Themen: Burgenland, Simmonds

Ian Simmonds: The Burgenland Dubs

Freude am Jazzen: ein Release der besonderen Art aus Jena.

Dieses Album ist was für elektronische Connaisseure, die sich Abends bei einem Glas Roséwein auf ihre Veranda setzen, in die Ferne blicken (oder sich hinter der nächsten Hauswand zumindest die Ferne vorstellen) und schlicht genießen können.

The Burgenland Dubs
– das klingt nach einem Trabanten aus dem Kruder & Dorfmeister-Kosmos, ist aber British-Sächsisch: Ian Simmonds Wurzeln liegen nämlich in der UK-Szene der ersten Neunziger-Hälfte, mit Releases auf Leckerli-Labels wie SSR, Ntone, !K7, Pussyfoot oder G-Stone. Alison Goldfrapp sang auf seinem 2000er-Werk „The Hill“. Mitte der Neunziger dann entstehen Kontakte nach Jena: Im Kassablanca ist Simmonds häufiger zu hören, schließlich lässt er sich hier sogar nieder und releast auf Musik Krause.
In die Burg Wendelstein, mitten im Weinanbaugebiet Unstrut-Tal im sachsen-anhaltinischen Burgenland (dem Redakteur war zugegebenermaßen bislang nur das österreichische bekannt), mietet er sich zum Spottpreis ein. Unter dem Einfluss von altem Gemäuer und faszinierender Natur richtet er sich sein Studio ein und beginnt an der Arbeit zum Album „The Burgenland Dubs“. Rückzug aufs Land, Eremitentum: So entsteht ein Album, wie man sich mithin die Genese eines Kultromans vorstellt. Unter der Diktatur fehlender Heizung, morscher alter Fenster und zweier harter Winter mit Eiskristallen im Bart bei minus 25 Grad, werkelt der Burgvogt Simmonds an seinen Tracks. Herausgekommen sind etüdenhafte Stücke mit viel Jam- und vor allem Jazz-Charakter, in denen es nur zwischenzeitlich um den präzisen Beat, wesentlich mehr jedoch um die Suche nach dem Ursprung des Groove geht. Anleihen aus dem Blues, rauchige Snare Drums: Das hier sind Adult Oriented Electronics, die an St. Germain erinnern und diese zugleich weit hinter sich lassen,  afro-amerikanischer Sound aus der ostdeutschen Provinz. Musik für die Veranda – aber eigentlich, das wird nach mehrfachem Hören klar, Musik, die man mit Kammer-Besetzung in den Jazzclubs des Landes hören will. Mal schauen, ob da was kommt – aktuell ist Simmonds jedenfalls erstmal mit einer 18-köpfigen Impro-Truppe in Japan auf Tour. Ob er sein Schloss untervermietet hat?

Tracks hier anhören!



Tracklist
01. Non Military Intro
02. Sands of Tunis
03. The Esel
04. Rootz
05. The Castle Dub
06. Diver
07. Speak
08. The Dog
09. Kon 1
10. Downhome
11. Dance of Dances
12. According Too
13. Wendelstein Variations
 
www.iansimmonds.de

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