Themen: virtualnights, Sven Väth

Das große virtualnights-Interview: Sven Väth

Wir sprachen mit Babba über Afterhours, Kofferpacken und Cocoon 2010.

Vom Ausrasten zur Besinnlichkeit: Wie verbringst Du Weihnachten?

Weihnachten verbringe ich mit meiner Familie. Wir wechseln uns da ab, einmal bei meiner Mutter, dann wieder bei meinen Brüdern und dann auch mal bei mir. Dieses Jahr sind wir bei meiner Mutter. Ganz klassisch, da wird gesungen, gelacht, Plätzchen gegessen, gekocht und natürlich gibt es Geschenke. Ich bin zwar kein praktizierender Christ, aber es ist trotzdem ein schönes Familienfest! Zumal es bei uns auch viele Kinder in der Familie gibt, da macht es einfach Spaß. Und danach gehe ich natürlich feiern! Seit über 25 Jahren spiele ich jedes Weihnachten und es sind immer die schönsten Partys in den Clubs. Alle sind beschenkt worden, sind schon leicht angedudelt, wir machen erst um 0 Uhr den Club auf, wenn die Leute reinkommen, bekommen sie Plätzchen, wir machen Kerzen an, es riecht nach Zimt und alle sind einfach gut drauf.



Sven, wir bedanken uns ganz herzlich für das supernette Interview, wünschen Dir und der Cocoon-Crew alles Gute für das kommende Jahr. Und natürlich freuen uns auf viele weitere Partys.






Unser Tipp: Holt Euch die Jubiläumsausgabe zu Ten Years of Cocoon. Die bietet nicht nur einen wie immer klasse Mix der Cocoon Ibiza-Tracks des Jahres, sondern in diesem Jahr auch eine DVD, auf der Sven noch eine Menge weiterer Dinge zu erzählen hat!

Interview by Tanja Mai

Geht es dann auch wieder nach Japan?

Ja, ich fange meine Welttournee Ende Januar in Singapur an, dann geht’s weiter nach Bangkok, dann geht’s nach Osaka und dann nach Tokio.

Momentan sind ja viele Deiner Kollegen und Kolleginnen wie Monika Kruse total angetan von Japan und China. Kannst Du das unterstreichen und würdest sagen, es ist was anderes als in Europa zu spielen?


Also in China jetzt nicht, das darf man echt nicht vermischen. Die Chinesen, das ist eine ganz andere Abteilung. Die Japaner sind bestimmt die aufmerksamsten Zuhörer. Die sind sowas von genau, die hören jeden Übergang und stellen sich genau vor, was Du da grad so machst. Und so reagieren die auch, die schreien: „Ohhh, ahhhh, woooow!“ Total verrückt (lacht)! Es macht echt Spaß mit denen. Mit einer Hingabe wird da zugehört und mitgefeiert, alle gucken Dich an, alle schreien und rasten komplett aus. Und wenn die sehen, dass Du auch ausrastest, rasten die noch mehr aus!

Cocoon Ibiza 2010: Da habt Ihr doch sicher schon was geplant?

Es ist schon in der Pipeline und wir sind natürlich schon dabei. Aber das darf ich noch gar nicht verraten (lacht). Nur so viel: Nächstes Jahr lassen wir uns natürlich nochmal was Besonderes einfallen, wir starten schließlich eine neue Dekade! Es werden viele neue Künstler dazu kommen, eine neue Deko wird es geben – also es wird einiges passieren.

In der ersten Jahreshälfte steht ja traditionell auch wieder eine Welttournee an. Wie bereitest Du Dich eigentlich auf das Reisen vor? Du musst ja ziemlich viele Sachen mitnehmen.


Das kommt ganz darauf an, wo ich hin fliege. Bin ich nur am Wochenende unterwegs, da ist bei mir mein Kulturbeutel dabei, eine frische Hose, zwei Shirts, Socken, Unterwäsche und vielleicht noch mein Netzteil für den Computer. Ansonsten habe ich noch eine Tasche, in der ich meinen iPod habe, mein Telefon, Augentropfen, Ohrenstöpsel und meine Umckaloabo-Tropfen (homöopathisches Mittel gegen Erkältung, d. Red.). Gerade wenn man viel fliegt, kommt man ja auch mit einer Reihe an Leuten in Kontakt. Da ist das ganz gut für die Vorbeuge. Wenn ich auf längere Reisen gehe, habe ich natürlich jede Menge Klamotten dabei, vielleicht noch ein Buch, das ein oder andere Geschenk, wenn ich was zu verschenken hab. Aber generell probiere ich, so wenig wie möglich mitzunehmen.

Du bist ja sozusagen immer noch der "DJ zum Anfassen". Viele Deiner Fans kennen Dich persönlich. Wie wichtig ist Dir das?

Bei mir ist es so, dass ich gerne mit meinen Leuten feiere. Ich gehe auch gerne auf die Tanzfläche, springe über die DJ Booth drüber, mache mal Stage Diving und hüpfe auf die Leute drauf. Ich geb halt Gas! Aber das hat sich so verändert in den letzten Jahren, dass ich überhaupt nicht mehr einfach irgendwo hingehen kann. Jeder hält Dir sein Handy ins Gesicht, Du wirst sofort gefilmt oder fotografiert. Weißt Du, gehe ich mal auf die Tanzfläche und will mal mit den Leuten grooven, das kannst Du gar nicht mehr machen. Alle kommen sofort auf Dich gestürzt! Wie gerne habe ich früher mit den Leuten richtig auf der Tanzfläche Gas gegeben, bin bei denen auf die Schulter gesprungen – das mache ich auch gerne, schließlich bin ich ja einer von der Tanzfläche. Aber bei sowas ist man irgendwann nur noch genervt und das macht dann halt nicht mehr so viel Spaß, leider. Aber trotzdem bin ich immer wieder ansprechbar. Ich komme auch nie durch den Hintereingang, sondern gehe meistens vorne rein und sag meinen Leuten hallo.Da gab es doch auch so eine exklusive Afterhour zur großen Closing-Party...

