Themen: Festival, Tickets, Illegal
Der größte Festival-Schmuggler der Welt
Mann besuchte über 50 Festivals ohne Ticket.

Kostenlos zur Nature One, zu Tomorrowland oder auf das Coachella Festival? Klingt verlockend, ist es bei den Ticketpreisen aber oftmals nicht. Viele Musikliebhaber müssen daher oft auf das Festival-Erlebnis verzichten. Nicht so der Amerikaner Marcus Haney. Ihn interessieren weder Ticketpreise noch die Namen der Festivals. Denn er schleuste sich und seine Freunde einfach auf über 50 Festivals, ohne auch nur einen müden Cent dafür zu blechen. Wie er das anstellte, wir verraten es euch.
„DANKE an euch alle, die ihr einen Scheiß auf FAIR PLAY gegeben habt“, lautete das Statement der Veranstalter des Fusion Festivals im vergangenen Jahr, als sich während der vier Festivaltage mehrere tausend Menschen ohne Ticket auf das Gelände schmuggelten. Damit sorgten sie nicht nur für Aufregung unter den „legalen“ Ticketbesitzern, sondern auch für starke Einbußen bei den Betreibern. Alle waren sich einig: Sich ohne ein Ticket auf ein Festival zu schmuggeln geht gar nicht. Marcus Haney aus den Vereinigten Staaten sieht das ganz anders.
Der junge Amerikaner hat in seinem Leben nämlich noch nie Eintritt bezahlt. Seit 2010 hat er sich erfolgreich auf 50 Festivals geschmuggelt. „Bis jetzt habe ich noch nie bezahlt“, protzt Haney in einem Interview mit Vice.com. Seine Tricks sind dabei so kreativ, wie die Festivals selbst. Von gefälschten Armbändern über Verstecke in Klowagen bis hin zur Ausgabe als Künstler war alles dabei, was man einem Schmuggler unterstellen kann: „Wir haben uns Freitagmorgen um 4 Uhr reingeschlichen, alle komplett in Schwarz, sind über den Zaun gesprungen und haben unter den Anhängern und mobilen Klos geschlafen, bis das Festival mittags losging“, so Haney weiter.
a cool date would be #coachella pic.twitter.com/gCVI5iODdf
— rosemary (@Rosemaryemily) 3. Juli 2014
Zu seinen größten „Einbrüchen“ zählt er das Ultra Music Festival in Miami, das Coachella, Bonnaroo, Glastonbury und sogar die Grammy Awards. Geld hatte er dabei nur selten in der Tasche. Und selbst wenn, hätte er es nie für Tickets ausgegeben. Er weiß halt seine Prioritäten zu setzen. Schlecht fühlte sich der Student bei seinen Taten übrigens nicht: „Das erste, was ich denke, ist, ich tue niemandem weh. Stehle ich irgendwas? Stehle ich ein Ticket oder beraube ich das Coachella der Möglichkeit, Geld zu verdienen? Nein, das Coachella ist sowieso ausverkauft. Und dann frage ich mich, gibt es einen Weg, wie ich das drehen kann und das Gefühl habe, der ganzen Sache zu helfen?“, berichtet Haney. Marcus Haney ist übrigens kein armer Student, um das an dieser Stelle einmal festzuhalten. Ihm fehlt nicht das Geld, um sich Festival-Tickets zu kaufen. Er ist sogar einer der gefragtesten Fotographen der Musik- und Filmwelt und arbeitet für den TV-Sender HBO. Seine Schmuggel-Erlebnisse hat der Amerikaner auf Video festgehalten und will demnächst den Dokumentarfilm „No Cameras allowed“ mit all seinen Eindrücken veröffentlichen. Darin zu sehen: Wie schmuggel ich mich am besten auf ein Festival. In den Hauptrollen: Keine Stars, aber dafür der wohl größte Festival-Schmuggler der Welt.
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Foto: Sebastien Camelot via Flickr







