Themen: Sex, Fun, Lifestyle, Kunst, Mischa Badasyan
365 Tage Sex billig oder genial? Dauer- Sex als Kunst
Wir haben diesen Sex-Künstler durchschaut!

Ist das noch Sex oder ist es schon Kunst? Eine knifflige Frage, wenn man sich das neuste Sex-Projekt, ähm Verzeihung, Kunst-Projekt des Künstlers Mischa Badasyan ansieht. Der will ein volles Jahr lang, sprich: 365 Tage am Stück, jeden Tag Sex mit einem anderen Mann haben, um auf die krasse Verbreitung von One-Night-Stands in unserer Gesellschaft aufmerksam machen. Oder: Er will einfach nur 365 Tage ungestörten Abenteuer-Sex haben, um sich danach als Moralapostel aufzuführen. Was stimmt?
Ist das Kunst, oder kann das weg? Diesen Satz muss man sich in unserer modernen Gesellschaft leider des Öfteren stellen. Kunstprojekte wie das, der aktuell durch das Internet wandelnden Vergewaltiger-Matratze einer Kunststudentin in den USA oder das etwas zurück liegende Hoden-Projekt des Mannes, der sein Glied auf dem roten Platz in Moskau fest tackerte, geben jedenfalls reichlich zu denken.
Genau so sieht es auch mit dem aktuell laufenden Projekt in Sachen Sex-Kunst, oder vielleicht eher Kunst-Sex, des armenischen Künstlers Mischa Badasyan aus. Der Wahlberliner zieht seine Idee tatsächlich durch und ‚treibt es‘ für 365 Tage jeden Tag mit einem anderen Mann, um dadurch auf die extreme Verankerung und die häufig ungeahnten psychischen Auswirkungen des One-Night-Stand in unserer Gesellschaft aufmerksam zu machen. Seine Erlebnisse und Emotionen will er zudem per Video-Tagebuch festhalten.
Überhaupt geht es auch dem Hoden-Künstler von vergangenem Jahr auf dem Roten Platz und der Elite-Studentin, die in den USA eine Matratze mit sich herumträgt, seit sie von einem Kommilitonen vergewaltigt wurde, darum, auf gesellschaftliche Missstände aufmerksam zu machen. Während sich die Intention dieser amerikanischen Studentin auf tragische Weise recht schnell und deutlich erschließen lässt, hat man als Nicht-Intellektueller Mensch bei den Hoden auf dem Roten Platz schon größere Schwierigkeiten hinter den Sinn der Sache zu kommen: Ihm ging es nämlich um die politische Indifferenz der russischen Gesellschaft, und nicht um irgendetwas mit Sex oder Hoden.
Bei Mischa Badasyan hingegen, kommt die Intention seiner Kunst, direkt mit dem Projekt mitgeliefert. Jedoch drängt sich zusätzlich der Verdacht auf, dass der Mann einfach auch gerne 365 Tage lang Sex haben will, denn sonst würden doch wohl drei oder vier Monate auch reichen. Der Künstler selbst jedoch beteuert auf Stern.de, er nehme sich selbst als Mensch zurück und wolle auch auf andere Problem-Themen, wie Safer-Sex, Homophobie und Homosexualität aufmerksam machen.
Was auch immer der Mann will, und wenn es eine Mischung aus Sex-Lust, Kunst-Lust und politisch-kultureller Inspiration ist: Das Projekt läuft erst seit dem 1. September und die Aufmerksamkeit hat Mischa Badasyan bereits jetzt bekommen. Und wenn er, wie er sagt, zur Not seine Kunst-, ähm, Sexpartner im Internet suchen muss, dann wird er dabei sicherlich keine Probleme haben.Fotos: Handsome young man with perfect body lying in bed, looking at camera, Generic Calendar With Days and Dates, 365 days words written on the white board via Shutterstock.com.








