Gitarren-Nummern mit Popappeal, Herzschmerz-Balladen und Studio54-Disko.

Mit ihrem nunmehr vierten Album, das spürt man auf Anhieb, ist Klee der große Wurf gelungen. Die Kölner Popband hat auf "Berge versetzen" die perfekte Symbiose gefunden aus Elementen britischer Gitarrenpopkunst und europäischer Elektronikkultur, aus edlem Schliff feiner Songjuwelen und kluger Auslotung komplexer Gefühlswelten. Schon der Titel des neuen Werkes demonstriert das gewachsene Selbstbewusstsein einer Band, die genau weiß, was sie kann, was sie will und wie ihr dies gelingen wird.
Ingesamt umfasst das neue Album 13 Songs. Eingeläutet durch die Popdelikatesse "Zwischen Glauben und Vertrauen" mit verhaltenem New-Order-Basslauf, wartet "Zwei Herzen" mit einer Melodie auf, die mitten ins Herz trifft, gefolgt von der melodramatischen Schönheit von "Wie weit" – dem geballten Prototyp eines Klee-Songs. Ein feinnerviges Sensorium bilden die darauf folgenden filigranen Balladen.
"Weil es ist Liebe" ist eine melodisch wie poetisch betörende Liebeserklärung, abgerundet mit orchestralem Glanz zu einer Miniatursymphonie. "Weine nicht" ist das sensible Psychogramm einer offenbar zum Scheitern verurteilten Beziehung, in der die Worte des Trosts ruhelos durch die Zeilen geistern. Der Titelsong "Berge versetzen" hat einen erhabenen klassischen Glanz, ein Lied über den Mut zur Ehrlichkeit. "Du & Ich" dagegen symbolisiert Popmusik als herrliche Drei-Minuten-Flucht in die Innerlichkeit.
Britische Poptraditionen haben Klee seit Jahren auf ihrem eigenen Humus zu eigenwilligen und unverwechselbaren Gewächsen gedeihen lassen. Aber es sind auch ganz andere Facetten zu entdecken, das Geheimnisvolle eines Serge Gainsbourg Arrangements bei "7 Schritte" oder der Bruce-Springsteen-Überschwang bei "Ich lass ein Licht an für dich", die wie auf einen Wattebausch schwebende elektronische Streicheleinheit "Mein Vertrauen" und das schmerzhaft ehrliche "Offene Wunden". Das Album endet mit einem Novum, einer sinnlichen Ballade, dem ergreifend schlichten Duett von Suzie und Sten in "Wie das Wetter".
Release Date: 1. August
Label: Island (Universal)
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01. Zwischen Glauben und Vertrauen
02. Zwei Herzen
03. Wie weit
04. Weil es Liebe ist
05. Weine nicht
06. Du und ich
07. 7 Schritte
08. Ich lass ein Licht an für dich
09. Die Königin
10. Offene Wunden
11. Mein Vertrauen
12. Berge versetzen
13. Wie das Wetter
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