Das richtige Outfit für den Zoom-Call

Auf diesen Dresscode sollte man achten.

Quelle: fizkes/Shutterstock.com

Kleider machen Leute - daran ändert auch die Digitalisierung nichts. Sie hilft uns aber, während der Pandemie mit Freunden in Kontakt zu bleiben, ganze Brettspielabende über Zoom zu feiern und ist aus dem Berufsleben gar nicht mehr wegzudenken. Selbst Studierende und Dozierende nehmen Calls als regulären Uni-Alltag wahr, vielen Schulkindern geht es ähnlich.
Doch so unterschiedlich die Anlässe für Videotelefonie derzeit sind, so verschieden ist auch der Dresscode. Generell gelten dieselben Regeln wie vor der Pandemie: zum digitalen Bewerbungsgespräch wird sich anders gekleidet als zum Livestream mit Freunden beim Gläschen Wein, das ist klar. Wo jedoch wird die Grenze gezogen? Wann geht casual, wann schick? Dieser Artikel klärt auf.



Abbildung 1: Programme wie Zoom bestimmen heute einen nicht unerheblichen Teil unserer Kommunikation - doch welches Outfit ist sinnvoll? Bildquelle: @ Chris Montgommery / Unsplash.com

Tipps für Männer: Mehr Möglichkeiten als gedacht
Als Mann hat man doch nicht viele Möglichkeiten, sich zu kleiden, denken einige. Doch das stimmt nicht. Die Modeindustrie schafft stetig mehr Diversität in der Welt der Männerbekleidung. Um Veranstaltungen richtig einzuschätzen und einen Fauxpas zu vermeiden, kann sich an folgende Anregungen gehalten werden:

- Abend mit Freunden: Trifft man sich mit Freunden, um Onlinespiele zu zocken, sich einfach auszutauschen oder um nicht allein trinken zu müssen, eignet sich legère Bekleidung. Die Jogginghose kann dabei ruhig im Schrank liegen bleiben, schließlich würde man auch so nicht auf die Straße gehen. T-Shirt, Polohemd oder Pullover mit Jeans bieten sich für solche Anlässe an.
- Familientreffen: Ähnlich wie beim digitalen Zusammensein mit Freunden kann sich auch bei Videotelefonaten mit der lieben Familie gekleidet werden. Allzu casual braucht es meist nicht bleiben, denn Familie kann schick heißen, muss aber nicht. Auch hier eignen nicht Hemd, Poloshirt oder ein nettes T-Shirt, vielleicht ein Cardigan, und die Jeans. Vor dem Call nochmal die Haare stylen.
- Geschäftsmeeting: Ob ein neuer Kunde überzeugt werden soll oder das wöchentliche Plenum ansteht, Arbeit ist Arbeit. Ging man einst im Anzug ins Büro, so sollte dieser auch jetzt getragen werden. Branchenabhängig sollte darauf geachtet werden, sich jetzt nicht besonders herauszuputzen, wenn man es sonst nicht tat. Das Gegenteil, also luschig vor der Kamera zu sitzen, macht keinen guten Eindruck. In jedem Fall ist ein Hemd oder casual das Polohemd eine gute Wahl. Letzteres eignet sich übrigens wunderbar für private wie berufliche Zwecke. Bei der Farbwahl unbedingt auf den Hintergrund achten: nicht weiß auf weiß. Glücklicherweise existiert hierbei eine große Auswahl an verschiedenen Möglichkeiten.

Tipps für Frauen
Frauen haben meist eine größere Auswahl an Kleidung, damit aber auch mehr Stress bei der Auswahl. Dabei ist es gar nicht so schwierig, auch vor der Kamera einen guten Eindruck zu machen. Folgende Punkte können beachtet werden, um unangenehme oder gar peinliche Situationen zu vermeiden:

