Das Geschäft mit dem Festivalmüll

13.000 Euro pro Saison.

Das Geschäft mit dem Festivalmüll: 13.000 Euro pro Saison.

Egal ob Electro-, Rock-, Metal- oder Pop-Festival. Open Air Events locken jährlich tausende Festival-Besucher an. Doch mit den Gästen kommt nicht nur die gute Laune, sondern auch der Festivalmüll. Auf der Street Parade in Zürich am vergangenen Wochenende fabrizierten die Festival-Besucher beispielsweise satte 100 Tonnen Festivalmüll. Während sich Veranstalter und Städte über die hohen Entsorgungskosten aufregen, gibt es einige, der sich über die Hinterlassenschaften auf den Festivals freuen: die Pfandsammler.

Zelte, Grills, Pavillons, Kühlschränke und sogar ganze Sofalandschaften oder auch Fernseher. Festivalbesucher überraschen immer wieder mit dem, was sie auf Veranstaltungsgeländen hinterlassen. Und die Gründe für ihren Festivalmüll sind simpel: Entweder können sie ihr Hab und Gut nicht mehr gebrauchen oder sie sind einfach zu faul alles wieder Richtung Heimat zu schleppen. Alleine beim Rock am Ring 2014 hinterließen die knapp 80.000 Festivalbesucher sage und schreibe 750 Tonnen Festivalmüll. Zelte nicht mit eingerechnet. Kein Wunder, dass hier eine 120 Mann starke Putzkolonne eine ganze Woche benötigte, um das Rock am Ring Gelände wieder einigermaßen begehbar zu machen. 

Während die Entsorgungsgebühren die Veranstalter immer wieder tausende von Euros kosten, gibt es Leute, die sich über den Festivalmüll freuen. Das Eldorado Festival zum Beispiel ist ein Paradies für Pfandsammler. Sie sammeln die Mehrwegflaschen auf, die die Besucher zwar gekauft, aber nicht wieder abgegeben haben. Einer von ihnen ist Eduard Lüning, der bereits 2012 mit welt.de über den Pfandmüll auf Festivals sprach: „Auf Rockfestivals kommt er pro Saison auf rund 13.000 Euro Pfand“, hieß es damals in dem Artikel. Alles andere als eine schlechte Bilanz. Alleine beim Wacken Open Air sammelte er sich 550 Euro zusammen. Den Ticketpreis von 170 Euro hatte Eduard Lüning damit allemal raus.

Auch bei der Street Parade 2014 reisten einige Gäste alleine wegen des produzierten Festivalmülls an. Denn auch hier lag das Geld wortwörtlich auf dem Boden. Ganz besonders Festivals in Innenstadt-Nähe sind bei den Pfandsammlern mehr als beliebt. Hier besorgen sich die Festivalbesucher nämlich immer wieder günstigen Getränkenachschub in Pfandflaschen, denn sie dann einfach fallen lassen. 

Festivalmüll hat dementsprechend zwei Seiten. Dennoch sieht wohl niemand nach einem tollen Partywochenende solche Bilder von Festivalmüll gerne oder?





Foto: Gregor Möllring via Flickr

Bleib immer up to date und erhalte die neuesten Nachrichten von virtualnights auch auf Facebook.
KLICKE AUF
und lies den Artikel weiter.

Für dich neu alle Nachrichten

Login

Jetzt bei virtualnights anmelden:

Passwort vergessen?