Themen: Drogen, Cannabis, legalisierung, Anbau
Cannabis-Anbau ab sofort legal
Gericht erlaubt Schwerstkranken den Eigenanbau.

Es war eine Sternstunde für Schmerzpatienten, als das Kölner Gericht heute sein Urteil verkündete. Darin sprach die Instanz drei von insgesamt fünf Klägern das Recht zu, zukünftig privat Cannabis-Anbau zu betreiben, so die Süddeutsche Zeitung.
Bislang hatten Schmerzpatienten nur die Möglichkeit Cannabis käuflich in der Apotheke zu erwerben. Die monatlichen Kosten, die sich auf bis zu 1.000 Euro beliefen, wurden allerdings nicht von den Krankenkassen getragen. Deshalb sahen sich die Patienten gezwungen, beim zuständigen Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) einen Antrag auf eigenen Cannabis-Anbau zu stellen. Doch die Behörde lehnte ab.
Der Entscheidung des Gerichtes von heute obliegen allerdings klare Regeln und Voraussetzungen, um den privaten Cannabis-Anbau zu betreiben. So müssen die Patienten mit Cannabis-Anbau einen separaten Raum für den Anbau sowie einige Sicherheitsauflagen, wie abschließbare Fenster und bruchsicheres Glas, vorweisen. Außerdem muss ein Zugriff von Nicht-Patienten „hinreichend sicher ausgeschlossen werden“, heißt es in der Urteilsbegründung. Aber immerhin – Cannabis-Anbau ist ab sofort legal!
Für die Umsetzung solcher Plantagen ist ab sofort das BfArM zuständig: „Die Behörde ist nun verpflichtet die Erlaubnis zu erteilen. Sie hat nur noch hinsichtlich der Sicherheitsanforderungen einen Spielraum und muss diese dann kontrollieren", so die Gerichtssprecherin.
Jetzt kommt es also auf das BfArM an. Legt die Behörde Berufung gegen das Urteil ein, verschiebt sich der Startschuss der legalen Cannabis-Plantagen und der Fall zieht vor das Oberverwaltungsgericht Münster. Na dann hoffen wir mal für alle Betroffenen, dass nicht so lange gewartet wird, bis Gras über die Sache gewachsen ist.
Foto: Medizinischer Cannabis-Wachhund, Versteckten Medizinischer Cannabisgarten via Shutterstock








