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Ian Pooley ? In Other Words

Housemusic für die Jetztzeit

Tracklisting:
01. Intro
02. 5 am
03. It´s you
04. What I got feat. Tim Fuller
05. Heat feat. Perry Colo
06. Blue Interlude
07. Steppin´Out
08. Maestral
09. Last Nite
10. Learn feat. Robert Owens
11. The hippest hip
12. My kicks
13. Do the Thang
14. Closer


Die Gastauftritte auf dem Album sind genauso programmatisch wie spartanisch gesetzt. Da ist natürlich Chicago-House-Veteran Robert Owens zu nennen, der in bester Fingers Inc-Tradition in "Learn“ zu einem laziven Electro-Chanson anhebt. Oder Tim Fuller, der mit seinem sphärischen Falsett zu "What I got“ ansetzt. Bei "Heat“ wiederum verwandelt sich Ian Pooleys langjähriger Mainzer Keyboarder Ulf Kleiner in sein Electro-Alterego Perry Colo und sorgt für sphärische Orgelsounds. Gegen Ende wird es noch einmal funky, wenn die Samba-Glocke den Takt einschlägt und sich im Hintergrund ein fulminanter Beat nach oben schraubt oder das rhythmisch dichte "Closer“ als mächtiger Rausschmeißer heran rollt.

Insgesamt betrachtet, macht Ian Pooley mit diesem Album Housemusic lebendiger denn je. Er stößt mit seinem Soundverständnis Türen auf für alle, die Ohren haben und bereit sind, ihm zuzuhören. Aber hört doch einfach selbst rein - auf seiner MySpace-Seite hat er einige der Tracks eingestellt.

Veröffentlichung: 13. Juni
Label: Ministry of Sound

Kaufen bei amazon Als DJ hat Ian Pooley es verstanden, sich hierzulande rar, und damit umso interessanter zu machen. Das gleiche ist ihm mittlerweile auch als Produzent gelungen. Vier Jahre lang hat sich der Neuberliner Housemusic-Zampano Zeit gelassen. Vier Jahre sind seit seinem letzten Album "Souvenirs“ ins Land gegangen. Vier Jahre sind im Clubkontext schon eine halbe Ewigkeit. Pooley selbst interessiert das nicht. Er selbst sieht sich als Meister der Entschleunigung. In seiner gesamten Produktionslaufbahn ist er stets seinem Sound und seiner Vorliebe für lateinamerikanische Rhythmen treu geblieben, wie man sie von seinem "Evergreen" Coracao Tambor kennt. Diese Treue zieht sich wie ein roter Faden durch seine bisher erschienenen Longplayer. Auch sein am 13. Juni neu erscheinendes Album "In Other Words“ lässt keinen Zweifel daran aufkommen, dass sich Pooley immer noch auf deepen Latin-Pop-House versteht.

Von der Atmosphäre her kommen die Songs einer späten Fortsetzung seines "Meridian“ Albums aus dem Jahr 1998 sehr nahe. Ein Entwurf von Housemusic für die Jetztzeit. Sowohl das "Intro“ als auch "Blue Interlude“ wirken dabei als Ruhepole in einem funkelnden Klanggebilde. "5 am" ist zweifelsohne der Hit seines Albums und sollte in diesem Sommer unbedingt dabei sein, wenn es ums Feiern in der Sonne geht. "It’s you“ ist ein extrem massenkompatibles Stück Musik, aber deshalb noch lange nicht schlecht, lebt es doch von der filigranen Sample-Bearbeitung des slicken Funk-Klassikers "Can't hide your love" von David Joseph. Das Leben eines erfolgreichen DJs ist nicht gerade einfach. Ganz im Gegenteil, es ist recht arbeitsintensiv. Das ist auch bei Ian Pooley der Fall. Ausgedehnte Studioarbeit im heimischen Berlin steht im Kontrast zum sprunghaften Reisen in die pulsierenden Mega-Metropolen unseres Kontinentes. Pooley meistert den Balanceakt zwischen der Hektik der Clubs und der Ruhe im Studio - und das seit fast 20 Jahren.  Ian Pooley: Elektronik, deep und fortschrittlich.

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