Skandal: Dating-App Grindr gibt HIV-Status seiner Nutzer weiter

In einem Statement verteidigt Grindr sogar sein Vergehen!

Skandal: Dating-App Grindr gibt HIV-Status seiner Nutzer weiter: In einem Statement verteidigt Grindr sogar sein Vergehen!
Quelle: Tero Vesalainen / Shutterstock.com

Gerade erst erntete die App Grindr weltweit Lob für eine der fortschrittlichsten Funktionen. Doch nun herrscht Entsetzen unter den Nutzern und die Krise bei Grindr fängt erst an.

Grindr ist ähnlich aufgebaut wie Tinder, jedoch mit dem Unterschied, dass die App ein soziales Netzwerk für homo-, bi- und transsexuelle Menschen schafft. Die Entwickler der App kündigten an, ihre Nutzer alle drei bis sechs Monate an einen HIV-Test zu erinnern und die Möglichkeit anzubieten, die Testergebnisse auf ihrem Profil preiszugeben und offen damit umzugehen. Dies wurde natürlich anfangs von allen Seiten bejubelt und bekam auch großen Zuspruch von der Nutzerseite.

Doch nun gerät Grindr zunehmend unter Druck. Der Jubel ist sofort abgeklungen, als die Forschungsorganisation Sintef herausgefunden haben soll, dass Grindr die Nutzerdaten, samt Informationen zum HIV-Status an zwei externe Dienstleister weitergeleitet hat. Außerdem sollen auch GPS-Daten, Informationen über äußere Merkmale und der Beziehungsstatus weitergegeben worden sein. Und das schlimmste daran: Die Dateien wurden nicht mal durch sichere Kanäle verschickt, das heißt, Regierungsbehörden, Einzelpersonen oder Firmen könnten sich zu den Dateien unerlaubten Zugriff verschafft haben. Dadurch besteht eine ernsthafte Gefahr für Homosexuelle, die in Ländern leben, in denen gegen homosexuelle Menschen vorgegangen wird.

Grindr selbst dementiert den Vorfall nicht und bekennt sich zu seinem Vergehen: Der CEO Bryce Case verteidigt gegenüber BuzzFeed News die Tat, da die Daten lediglich zur Verbesserung der App weitergeleitet wurden und nicht zu kommerziellen Zwecken. Jedoch beteuert Grindr, dass die Daten verschlüsselt übermittelt wurden. In Zukunft werden sie die Weitergabe sensibler Daten unterlassen. 

Durch so ein Vergehen, verliert die Grindr Gemeinschaft natürlich an Vertrauen gegenüber der App. Die Zeit wird zeigen, wie die User mit den Geschehnissen umgehen und ob sie sich überhaupt noch zu dem HIV-Status bekennen wollen. Würden sich die User dagegen entscheiden, könnte das starke Auswirkungen auf die Vorreiterrolle von Grindr haben.



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