UND TSCHÜSS! SO KLAPPT'S MIT DER AUSZEIT VOM JOB

Sabbatical richtig planen.

UND TSCHÜSS! SO KLAPPT'S MIT DER AUSZEIT VOM JOB: Sabbatical richtig planen.
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Eine Auszeit vom Job. Einfach mal raus aus dem Arbeitsalltag, sich erholen, die Welt erkunden oder ein eigenes Unternehmen ins Leben rufen – aus den verschiedensten Gründen träumen viele Menschen von einem längeren Urlaub als nur zwei oder drei Wochen. Glücklicherweise gibt es heutzutage viele Möglichkeiten, eine solche Auszeit zu nehmen. Welche sind das und wie klappt’s mit dem „Tschüss auf Zeit“?

Raus aus dem Job ohne Kündigung

Sei es, weil sich bereits erste Anzeichen für ein Burnout-Syndrom bemerkbar machen oder einfach aus Lust und Laune, mal wieder etwas anderes zu sehen als das Büro und die Kollegen: Viele Menschen in Deutschland träumen von einer längerfristigen Auszeit vom Job. Genau genommen sogar jeder Zweite, wie eine Studie des Meinungsforschungsinstituts Fittkau & Maaß im Auftrag von Wimdu herausgefunden hat. Die Beweggründe dafür sind sehr unterschiedlich:

  •          Zeit für sich selbst, zur Erholung und für das Nachgehen eigener Interessen
  •          mehr Zeit mit der Familie
  •          eine Weltreise
  •          Pflege von Angehörigen
  •          Gründung einer nebenberuflichen Selbstständigkeit

Einige Menschen sind auch schlichtweg unzufrieden mit ihrer aktuellen Lebenssituation und wünschen sich etwas Freiraum, um sich über ihre Zukunft klar zu werden. Sie möchten neue Perspektiven gewinnen oder sich von den Strapazen im Job. Manche möchten auch Fremdsprachen lernen oder ihre berufliche Karriere durch andere Maßnahmen fördern. Und wieder andere sind mit ihrer beruflichen oder privaten Lebenssituation unglücklich und nutzen die Auszeit, um ihr Leben grundlegend umzustrukturieren.

Auszeit als Chance – vor allem für Frauen

Interessant ist eine Betrachtung der Studienergebnisse nach Geschlechtern. Demnach sehen Männer die Auszeit vom Job eher als Möglichkeit, sich lang gehegte Träume wie jenen von der Weltreise zu erfüllen. Für Frauen ist sie derweil eine Notbremse, wenn sie geradewegs auf ein Burnout-Syndrom zu schlittern oder mit ihrer beruflichen beziehungsweise privaten Lebenssituation unzufrieden sind.

Demnach möchten 68 Prozent der Frauen im Sabbatical ihr Leben grundlegend verändern, was nur für 32 Prozent der Männer ebenfalls zutrifft. 53 Prozent der Frauen sehen es zudem als aktive Gegenmaßnahme zur Burnout-Prävention. Auch hier sind es bei den Männern nur 47 Prozent.
Dennoch wird die Auszeit nach wie vor von allen Betroffenen in erster Linie zum Reisen genutzt. Etwa drei Viertel der Menschen, welche sich ein Sabbatical wünschen, möchten neue Länder und Kulturen kennenlernen. Fast ein Drittel möchte die Zeit in warmen Ländern verbringen und mehr als die Hälfte wünscht sich eine Verschnaufpause vom Leben. Ein Viertel der Auswanderer auf Zeit kann sich sogar vorstellen, nach dem verlängerten Urlaub dauerhaft auszuwandern. Für sie ist die Auszeit somit eine Art „Auswandern auf Probe“. 

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Quelle: fotolia.de © Jacob Lund

Auszeit vom Job: Welche Möglichkeiten gibt es?

Es gibt also viele Beweggründe für eine Auszeit vom Job. Für zahlreiche Menschen stellt sich überhaupt nicht die Frage, ob sie sich für einen längeren Zeitraum vom Arbeitsplatz verabschieden wollen. Sie stoßen stattdessen bei dem „Wie“ auf Hürden. Es ist daher sinnvoll, sich erst einmal mit den verschiedenen Möglichkeiten auseinanderzusetzen, welche es für eine längere Auszeit gibt:

  • Wie bereits erwähnt, ist das Sabbatical der Klassiker für eine Auszeit vom Job und erfreut sich in den vergangenen Jahren steigender Beliebtheit. Auf Deutsch das Sabbatjahr funktioniert, indem der Arbeitnehmer vorab einen ausreichenden Freizeitanspruch aufbaut und somit für mehrere Wochen bis Monate bezahlt in den Urlaub kann.

