Dealer beherrschen Drogen-Park in Berlin
Kann eine Cannabis-Legalisierung das Problem lösen?

Eine Weltstadt mit einem glitzernden Nachtleben, interessanten und individuellen Menschen, zahlreichen Sehenswürdigkeiten und einem Ruf, der einer Hauptstadt würdig ist. Das ist Berlin. Doch die Einwohner kennen ihre Heimat auch von ihrer dunklen Seite. Einer der größten Brennpunkte befindet sich mitten im Stadtteil Kreuzberg, genauer gesagt im Görlitzer Park. Hier läuft der Drogenhandel immer mehr aus dem Ruder.
Egal ob morgens, mittags, abends oder mitten in der Nacht: Im Görlitzer Park herrscht für die Berliner Polizei zu jeder Tageszeit höchste Alarmbereitschaft, denn die Drogendealer arbeiten rund um die Uhr. Wie welt.de berichtet, beeindrucken regelmäßige Razzien und stetige Polizeipräsenz die Kriminellen im 14 Hektar großen „Görli“ wenig. Sie verkaufen weiterhin Marihuana und Rauschmittel, wie und wann es ihnen passt. Vor den Beamten haben sie keine Angst.
Dafür fühlen sich die Anwohner rund um den Park immer unwohler in ihrem Viertel. Denn die Dealer sind skrupellos: Sie bedrohen Familien, Geschäftsleute und Journalisten, die sich in ihr Territorium begeben oder schlecht über die Drogen-Händler berichten. Die Angst vor Racheaktionen der Dealer, die hauptsächlich aus West- und Zentralafrika stammen, ist groß. Die Angst, dass der Görlitz Park sich zu einem gesetzlosen Gebiet mitten in Berlin entwickelt, besteht.

Foto: Tim via Flickr
Doch statt in dieser Sache zusammenzuarbeiten, schieben sich Polizei und Justiz gegenseitig die Schuld in die Schuhe. Die Beamten kritisieren, dass bei Verhaftungen viel zu lasch durchgegriffen werden könne. Selbst wenn ein Dealer geschnappt werde, stünde er schon am nächsten Tag wieder an gleicher Stelle und verhöhnt die Polizei. „Früher haben die Drogenhändler wenigstens noch die Flucht ergriffen. Heute bleiben sie frech stehen und beschimpfen uns, dass wir sie nur wegen ihrer Hautfarbe verfolgen würden. Sie seien freie Männer und hätten das Recht, sich in dem Park aufzuhalten", erzählt Polizeiermittler Klaus Kandt auf welt.de.
Auch die Politik mischt sich mittlerweile in die Diskussion ein. Grünen-Politikerin Monika Herrmann schlägt vor, Marihuana zu legalisieren und in legalen Coffeeshops zu verkaufen. So würde man die Geschäfte der Dealer untergraben und das Drogen- und Gewaltproblem im „Görli“ lösen. Ihre Kollegen von der CDU lehnen dieses Projekt ab, da sie befürchten, Kreuzberg so zu einem Reiseziel für Drogentouristen zu machen.
Bisher scheint es nicht so, als wäre eine baldige Lösung der Situation im und um den Görlitzer Park in Sicht. Bis dahin müssen die Anwohner wohl oder übel weiterhin in Angst vor den Dealer leben.
Fotos: Eldad Carin / Shutterstock.com & A drug dealer selling portions of heroine, hashish and tabs via Shutterstock








