EDM: Schlechte DJs - Betrunkene Gäste
Will.I.Am über den EDM-Hype.

EDM ist hierzulande nicht so populär wie in den Staaten. Aber dennoch trifft Will.I.Am in einem Interview mit dem "New Yorker"-Magazin wohl den Zahn der Zeit. Über die Fähigkeiten von Guetta und Co. lässt sich ohnehin streiten. Ginge es aber nach dem "Black Eyed Peas"-Frontmann, so sollte EDM eigentlich heißen, und wir drücken es jetzt mal als O-Ton aus: "look-at-the-DJ-and-get-drunk music".
Vorab muss zu dieser Diskussion kurz gesagt werden, dass Will.I.Am damit explizit die DJs bzw. verbundene Musik meint, die gerade in Las Vegas großen Anklang findet. Tiesto hatte just dieses Jahr verkündet, dass er dem europäischen Markt sozusagen etwas den Rücken kehrt, weil in Vegas ein größerer Hype herrsche (wir berichteten). Einer, der in Europa seiner Meinung nach längst abgeflacht sei, wir hätten hier ja schon alles gesehen. Lieber Tiesto, ein solches Spektakel wie in Vegas, das wird wohl kaum einer gesehen haben. Die Frage ist aber auch: Muss man das zwingend? Und überhaupt: Was hat dieses Riesen-Blink-Blink-Show-Gehabe noch mit Musik zu tun?
Eine berechtigte Frage, scheinbar. Denn auch der Autor Josh Eells des "New Yorker"-Artikels "Kann Vegas mehr mit EDM verdienen als mit Glücksspiel?" stellt nach einer Nacht bei Tiesto fest: Mensch, da tanzt ja gar keiner mehr. Alle schauen sie den DJ an - und widmen sich vor allem einem: dem Saufen. Keine erstaunliche Entwicklung. Immerhin verdiente der Club XS beispielsweise im vergangenen Jahr 80 Prozent des Gesamtumsatzes nur mit Getränken. Manche Gäste sollen bis zu einer halben Million Dollar in der Nacht ausgeben. Irre. Da saufen die mal eben zwei Einfamlienhäuser weg.
Und natürlich: In Vegas steht eindeutig die Show im Vordergrund. Das ist, was Millionen Leute in der Vergnügungs-Metropole sehen wollen und wofür sie immense Eintrittspreise in Kauf nehmen. Was allerdings dann noch der DJ bzw. sein Können und die Musik an sich damit zu tun hat, das ist doch die Frage. Ob die Gagen in Anbetracht dessen gerechtfertigt sind, eine andere oft diskutierte.
Will.I.Am fügt jedenfalls noch hinzu: "In der Popmusik wird ein Hit dadurch bestimmt, wie oft er im Radio gespielt wird. Im 'DJ-Land' (gemeint ist Las Vegas, Anm. d. Red.) entscheidet das, wie viel Alkohol verkauft wird." Und er muss es ja wissen. Spielt er doch ab und an selbst in Vegas. Nur wer weiß, wie lange noch? Nach diesem nicht so netten Kommentar. Aber das scheint das Publikum ja seiner Meinung nach eh nicht mehr zu merken.
Foto: Flickr.com / ekai
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