Dieser Freizeitanspruch entsteht in der Regel entweder durch Mehrarbeit vor und häufig auch noch nach dem Sabbatical oder durch den (teilweisen) Lohnverzicht in Form eines Teilzeitarbeitsmodells. Für das Sabbatical ist also ein Langzeitkonto notwendig sowie die Flexibilität des Arbeitgebers, eine entsprechende Vertretung zu organisieren. Das wird vor allem in KMUs nicht selten zum Problem, weshalb bislang nicht allen Erwerbstätigen in Deutschland die Möglichkeit zu einem solchen Sabbatical offen steht.

  • Doch es gibt noch weitere Möglichkeiten wie beispielsweise den unbezahlten Urlaub. Zwar besteht auch hier oft das Problem mit der Vertretung, zumindest aber muss der Arbeitnehmer keine Mehrstunden leisten und kann, vorausgesetzt er besitzt ein ausreichend hohes finanzielles Polster, sogar recht spontan in die Auszeit starten. Das ist also besonders in „dringenden“ Fällen sinnvoll, wie einem sich anbahnenden Burnout oder der plötzlichen Pflegebedürftigkeit von Angehörigen.
  • Die Teilzeitarbeit bietet vielleicht nicht die Möglichkeit, die Segel zu hissen und auf eine Reise rund um den Globus aufzubrechen. Wer sich jedoch nebenberuflich weiterbilden oder erfolgreich selbstständig machen möchte, anderen Verpflichtungen wie der Pflege von Familienmitgliedern nachkommen muss oder einfach ein wenig Luft zum Durchatmen braucht, weil der Stress in der Vollzeitstelle an Körper und Geist zu nagen beginnt – für den kann auch die Teilzeitarbeit eine sinnvolle Alternative und willkommene Entlastung darstellen.

Der Vorteil liegt darin, dass die Finanzen gesichert sind und der Arbeitgeber keine Vertretung organisieren muss. Überstunden sind ebenso wenig notwendig wie das Risiko, hinterher nicht mehr in seinen eigentlichen Job zurückkehren zu können.

  • Werdende Eltern wünschen sich oft die Möglichkeit, intensiv Zeit mit ihrer noch jungen Familie zu verbringen. Sie können dafür perfekt die Elternzeit nutzen – und für viele weitere Vorhaben wie eben das Reisen auch mit Familie oder die nebenberufliche Existenzgründung.

Der Wunsch nach einer Auszeit ist gewiss kein Grund, ein Kind in die Welt zu setzen. Wer aber umgekehrt ohnehin eines erwartet, der sollte diese Gelegenheit beim Schopf ergreifen und sich über die Länge und Art der gewünschten Auszeit Gedanken machen.

  • Beamte haben in Deutschland die Möglichkeit, für einen Zeitraum von zwei bis sechs Jahren mit einem Abzug von zwei Dritteln bis sechs Siebteln des Gehaltes zu arbeiten, wofür sie sich anschließend bei denselben Abzügen für bis zu ein Jahr von der Arbeit freistellen lassen können.
Schlussendlich kann in einigen Fällen auch die Kündigung des bestehenden Arbeitsverhältnisses eine sinnvolle Möglichkeit zur längeren Auszeit sein. Zwar handelt es sich dabei um einen drastischen Schritt in eine eher unsichere Zukunft, jedoch sind die Finanzen für bis zu 24 Monate durch das Arbeitslosengeld I gesichert. Für all jene Menschen, die also in ihrem aktuellen Job unzufrieden sind und ohnehin nach neuen Perspektiven suchen, kann die Kündigung der schnellste und einfachste Weg in die berufliche Auszeit darstellen. Jedoch sollten sie sich bewusst sein, dass sie einen Plan B benötigen – entweder also einen neuen Job, eine anschließende Selbstständigkeit, oder Ähnliches. 