- Abend mit Freunden: Das kleine Schwarze oder das schillernde Goldene muss es nicht unbedingt sein und auch die High Heels können getrost im Regal verbleiben. Dafür kommen Blusen, T-Shirts und leichte Pullis und Jeans oder Chinos zum Einsatz. So können Outfit und Gemütlichkeit kombiniert werden.
- Familientreffen: Häufig wird bei Frauen noch mehr darauf geachtet, was sie tragen. Insbesondere merkt man dies bei dem Aufeinandertreffen von Frauen verschiedener Generationen. Daher sollte idealerweise auf tiefe Ausschnitte, grelle Muster und Farben sowie kurze Röcke verzichtet werden. Im Casual Chic, ähnlich wie beim Zoom Call mit Freunden, können Schwiegermutter, Großmutter und Tante nichts aussetzen.
- Geschäftsmeeting: Hier sollte darauf geachtet werden, wie der eigene Look in Präsenz auf der Arbeitsstelle aussieht. Trug man sonst schlichte Stoffhosen und Pullover, kann es rasch aufgesetzt wirken, wenn in digitalen Treffen Blusen und Blazer getragen werden. Schlichte Blusen ohne Muster eignen sich für Videoübertragungen optimal. Schwarze Blazer wirken schnell wie ein plumper Farbklecks.

Was geht nicht?
Einiges lässt sich also schnell und simpel richtig machen. Allerdings lassen sich auch schnell und unbedacht Fehler machen.
- Unterbekleidung: Auf die Unterbekleidung sollte trotz aller Späße, die es diesbezüglich gibt, unbedingt geachtet werden. Man steht vielleicht doch mal auf, sei es, um ins Bad zu kommen oder weil es an der Tür schellt. Daher sollte, egal mit wem man gerade zoomt, keine Jogging- oder Schlafhose oder lediglich Unterwäsche getragen werden. Auch bei geschäftlichen Calls ist eine dem Anlass entsprechende Hose ratsam.
- Muster: Je nach Hintergrund und Beleuchtung können Muster auf der Kleidung den Telefon- bzw. Meeting-Partner irritieren. Manche Kameras übertragen nicht eins zu eins. Wenn es dann mal hakt, werden stark gemusterte Blusen, Hemden oder Pullover als störend empfunden.
- Farben und Hintergrund: Ein ähnliches Phänomen tritt bei der Farbe der Kleidungsstücke auf. Sitzt man vor einer dunklen grünen Wand, sollten dunkle Töne vermieden werden. Am geeignetsten ist eine weiße Wand, idealerweise ohne grobe Strukturtapete.
Als Experiment kann die Kamera laufen, Beleuchtung umgestellt und dann in verschiedenen Farben und Materialien vor der Kamera gesessen werden. Seide und Satin reflektieren unter Umständen das Licht, Samt schluckt es und Leinen reagieren neutral. Strahlt die Lampe direkt auf den Arbeitsplatz, scheinen glänzende Farben fix grell und unangenehm, matte Töne hingegen wirken souverän.
Weißes Hemd auf weißem Hintergrund sollte vermieden werden. Auch Pastelltöne werden schnell verschluckt.
Die farbliche Gegebenheit der Bekleidung sollte sich nicht mit Dekorelementen an der Wand beißen.
- Make-Up: Durch die Kameraübertragung wird Make-Up meist nicht so eingefangen, wie es vor dem Spiegel wirkt. Etwas stärker dürfen Mascara & Co. eingesetzt werden, um ihre Intensität zu erhöhen. Doch Vorsicht! Lieber einige Male vorher ausprobieren, bevor das Make-Up zu stark wirkt.

Abbildung 2: Auch der Hintergrund sollte bei einem Zoom-Call bedacht werden. Bildquelle: @ Charles Deluvio / Unsplash.com

Fazit: Auch im Zoom-Call eine gute Figur machen
Im Grunde ist es kinderleicht: Anziehen wie auch sonst. Das Home Office ist getreu dem Namen das Office zu Hause. Weshalb also anders kleiden? Siegt die Bequemlichkeit, wirkt es schnell luschig. Siegt neu gewonnenes Engagement, wirkt es schnell aufgesetzt und peinlich. Gleich ist es bei Familienabenden und Calls mit Freunden. Putzt man sich heraus, verliert man rasch an Authentizität, hängt man in Schlabbersachen in seinem Sessel, machen sich alle Sorgen. Also am besten nicht verstellen, versuchen sich wie gewohnt zu kleiden und die Anlässe ernst nehmen, auch wenn sie digital stattfinden.

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