Schlimme Krankheit "weggekifft": Doch jetzt wurde er verurteilt

Er hatte eine Plantage im Keller angelegt!

Schlimme Krankheit "weggekifft": Doch jetzt wurde er verurteilt: Er hatte eine Plantage im Keller angelegt!
Quelle: Canna Obscura via Shutterstock.com (Symbolbild)

Ein 27-Jähriger aus Oestrich musste sich diese Woche vor dem Amtsgericht Iserlohn wegen Drogenbesitzes verantworten. Er hatte eine nicht grade kleine Menge Haschisch und Marihuana sowie 67 erntereife Pflanzen in seiner Einliegerwohnung zum Eigenbedarf. Seit seinem achten Lebensjahr leidet der Mann an der Krankheit Akne inversa und das Einzige, was ihm wirklich hilft, sind die grünen Rauschmittel.

Akne vulgaris, also sie simple Form der Akne hat fast jeder Mensch mindestens einmal im Leben. Besonders während der Pubertät sprießt es aus allen Poren nur so von Pickeln und Mitessern. Nicht schön, aber selten so schlimm, dass daraus eine lebenslange Leidensgeschichte entsteht. Ganz anderes sieht es da bei der sogenannten Akne inversa aus. An dieser chronischen, entzündlichen Hauterkrankung leiden nur etwa vier Prozent der Bevölkerung. Und ja, diejenigen, die an Akne inversa erkranken leiden und zwar so richtig heftig!

Der Angeklagte musste sich erstmals 1994 wegen seiner Beschwerden in ein Krankenhaus begeben, eine Diagnose erfolgte jedoch erst 2003, wie die WAZ schreibt. Alle Versuche, die Krankheit medikamentös durch Kortison, Antibiotika usw. zu behandeln, waren erfolglos. Mit 16 oder 17 Jahren trat allerdings erstmals eine Linderung ein und zwar durch den Konsum von Haschisch.

2013 begann dann eine intensive Eigentherapie: Neben dem Rauchen der Pflanzen, kocht sich der junge Mann auch regelmäßig Sud für Verbände und Bäder auf. Besonders hierfür sind große Mengen notwendig, was auch die hauseigene Zucht im Keller erklärt.

Die Staatsanwaltschaft hielt dem Angeklagten zwar die offensichtlichen gesundheitlichen Probleme zugute und schließt einen Handel mit Rauschgiften aus, jedoch wirft sie ihm vor, er habe sich nicht genug um ärztliche Hilfe bemüht. Doch auch die derzeit vorgesehene Höchstmenge von 100 Gramm Cannabis pro Monat, die es in Deutschland auf Rezept gibt, reiche nicht aus. Denn allein für ein Bad brauche man 800 Gramm.

Die Bemühungen um Freispruch von Rechtsanwalt Dr. Frank Nobis, der bei dem Fall als Verteidiger auftritt, die mit dem Vorliegen eines „rechtfertigenden Notstandes“ argumentiert wurden, waren jedoch erfolglos. Das Urteil lautet letztendlich neun Monate auf Bewährung. Eine Verurteilung wegen Drogenbesitzes in einem früheren Fall sowie die Tatsache, dass er den privaten Anbau verschwiegen hatte, spielten auch eine Rolle.


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Foto: Canna Obscura/Shutterstock

 

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