Erstmalig wird in diesem Jahr mit dem "International Music Summit“ eine Musikkonferenz auf Ibiza ausgerichtet.

Vom 28. bis 30. Mai startet die erste Musikkonferenz auf Ibiza. Als Austragungsorte fungieren die Hotels Atzaro, Fenicia und Pikes. Vornehmlich richtet sich diese Veranstaltung an die Dance- und Elektronikszene, mit einer begrenzten Teilnehmerzahl von 300 Personen. Unter dem Motto "Back To Business" sollen vor allem Panels zu aktuellen Themen aus der Branche die Vertreter aus der Dance-Szene auf die Party-Insel locken.
virtualnights traf Gastgeber Pete Tong zum Gespräch.
Pete, Du fungierst neben deinen Partnern Ben Turner, Danny Whittle, Mark Netto, Simeon Friend und Steve Hulme als Gastgeber der in diesem Jahr erstmalig stattfindenden International Music Summit. Erzähle uns ein wenig darüber.
Ich bin Teil eines neuen, spannenden Projekts, das versucht, den Fokus wieder stärker auf die elektronische Musikindustrie zu lenken. Ibiza ist der Ort, an dem am meisten Einfluss auf die Lenkung und Gestaltung der Szene genommen werden kann. Dort schlägt in den Sommermonaten der Szene-Puls. Die oberste DJ-Riege ist hier präsent, hunderttausende Partypeople strömen auf die Insel, Medienvertreter berichten über die Geschehnisse vor Ort. Die elektronische Musikindustrie ist einzigartig in ihren Bestrebungen, global organisiert und reich an Innovation. Mit der IMS wollen wir die Pläne und Visionen der Szene vorantreiben und gleichzeitig das Image dieses Genres stärken.
Warum engagierst du dich ausrechnet in Form einer Konferenz?
Ich unterstütze leidenschaftlich innovative Projekte im Bereich der elektronischen Musiklandschaft. Diese Art von Musik ist einfach mein Leben. Ich widme mich vollständig meiner Karriere, so dass oftmals die Freizeit zu kurz kommt. Aber mein Engagement und die völlige Hingabe zur Musik haben mir zu reichlich Erfolg verholfen, der für mich und meine Arbeit ein zusätzlicher Motivator ist. Im Hinblick auf die IMS bin ich sehr stolz darauf, dass ich mit so vielen professionellen Leuten zusammen arbeiten kann und darf. Mir zeigt dieses Projekt eine ganz neue Form von gegenseitigen Wechselwirkungen auf. Jeder Einzelne aus dem Team weiß viel über die Abläufe im elektronischen Musikzirkus. Aber längst nicht alles, so dass wir innerhalb der Gruppe noch viel voneinander lernen können. Der Input aller Beteiligten ist wirklich enorm, und dadurch bereitet uns die Arbeit viel Spaß!
Die ISM ist stark geschäftlich orientiert. Wie verhindert ihr, dass es zukünftig vor allem um das Partymachen gehen wird?
Indem wir uns auch zukünftig auf das Geschäftliche konzentrieren werden. Wir hoffen, dass die IMS in den nächsten Jahren wachsen wird, in der Branche die Anzahl an Profis steigt und neue Impulse aus der Industrie hineingetragen werden. Die ISM wurde ins Leben gerufen, damit jeder in der elektronischen Branche eine Stimme bekommt und Aufmerksamkeit erhält. Gemeinsam wollen wir Entscheidungen treffen, die unsere tägliche Arbeit beeinflusst. Erst einmal ist unsere Ausrichtung sehr speziell. Wenn die IMS wächst, werden drum herum eine Menge Partys entstehen und wir hoffen, dass die Leute, die zur IMS kommen, auch das Entertainment-Programm besuchen werden.
Ist die IMS der Gegenpol zur WMC in Miami?
Die Basis, eine internationale Musikkonferenz an einem sonnigen Ort stattfinden zu lassen, ist sicherlich dieselbe wie in Miami. Allerdings ist der Fokus der IMS ein etwas anderer.