Erst einmal gilt es also, sich darüber bewusst zu werden, welche die eigenen Beweggründe für den Wunsch nach einer Auszeit vom Job sind und wie diese dementsprechend am besten organisiert wird.
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Quelle: fotolia.de © sebra

Phase 1: Die berufliche Auszeit organisieren

Dieses Stichwort leitet direkt zur nächsten wichtigen Frage über: Wie lässt sich eine solche Auszeit am besten organisieren? Die Organisation stellt schließlich die erste wichtige Phase dar und entscheidet darüber, ob sich das „Tschüss auf Zeit“ erfolgreich umsetzen lässt oder nicht. Wer sich ein Sabbatical oder eine der anderen Varianten wünscht, sollte dafür wie folgt vorgehen:

Selbstreflexion ist das A und O

Bevor der Vorgesetzte mit dem Wunsch nach einer beruflichen Auszeit betraut wird, sollten sich die Betroffenen erst einmal darüber klar werden, weshalb sie sich Freizeit wünschen, wofür sie diese nutzen möchten und welches Modell dafür in Frage kommt.

  •  Wer beispielsweise bereits auf ein Burnout zusteuert, wird kaum noch mehrere Monate Überstunden für sein Langzeitkonto leisten können und wollen.
  •  Wer eine Weltreise plant, für den kommt keine Teilzeitregelung in Frage.

Selbstreflexion sowie die richtige Organisation auf eigene Faust stehen deshalb am Anfang jeder Planung einer beruflichen Auszeit.

Rückhalt bei der Familie einholen

Wer nicht alleine lebt oder solo um die Welt tingeln möchte, sollte die Pläne natürlich vorab mit dem Lebenspartner sowie der Familie besprechen. Sind beide Partner beziehungsweise Elternteile berufstätig, müssen die Auszeiten – sei es im Rahmen einer Elternzeit oder eines Sabbaticals – natürlich aufeinander abgestimmt werden. Auch Fragen wie jene der Finanzen und Versicherungen hängen stark von der familiären Lebenssituation ab und müssen deshalb im Voraus sowie gemeinschaftlich abgesprochen werden.

Eine Auszeit vom Job finanzieren

Die Finanzen sind ein wichtiges Stichwort für die weitere Organisation. Wer sich eine Auszeit wünscht und auch bereits weiß, wofür er diese nutzen möchte, sollte dafür den Finanzbedarf berechnen.

  •   Wie teuer wird also die Weltreise?
  •   Wie hoch sind die laufenden Kosten für Miete & Co während des längeren Urlaubs?
  •   Wie steht es um das finanzielle Polster?
  •   Welche Einnahmequellen stehen für den betreffenden Zeitraum zur Verfügung – Gehalt, Work-and-Travel, Elterngeld, Kredite, Arbeitslosengeld I?
Nur, wer seinen Finanzbedarf sowie seine finanzielle Situation kennt und realistisch einschätzen kann, ist später auch in der Lage für zielführende Verhandlungen mit dem Vorgesetzten. Schließlich wird es hierbei auch um Möglichkeiten wie den teilweisen oder zeitweisen Verzicht auf das Gehalt gehen.

Laut der eingangs zitierten Studie finanzieren 72 Prozent der Betroffenen ihr Sabbatical aus Ersparnissen. 21 Prozent sind bereit, auch im Ausland zu jobben (Work-and-Travel), zwölf Prozent vermieten ihre Wohnung beziehungsweise ihr Haus unter, zehn Prozent können auf eine Erbschaft zurückgreifen und acht Prozent verkaufen Wertgegenstände wie ihr Auto. Fünf Prozent der „Auszeitwilligen“ würden für die Kosten einer Weltreise auch einen Kredit aufnehmen.

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Quelle: fotolia.de © Natee Meepian

Das Vieraugengespräch mit dem Chef suchen

Erst im letzten Schritt der Vorbereitung sollte dann mit den konkreten Plänen, Gründen und Vorschlägen auf den Chef für die Bitte um eine Auszeit zugegangen werden. Wie einfach die Durchsetzung des Vorhabens ist, hängt dabei zu großen Teilen vom Unternehmen ab. Wo das Sabbatical geläufig ist und der Chef vielleicht selbst schon einmal für mehrere Monate absent war, dürfte die Sache weniger schwierig werden als bei einem Kleinunternehmen, welches auf jeden Mitarbeiter angewiesen und nur geringfügig flexibel ist.

