Themen: Musik, Eurovision Song Contest, ESC
Eine Wurst für Österreich
Conchita gewinnt den ESC 2014.

Langweilig, langatmig und unglaublich unspektakulär. So könnte man den Eurovision Song Contest normalerweise beschreiben. Doch in diesem Jahr war der ESC alles andere als „normal“ und das dank einer bärtigen Frau namens Conchita Wurst, denn sie holte überraschend den Titel für Österreich nach Hause.
Sie hat lange schwarze Haare, einen zierlichen Körperbau, große Kulleraugen, die Stimme einer Diva und einen Bart, der ihre Weiblichkeit in Frage stellt. Denn Conchita Wurst heißt eigentlich Tom Neuwirth. Als sie, oder er, bekannt gab, dass sie beim Eurovision Song Contest antreten wolle, war das Gelächter und die Empörung vielerorts groß. Eine Travestie-Künstlerin als Teilnehmer beim ESC? Für Einige ein absolutes No-Go. Russlands Präsident Vladimir Putin und andere Politiker des Landes bezeichneten ihre Teilnahme sogar als „Ende Europas“, wie die FAZ berichtet.
Doch die Wurst setzte sich durch und sorgte für die wohl größte Überraschung in der Geschichte des ESC. Sie landete mit insgesamt 290 Punkten auf Platz Eins und holte mit ihrem Song „Rise like a Phoenix“ den Sieg für ihr Heimatland Österreich. Während sich Russlands Führungskräfte über den Sieg „des Es“ aufregten und sich wünschten, nach dem Zweiten Weltkrieg ihre Besatzungen nicht aus Österreich abgezogen zu haben, so die FAZ, widmete Conchita ihren Sieg der Toleranz, dem Respekt und der Akzeptanz.
Auch die Begeisterung in den sozialen Netzwerken war groß und inzwischen trägt jeder, der etwas von sich hält, einen schönen Bart a lá Conchita Wurst. Egal ob echt oder doch nur angeklebt.
Support Austria ! support #ConchitaWurst #support #Wurst #EurovisionSongContest2014 #Eurovision #Copenhagen pic.twitter.com/bncdMtrBpU
— Lia (@Angel_Kastiel) 9. Mai 2014
#ESC in #Kopenhagen: Mmmh, für wen diese Fans wohl die Daumen drücken? #ConchitaWurst pic.twitter.com/VTvupYfy4w
— FNP Frankfurt (@fnp_zeitung) 9. Mai 2014
Doch wer oder was steckt eigentlich hinter der Kunstfigur?
Eines ist ganz klar: Thomas Neuwirth überlässt bei Conchita nichts dem Zufall. Seine Figur der Conchita verfügt über einen komplexen Lebenslauf, demnach sie in den Bergen von Kolumbien geboren, aber in Deutschland aufgewaschen sei. Auch der Bart kommt nicht von ungefähr, denn Wurst trägt zwar einen, Neuwirth allerdings nicht. Weder Bart noch ihre schwarze Mähne sind echt, sondern dienen lediglich zum Polarisieren und zum Provozieren. In Wirklichkeit sieht Tom Neuwirth so aus:
For everyone who wants to know how #conchitawurst looks in normal life ;) pic.twitter.com/PKIwDs8D0z
— Claudia 丰 (@FluffyJumbiiie_) 8. Mai 2014
Doch nicht nur das Aussehen Conchitas, sondern auch ihr Name laden geradezu zum Parodieren ein, wie diese lustigen Bilder aus dem Netz beweisen:
#esc Unsere Favoritin bisher. Eindeutig. #ConchitaWurst pic.twitter.com/36CqgIGt6b
— extra3 (@extra3) 10. Mai 2014
#ConchitaWurst #EurovisionFR #EurovisionSongContest2014. PETIT CLIN D OEIL pic.twitter.com/XzswMFsmke
— PoliceDayt (@PDayt) 10. Mai 2014
#ConchitaWurst op de fiets gespot #Kopenhagen #eurovision #coffeerun #Germany pic.twitter.com/S4uScPVo5m
— Hanzje (@Hanzje) 7. Mai 2014
Foto: Nikky Balfour via Twitter







