Themen: Bob, Love, Western, Sinclar
Bob Sinclars neues Album!
2.Tennessee
3.Everybody Movin
4.World Hold On
5.Miss Me
6.For You
7.Sing My Song
8.In The Name of Love
9.Amora Amor
10.Shining From Heaven
11.Give a Lil Love
12.Bonus: Love Generation Ron Carroll Remix
Für Bob Sinclar bedeutet die langjährige Beschäftigung mit Clubsounds eben keine kreative Einbahnstraße. Heutzutage kauft sich jeder Penner einen Sampler und macht einen Track, kritisierte er bereits im Vorfeld seines letzten Albums III. Das Ergebnis ist ein großer Haufen Schrott. Niemand schafft noch echte Klassiker. Ich habe zumindest eine Rückbesinnung auf die Siebziger und Achtziger versucht, mit echten Musikern statt Samples. Überdeutlich wird das Abschütteln eingefahrener Standards auf Tennessee,
wo eine Slide-Gitarre das Western-Motiv des Albums aufgreift und trotzdem ein treibender Club-Beat den Rhythmus bestimmt. Auf Western World betont Sinclar jene Vielfalt, die er sich als Produzent verschiedener Brasil- und Bossa-Nova-Projekte für Salome de Bahia und dem Duo Tom & Joy in den
letzten Jahren erschlossen hat. Der sanfte Breakbeat auf Amora, Amor bringt die Bossa-Nova-Sängerin Catia Werneck ins Spiel. Auch DJ-Kollege Martin Solveig aus Paris, mit dem Sinclar bei den legendären
Afrocanism-Alben zusammengearbeitet hat, kommt wieder zum Einsatz. Auf For You schaffen die Beiden ihre Version einer aktuellen Rave-Variante, wenn heftige Gitarren über einen treibenden Beat brettern. World Hold On mit Sänger Steve Edwards wiederum ist eine deepe, eingängige Maxi-Auskopplung (erschienen auf Sinclars Label Yellow Records), die bereits auf der Winter Music Conference 2006 in Miami abräumte.
Mit Western Dream hat Bob Sinclar sein Verhältnis zur Popmusik definiert. Ein zeitgemäßer Aufschlag über Stil- und Genre-Grenzen hinweg, der die musikalische Entwicklung der heutigen Clubkultur in Songstrukturen
überführt.
Immer neue Details aus seiner illustren (Fantasie-) Biografie machten die Runde: Riviera-Playboy, Juwelendieb, Sonnenbrillen-Model, Pornodarsteller. Ende der Neunziger beschloss Chris sich komplett neu zu erfinden. In dem
französischen Spionagefilm Le Magnifigue stieß er auf ein kongeniales Alter Ego Bob Sinclar, der zum Pionier des French House werden sollte. Mit Thomas Bangalter von Daft Punk schrieb er unter seinem neuen Künstlernamen Gym & Tonic. Später folgten I feel for you, Ich rocke (in der Disco) und das von ihm mitgeprägte Phänomen Filter Disco.
Nun also Western Dream, sein viertes Album in hyperrealer Country-&-Western-Optik, das durch die Kooperation mit dem Weltfußballverband FIFA zur ersten Goleo-Single Love Generation bereits
einen international überaus erfolgreichen Song enthält. Für Bob Sinclar eine nette, doch eher zufällige Episode. Schließlich war Love Generation in Frankreich 2005 auch ohne den WM-Support ein großer Hit. Wichtiger für ihn ist die kontinuierliche Zusammenarbeit mit Wailers-Sänger Gary Nesta Pine, der sein souliges Regga-Timbre auf drei weiteren der 12 Albumtracks einbringt. Die Titel mit Gary Pine wie Shining From Heaven oder Miss Me sind klare Bekenntnisse zu modernen Arrangements, die auch jenseits des Dancefloors funktionieren.
Seit fast zwei Jahrzehnten entzieht sich der DJ, Produzent und Labelmacher aus Paris allen musikalischen Eingrenzungen. Mit Rare Grooves, Funk, HipHop und Acid Jazz hat er einst begonnen. Damals hieß er noch ganz bürgerlich Chris Lefriant, später dann Chris The French Kiss oder auch Mighty Bob.