Bist du der Überzeugung, dass die elektronische Musikwelt eine solche "zusätzliche" Musikkonferenz als sinnvoll erachtet?
Natürlich habe ich diese Überzeugung, sonst hätte ich mich diesem Projekt erst gar nicht angeschlossen! Andere Musikkonferenzen erfreuten sich in den vergangenen Jahren immer größerer Beliebtheit, was mich persönlich ganz besonders freut. Der Reiz der IMS ist darin begründet, dass wir eine eigene, individuelle Vision verfolgen und uns damit von den herkömmlichen Konferenzen unterscheiden.
Warum viel die Standortwahl auf Ibiza?
Ibiza stellt in den Sommermonaten das Zentrum für elektronische Musik dar. Hunderttausende verrückter Partyurlauber kommen Jahr für Jahr auf die Insel, um ausgelassen zu feiern. Das ist natürlich eine Plattform, die es uns als Veranstaltern leicht macht, führende Köpfe der Musikindustrie aus allen Teilen der Welt nach Ibiza zu locken.
Erzähl uns ein wenig über die Panels.
Unsere Themenpalette, unter anderem "The Future of Live Music“, "Brands in Music“, "Music in Film TV and Ads“ und "Ibiza Re-united“ deckt ein breites Spektrum des vielseitigen elektronischen Musikgenres ab. Die Intention hinter den Panels ist das Zusammenführen der Industrieverantwortlichen, damit Erfahrungen unter einander austauscht werden können und so in der harten, von Veranstaltern und Produzenten regierten Musikwelt besser bestehen zu können. Insbesondere wollen wir den kleinen Labels neue Wege und Kontakte vermitteln, damit diese den Anschluss nicht verlieren.
Auf der Konferenz wird es eine Art "Ideenschmiede" geben. Was genau steckt dahinter?
Die Idee dahinter ist folgende: Im Vorfeld der Konferenz wird eine Hand voll Szene-Kenner spezifische Fragen zu ihrem favorisierten Genre entwickeln. Die interessantesten Fragen werden herausgefiltert und in einem Fach-Forum auf der ISM von Fachleuten diskutiert und beantwortet werden. Ich bin jetzt schon gespannt, was dabei heraus kommen wird. Das wird bestimmt eine spannende Angelegenheit!
Die Konferenz ist auf 300 Teilnehmer begrenzt. Warum haltet ihr den Rahmen so überschaulich?
Nun, diese Veranstaltung steckt noch in ihren Kinderschuhen, aus denen wir sie langsam herauswachsen lassen wollen. Daher ist es am Anfang wichtig, sich realistische Ziele zu setzten, den Rahmen nicht zu weit auszudehnen und mehr Wert auf eine intime Atmosphäre zu legen, um Qualität zu gewährleisten. Unsere Inspiration ziehen wir zum größten Teil aus Konferenzen der Vergangenheit. Dort hat sich bereits gezeigt, dass kontinuierliche Arbeit den höchsten Nutzen bringt. Wir wollen erreichen, dass alle Teilnehmer der Konferenz den Weg zueinander finden, sich gegenseitig austauschen, über aktuelle Fragestellungen diskutieren und die Trends von morgen kreieren.
In wie weit kann die Musikindustrie von der Konferenz profitieren?
Wir hoffen natürlich ganz stark, dass die entwickelten Gedanken und Ideen aller Teilnehmer der Musikindustrie dabei helfen, sich weiter zu entwickeln, intern wie extern, und ihren Status im Kontext zu anderen Stilrichtungen auszubauen. Das stellt sowohl einen hohen Anspruch an das Format ISM als auch an deren Teilnehmer. Wir hoffen, in diesem Jahr den Grundstein für viele weitere erfolgreiche Jahre zu legen.
Pete, wir wünschen Euch viel Erfolg!
Das komplette Programm findet ihr unter: www.internationalmusicsummit.com
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