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Google-Suche: Tschüss Autokorrektur?

Urteil des Bundesgerichtshofes gesprochen.

Werden Suchbegriffe bei Google eingeben, können die automatischen Vorschläge manchmal belustigen, oft schaden sie Menschen aber persönlich. Das hat jetzt ein Ende. Durch ein Urteil des Bundesgerichtshofes ist Google ab sofort dazu verpflichtet, Suchvorschläge zu löschen, bei denen sich Menschen persönlich benachteiligt fühlen.

Schon oft wurde die automatische Suchfunktion von Google in Frage gestellt. Klagen dürfte der Internetriese inzwischen gewöhnt sein. Doch verloren hatte der Konzern bisher nie. Bettina Wulff ist das wohl prominenteste Beispiel für eine Klage gegen Googles Autokorrektur. Sie verklagte die Suchmaschine, da ihr Name bei der Suche stets mit den Begriffen "Escort" und "Rotlichtvergangenheit" ergänzt wurde. 


Nun prozessierte ein Firmengründer gegen Google, weil sein Name in Verbindung mit "Scientology" und "Betrug" einher gehen würden. Diese Ergebnisse würden sein Geschäft negativ beeinflussen und ihn in seinen persönlichen Rechten verletzen. Google hingegen argumentierte damit, dass die Vorschläge nichts mit den tatsächlichen Suchergebnissen zu tun hätten, sondern lediglich widerspiegeln würden, was für Begriffe die User am häufigsten eingeben. Das Gericht kam zu dem Urteil, dass Google die automatisierte Suche zwar nicht abstellen müsse, aber dazu verpflichtet sei, die Ergebnisse zu löschen, wenn sich jemand dadurch beleidigt oder benachteiligt fühle. Die Richter sehen die Kombination des Namens einer Person mit kritischen Begriffen als Beeinträchtigung des Persönlichkeitsrechts durch einen "fassbaren Aussagegehalt". Die Worte "Herr XY Scientology" seien nicht nur eine Information darüber, was oft gesucht wird.

Zwar müssen jetzt nicht alle Vorschläge auf ihren Inhalt geprüft werden, sollte sich aber jemand mit dem Unternehmen in Verbindung setzen und eine Löschung fordern, so muss Google diese Fälle prüfen und gegebenenfalls eine Löschung vornehmen. Das dürfte ziemlich viel Arbeit für die Mitarbeiter mit sich bringen - oder sogar mehr Arbeitsplätze schaffen.


Bilder: Screenshot / Google.de;
            Flickr / meneame comunicacions, sl

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