Wir hatten echt eine Wahnsinns-Closing-Party. Das war echt mega! Wir hatten Loco Dice auf dem Mainfloor mit mir zusammen, auf der Terrasse waren Luciano und Ricardo Villalobos. Da ging es schon mal bis mittags um eins. Und dann sind wir ins Atzaró Hotel, das ist ein Fünf-Sterne-Hotel und die hatten uns netterweise drei Wochen vorher angeboten, da eine Afterhour zu machen. Ich konnte das gar nicht glauben und meinte nur: Wollt Ihr wirklich die „Affen aus dem Käfig“ lassen? Aber die sagten kurzerhand, dass sie unsere Gäste und unseren Party-Style lieben und sich freuen, wenn wir dort weiterfeiern würden. Wir haben uns dann noch mal vergewissert, haben uns die Hotelanlage angeschaut. Echt total schön, mit balinesischen Betten, Palmen und Bambus, wie im Dschungel. Das war so ein toller Platz, dass wir dachten, das wird unsere beste Afterhour ever. Die Leute haben sich obergeil benommen, es kamen 2.000 Leute, ich hab 12 Stunden aufgelegt und hab am Ende sogar einen Pokal bekommen (lacht). Wir haben so einen Spaß gehabt, keiner hat in die Büsche gepieselt, nichts ist kaputt gegangen, alle haben noch mal alles gegeben, weil ja jeder wusste, dass ist jetzt erst mal die letzte fette Party.

Zehn Jahre Cocoon Ibiza, das ist eine sehr lange Zeit. Welche Momente sind Dir speziell in diesem Jubiläumsjahr in Erinnerung geblieben?

Oh mein Gott, das waren so viele (lacht)! Die Opening-Party war spitze! Wir hatten zudem noch einen ganz besonderen Event kreiert, speziell zu diesem Anlass. Und zwar: We party like 1989! Da hatten wir Underworld eingeladen, die live spielten – und ich hab Musik gespielt aus meiner alten Plattenkiste. Und zwar 20 Jahre alte House-Tracks! Mein Zeitfenster lag dabei zwischen `89 und `91 und ich habe zum ersten Mal so ein Classics-Set gespielt mit alten Acid House Tracks. Das hat mega Spaß gemacht! Wir haben ganz viele Acid-Smilies im Amnesia verteilt, haben uns selbst Shirts bemalt und haben uns selbst angemalt wie auf einem Neon-Karneval – oder eben wie damals auf einer richtigen Acid Party. Wir sind dann total euphorisch wie die Kleinkinder rumgesprungen und haben uns gefreut, dass wir die ganze Nacht „Acid“ schreien können (lacht)! Das war echt ein ganz besonderer Event zu unserem Jubiläum!Sven, wie macht sich so ein Partyjahr eigentlich körperlich bemerkbar? Du hast ja gerade erst wieder eine Deiner Ayurveda-Anwendungen hinter Dir, Dein alljährliches Reinigungsritual.

Das kommt natürlich ganz darauf an, wie hart man Party macht (lacht). Da gibt es ja verschiedene Möglichkeiten. Unter anderem gibt es da Leute, die gehen die ganz lange Distanz. Mittlerweile gibt es ja sogar schon Songs dafür, wie Drei Tage Wach. Was mich angeht, ich bin ein leidenschaftlicher DJ und da gehört die ein oder andere Afterhour natürlich auch dazu. Aber ich muss auf mich schauen, weil ich ein ziemlich straffes Programm habe. Sprich, ich hatte dieses Jahr eine Wahnsinns-Welttournee, und dann ging auch schon die Sommersaison los mit unseren 10 Years of Cocoon Ibiza, bei der wir ganze 16 Geburtstagspartys feierten. Dann sind da natürlich auch die ganzen Festivals, die wir haben – danach bin ich ganz schön ausgelaugt. Ich sags mal so, da sind meine Ohren auch schon ein bisschen abgenutzt, sodass ich einfach mal eine Ruhephase brauche. Ich muss dann halt mal ein bisschen entschlacken, da ich bis zum Oktober natürlich auch schon einiges getrunken hab. Ich mache relativ viel Sport, habe auch einen Personal Trainer, fahre Rad, gehe Schwimmen und Laufen und zweimal die Woche in die Sauna, werde massiert und bin auch ziemlich ernährungsbewusst unterwegs. Von Oktober bis Januar esse ich kein Fleisch, trinke keinen Alkohol, ehe es dann mit meiner Frau für einen Monat in den Urlaub geht. In dieser Zeit höre ich auch keine Musik. Wie Du siehst, habe ich so ein bisschen mein System gefunden, wie ich am besten meine Energien einteile.

Nicht oft bietet sich die Gelegenheit, mit Sven Väth persönlich zu sprechen. Schon gar nicht in aller Ruhe, ohne den ganzen Tumult vor, neben und hinter dem DJ-Pult. Umso mehr freuen wir uns, Euch jetzt ein Interview mit dem Plattenpapst, Labelboss, Club-Besitzer und Techno-Tausendsassa präsentieren zu können. Was Sven Väth so alles in seinen Koffer packt, wenn es auf DJ-Reisen geht, welche Party ihn im Cocoon Ibiza-Jubiläumsjahr besonders beeindruckt hat, wieso die Japaner ein verrücktes Partyvolk sind und warum er das Clubben an Weihnachten besonders schätzt, das erfahrt Ihr hier. Viel Spaß!

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