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Dr. Red klärt auf: Valentinstag
Der Bischof und die Konsumgesellschaft.

Der Valentinstag. Die einen lieben ihn, die anderen hassen ihn mit Inbrunst. Kein Mensch erinnert sich mehr daran, dass im 3. Jahrhundert nach Christus ein Bischof namens Valentin geheime christliche Hochzeiten abhielt oder dass er am 14. Februar gepackt und hingerichtet wurde. Auch egal, wenn die Gegener meinen, dass der Valentinstag frei erfunden wäre und an dem die Industrie gerne möchte, dass wir uns mit Geschenken bewerfen und Schokolade kaufen. Schließlich muss man das Loch zwischen Weihnachten und Ostern ja irgendwie füllen.
Die Anhäger argumentieren mit Liebe und Aufmerksamkeit. Das finde ich lustig, bin ich doch in einer festen Beziehung und kann aus Erfahrung sagen, dass man Liebe und Aufmerksamkeit sowie Blumen und Schokolade immer bekommt. Selbst an einem Sonntag klappt das. Ich empfehle hierfür übrigens den nächsten Bahnhof. Die Dinger sind inzwischen fast wie Supermärkte.
Neulich hat mir eine Freundin erzählt, sie fände den Tag toll, weil ihr Freund an jenem Tag besonders aufmerksam ist. Na toll, eine Tafel Schokolade, ein Essen mit ein wenig Chichi und schon musst du als Typ wieder 364 Tage, minus ihrem Geburtstag, wenn du dich daran erinnern kannst und Weihnachten, um nichts mehr kümmern. Sensationell.
Für mich ist jeder Tag Valentinstag, wenn ich ihn dazu machen will. Ich feiere keine Hinrichtungen, spiele nicht den Christ. Und mal ehrlich: Was ist es denn bitte wert, wenn dein Typ von Fernsehwerbung daran erinnert werden muss, dass er sich einmal um dich kümmert?
Ich bin raus, macht was draus. Bis gleich.
Foto: daftgirly via Flickr








