Facebook: Applaus, Applaus!
"Gefällt mir" fürs Ego.

Geteilt wird, was gerade im Kopfkino abgeht. Vom Kuss mit der Liebsten bis zum Vollsuff mit den Kumpels, quasi das Reality-TV im eigenen Facebook-Stream. Macht aber nur dann Spaß, wenn auch positives Feedback zurückkommt. Sozusagen der virtuelle Applaus fürs öffentliche Liebesgeständnis via Gefällt-mir-Angaben.
Dass die positive Resonanz auf unser Handeln tatsächlich das Ego streichelt, ist sogar wissenschaftlich erwiesen. Forscher der Freien Universität Berlin (FU) haben in einer recht kleinen Umfrage von 31 Teilnehmern das "Belohnungssystem" des Gehirns in Bezug auf Facebook-Nutzung untersucht. In dieser Region ginge es um Reize wie gutes Essen, Geld und Sex gehen - aber eben auch um die eigene Reputation.
Es gehöre zu den Wesensmerkmalen des Menschen, sich um seinen guten Ruf zu sorgen, erklärt Forscher Dar Meshi vom FU-Fachbereich Erziehungswissenschaften und Psychologie. Dabei würden speziell soziale Netzwerke immer wichtiger werden. Dort könne man sich immerhin einer breiten Öffentlichkeit präsentieren. Man will sogar herausgefunden haben, ob ein Teilnehmer Facebook oft oder eben weniger oft nutze. Je öfter man was teilt, desto mehr wird logischerweise auch nach Feedback geschaut - und aktualisiert, aktualisiert, aktualisiert...
Übrigens sagt eine andere Studie der Universitäten in Münster, Mainz und Göttingen, dass der Facebook-Nutzer im Allgemeinen ein ehrlicher Mensch sei und sich und sein Leben recht authentisch präsentiere. Komisch nur, dass selten jemand ein Foto von sich am Sonntagmorgen nach einer durchzechten Nacht mit dem jaulenden Kater im Bett postet. Das wäre doch mal authentisch. Immer nur die selbe Platte auflegen wird immerhin auch irgendwann langweilig.
Foto: Flickr.com / de:bug
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