Einen Versuch ist es zwar allemal wert, jedoch braucht es vor allem in letzterem Fall durchschlagende Argumente und realistische Lösungsvorschläge, zu welchen der Chef eigentlich nicht „Nein“ sagen kann. Wichtig ist, hierbei Kompromissbereitschaft zu zeigen und offenzulegen, welche Beweggründe hinter dem Wunsch nach der Auszeit stecken.

Lehnt der Vorgesetzte dennoch ab, gibt es nur noch zwei Optionen:

  •    Die Kündigung
  •    Das Zusammenlegen zweier Jahresurlaube über die Weihnachts- und Neujahrszeit – wenn möglich

Phase 2: Was gilt es während der Auszeit zu beachten?

Wurde die Auszeit bewilligt, so steht den Betroffenen sprichwörtlich die ganze Welt offen. Wie bereits erwähnt, gibt es unterschiedlich Möglichkeiten, eine Auszeit vom Job zu nutzen. In der zweiten Phase, sprich während der Auszeit vom Job, geht es nun vor allem um folgende Aspekte:

Versicherungsschutz sicherstellen

Auch, wenn die Finanzen geklärt sind, gilt das nicht unbedingt für die Versicherungen. Je nachdem, welches Modell gewählt wurde – Sabbatical, Teilzeit, Elternzeit, Kündigung – hat das unter Umständen Auswirkungen auf den Versicherungsschutz. Wer in seinem Angestelltenverhältnis bleibt, für den bestehen im Regelfall auch die Sozialversicherungen wie die Kranken-, Renten- oder Arbeitslosenversicherung weiter. Wichtig ist in diesen Fällen aber, die berufliche Auszeit unbedingt schriftlich zu vereinbaren.

Änderungen im Gehalt können sich ebenfalls auf die Sozialversicherungen auswirken, sprich es wird beispielsweise weniger in die Rentenkasse einbezahlt, wodurch auch die späteren Ansprüche sinken. Bei weiteren Versicherungen wie beispielsweise einer Lebensversicherung können die Beitragszahlungen für den betreffenden Zeitraum vielleicht ausgesetzt werden, wenn gewünscht. Und wer für mehr als einen Monat unbezahlten Urlaub nimmt, der muss sich gänzlich selbst um seine Versicherungen kümmern. Es gilt also, den Umfang des Versicherungsschutzes frühzeitig nach Bewilligung der Art und Dauer der Auszeit zu klären und entsprechende Vorkehrungen zu treffen.

Übergabe zeitlich einplanen

Sind die Weichen für die Auszeit gestellt, fehlt nur noch die Organisation einer Vertretung am Arbeitsplatz. Diese liegt jedoch im Regelfall in der Verantwortung des Arbeitgebers. Die Aufgabe des Arbeitnehmers ist hingegen die Einarbeitung dieser Vertretung.

Die Übergabe muss also rechtzeitig geplant und sorgfältig vorbereitet werden. Es gilt, den Arbeitsplatz ordentlich sowie übersichtlich zu hinterlassen und laufende Projekte bestenfalls noch abzuschließen. Ziel ist, dass die Vertretung möglichst schnell und nahtlos an die eigene Arbeit anknüpfen kann, damit für den Arbeitgeber keine Nachteile wie Verzögerungen oder kostspielige Fehler aufgrund von Missverständnissen entstehen. Anschließend können die Betroffenen guten Gewissens in ihre Auszeit starten – wie auch immer diese schlussendlich aussehen mag.

Phase 3: So gelingt die Rückkehr in den Arbeitsalltag

Neigt sich die berufliche Auszeit dem Ende, müssen rechtzeitig Vorkehrungen für die Rückkehr in den Job getroffen werden. Keine Frage, nach mehreren Monaten oder sogar einem ganzen Jahr außer Haus, fällt dies nicht immer leicht.
Nicht wenige Menschen entschließen sich sogar dafür, überhaupt nicht mehr in den früheren Job zurückzukehren. Sei es, weil sie gleich zu Beginn ihrer Auszeit gekündigt haben, oder, weil sie sich nach dem „Auswandern auf Probe“ für die dauerhafte Auswanderung entscheiden. Manche haben auch eine erfolgreiche Selbstständigkeit gegründet, auf welche sie sich fortan fokussieren möchten, oder sie haben sich beruflich neu orientiert. Wie also sieht in beiden Fällen das jeweils richtige Vorgehen aus?

