der Garderobe stand immer ein Spielautomat, der von ihm mit großer Leidenschaft mit Münzen gefüttert wurde.

Aber es geht noch weiter: Etwa mit einer spielerischen Hommage an Slash und Axl, dem Guns N´ Roses Slot auf slot.info. Er ist ein schönes Beispiel für die derzeit aufkommenden Casinos, die sich einer Band verschrieben haben. Von der Aufmachung über die Walzensymbole bis zur musikalischen Untermalung ist hier alles eine Verneigung vor Paradise City und You could be mine.

 

Angesichts dessen ist es eigentlich schon fast fragwürdig, warum die Glücksspielwelt erst in den 2010ern so richtig begann, den Rock einzubeziehen und quasi ein bisschen von dem Lob zurückzugeben, das sie jahrzehntelang bekommen hatte.

Das wohl derzeit größte Beispiel dafür ist das Metal Casino. Es ist mehr als ein normales Online-Casino. Das beginnt schon bei der Aufmachung, die vor allem auf die „offizielle Rock-Farbe“ Schwarz setzt. Aber es gibt noch mehr: Ozzy Osbourne, David Ellefson von Megadeath, Scott Ian von Anthrax sowie eine ganze Reihe anderer Größen der Szene konnten als Botschafter gewonnen werden. Dass man auf der Seite dann noch die Möglichkeit hat, sich mit einer fein zusammengestellten Spotify-Playlist „berieseln“ zu lassen, während man typische Casino-Klassiker und dutzende weitere Spiele genießt, kommt noch hinzu.

Video via Ch Hammond slots/YouTube

Und – natürlich – auch Motörhead haben ihr eigenes Casino. Selbstverständlich in Form des von Lemmy präferierten Geräts, der guten alten Slot Machine. Die ist hier aufgemacht wie eine Bühne, was für ein sehr kultiges Konzert-Erlebnis sorgt; verstärkt dadurch, dass auch hier die Lautsprecher von PC und Tablet einiges an Arbeit bekommen, um die röhrenden Klänge von Lemmys legendärem Rickenbacker-Bass wiederzugeben.

Video via Tim Thomson/YouTube

Wundert es, dass auch der von vielen als größter Gitarrist aller Zeiten verehrte Jimi Hendrix seine eigene Slot Machine gewidmet bekam? Eigentlich nicht. Tatsächlich sind es noch viel mehr Bands und Künstler, hier mal eine kleine Auswahl:

  •          Die Rolling Stones
  •          ZZ Top
  •          KISS
  •          Megadeath

haben ebenso ihre eigenen virtuellen Automaten wie es der vielleicht größte Ur-Rocker tut: Elvis Presley (ja, bevor er sich in Glitzeranzüge kleidete, war er in den 50ern tatsächlich ein ziemlicher Rock-Rüpel und Elternschreck).

Zusammengefasst

Rock ´n´ Roll und das Glücksspiel haben beide Wurzeln, die bis heute aus den Anfängen zehren, als beides noch als ausgesprochener „Bürgerschreck“ galt. Zwar hat die Gesellschaft heute beides akzeptiert, aber die Verbindung ist ungebrochen. Dass Rocker und ihre Bands deshalb eigene Casinos und Slot Machines gewidmet bekommen, ist eigentlich nur eine logische Schlussfolgerung – und eine, die selbst dann massig Spaß abwirft, wenn man es selbst nicht so mit der Musik hat.

 

Foto: Unsplash.com © Flavio Gasperini

 
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