Themen: Sex, Trend
Fragwürdig: Flatrate-Sex in Bordellen.
Der Spartarif im Discount-Puff.

Auch das älteste Gewerbe der Menschheit entwickelt sich weiter. Schließlich wird es in Sachen Sex bekanntlich nie langweilig. In den Schweizer Bordellen erfreut sich derzeit der sogenannte Flatrate-Sex immer größerer Beliebtheit, auch in Deutschland ist diese Art der Prostitution weiterhin gang und gäbe.
Flatrate-Sex. Freier, die sich für dieses Angebot entscheiden, zahlen nur einmal, können dafür innerhalb eines gewissen Zeitraumes mit so vielen Prostituierten schlafen, wie sie wollen. Das gängigste Angebot in der Schweiz ist dabei zwei Stunden lang mit so vielen Frauen zu verbringen, wie Mann will oder bzw. kann - und das für 300 Franken, also knapp 240 Euro. Seitdem boomt das Geschäft vieler Bordelle mehr denn je. Doch im Grunde lohnt sich der Flatrate-Sex für die Betreiber mehr, als für die Kunden. Die meisten Gäste stoßen nämlich schon nach dem zweiten Nümmerchen an ihre Grenzen und können nicht mehr. "Auch wenn die Männer mit so vielen Frauen und so oft sie wollen Sex haben könnten, die meisten schaffen es im Durchschnitt zweimal", so eine Clubbesitzerin aus der Schweiz.
In Deutschland hingegen gilt dieses Modell als sehr umstritten. Eine ganze Kette so genannter "Flatrate-Clubs" wurde in 2010 in Heidelberg, Wuppertal, Stuttgart und Berlin geschlossen, da die Prostituierten illegal in Deutschland und keine 21 Jahre alt gewesen seien. Die Zuhälter lockten rumänische Frauen und Mädchen mit Jobversprechen nach Deutschland, doch ließen sie nur in Bordellen anschaffen.
Bis heute werben Bordelle mit "20 Minuten Sex für 20 Euro – der Spartarif im Discountpuff" oder "Sex so oft du willst, so lange du willst und wie du willst – zum Flatrate-Preis von 70 Euro". Seit Einführung des Prostitutionsgesetzes ist das legal. Cathrin Schauer von der Huren-Hilfe KARO sagte in einem Interview mit der BILD aus 2012: "Durch das Gesetz ist es viel schwieriger geworden, die Opfer zu identifizieren. Der Zwangsprostitution sind Tür und Tor geöffnet: Die Frauen haben gültige Papiere, die Dokumente passen, sie dürfen hier arbeiten. Alles sieht legal aus. Die Polizei hat keine Zugriffsmöglichkeiten. Aber die Frauen werden unter Druck gesetzt und können sich nirgendwo hinwenden, um Hilfe zu holen."
Politiker haben in der Vergangenheit immer wieder eine Genehmigungspflicht für Bordelle und das Verbot solcher Sex-Flatrates gefordert. Erst im vergangenen Jahr scheiterte die Stadt Trier gegen ein dort ansässiges Flatrate-Bordell.
Bildnachweis: Ich-und-Du / pixelio.de
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