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Quelle: fotolia.de © olly

Erster Fall: Neue Wege einschlagen

Fällt die Entscheidung stattdessen gegen die Rückkehr in den ursprünglichen Job aus, so bedarf es neuer Perspektiven für die berufliche Zukunft. Wer sich nicht selbstständig gemacht hat, in Frührente geht oder auf andere Art und Weise über gesicherte Finanzen verfügt, muss sich wohl oder übel einen neuen Job suchen. Bestenfalls diente die Auszeit dann dem Zweck, sich über die eigenen Wünsche und Ziele für die Zukunft klar zu werden und bereits konkrete Maßnahmen wie Weiterbildungen oder das Schreiben von Bewerbungen zu ergreifen.

Unter Umständen wird dann auch ein Umzug notwendig – oder er ist im Sinne der grundlegenden Umstrukturierung des eigenen Lebens gewünscht. Ein solcher Umzug will ebenfalls möglichst frühzeitig geplant sein, auch in finanzieller Hinsicht. Wenn nach der Auszeit ohnehin etwas mehr auf das beschränkte Budget geachtet werden muss, kann mit der richtigen Vorgehensweise beim Umzug bares Geld gespart werden. Sinnvoll ist es zudem, diesen Umzug rechtzeitig umzusetzen, um im neuen Lebensumfeld noch ankommen zu können, bevor der erste Arbeitstag im neuen Job startet.

Zweiter Fall: In die frühere Arbeitsstelle zurückkommen – und ankommen

Manchmal wartet bei der Rückkehr in den früheren Job die böse Überraschung, dass dieser mittlerweile anderweitig vergeben ist. Stattdessen steht nun eine andere Arbeitsstelle zur Verfügung, doch diese muss nicht unbedingt besser oder wenigstens gleichwertig sein.

Beamte haben es bei der Rückkehr einfacher, denn für sie sind die Richtlinien gesetzlich definiert. Wer sich aber in einem Arbeitsverhältnis in der freien Wirtschaft befindet, sollte aus diesem Grund unbedingt Vorkehrungen treffen. Es gilt also, schon bei der Vereinbarung der beruflichen Auszeit mit dem Arbeitgeber konkrete Absprachen zur Rückkehr zu treffen und diese schriftlich zu fixieren.

Ansonsten besteht kein rechtlicher Anspruch auf die frühere Arbeitsstelle. Einige Menschen entscheiden sich aber auch bewusst dafür, nicht mehr in diese vorherige Position zurückzukehren. Wer also beispielsweise fortan ein Teilzeitmodellwünscht oder eine interne Versetzung anstrebt, sollte diese Pläne frühzeitig, sprich vor der endgültigen Rückkehr, mit dem Arbeitgeber besprechen.

Steht die Rückkehr unmittelbar bevor, sollte sich der Arbeitnehmer schon mehrere Tage oder ein bis zwei Wochen vorab den Rhythmus aneignen, damit der erste Arbeitstag kein kompletter „Kulturschock“ wird. Zudem ist es sinnvoll, sich über den Stand der Dinge im Unternehmen zu informieren und gegebenenfalls schon einmal an ein oder zwei Meetings teilzunehmen, um wieder up-to-date zu sein.

Es ist zudem ratsam, sich darüber klar zu werden, ob und inwiefern die Auszeit eine Bereicherung für den Beruf dargestellt hat:

  •     Wurden neue Kompetenzen erworben?
  •     Eine Weiterbildung belegt?
  •     Berufserfahrungen gesammelt?
  •     Oder einfach frische Energie und mehr Selbstbewusstsein getankt?

Wer es schafft, diese Vorteile der Auszeit zu erkennen sowie im Berufsalltag fortan gewinnbringend einzusetzen, kann seine Karriere dadurch in Schwung bringen und seinen Wert für den Arbeitgeber erhöhen – was wiederum Beförderungen oder eine Gehaltserhöhung nach sich ziehen kann.

Schlussendlich gibt es also viele Möglichkeiten, eine Auszeit vom Job sowie die Zeit danach zu gestalten. Ein „Richtig“ oder „Falsch“ gibt es hierbei nicht – sofern die wertvolle Freizeit auch sinnvoll genutzt wird. Was das heißt, muss am Ende jeder für sich selbst herausfinden.

Foto: fotolia.de © Kar Tr

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