Themen: Geld, Studium, Prostitution, Krass

„Ich gehe für mein Studium auf den Strich“

Zwischen Studium und Escort: Hannah* über ihr geheimes Doppelleben.

Sie ist jung, schön und hat außerdem Köpfchen. Hannah F.* (25) aus München studiert im 5. Semester Medizin und finanziert sich ihr Studium als Escort-Dame. Während sich die meisten ihrer Kommilitonen mit Kellnern oder als Aushilfe ihre Brötchen verdienen, trifft sich die junge Studentin mehrmals die Woche mit Kunden, um deren sexuelle Wünsche zu erfüllen.

Prostitution unter deutschen Studenten ist, soweit bekannt, nicht besonders weit verbreitet. In einer Umfrage unter Berliner Studenten, gaben nur knapp vier Prozent an, ihren Körper zu verkaufen, um ihr Studium zu finanzieren. Die Dunkelziffer könnte allerdings weitaus höher ausfallen.

Das war kompletter Zufall“, meint Hannah auf die Frage, wie sie zu diesem ungewöhnlichen Nebenjob gekommen ist. Im Zug wäre sie einmal mit einem anderen Mädchen ins Gespräch gekommen und sie war überrascht, wie offen die Fremde ihr über ihren Beruf erzählte. Am Ende des Gesprächs war Hannah extrem neugierig auf diesen Job und stellte sich mit Hilfe der neuen Bekanntschaft bei deren Agentur vor. Mit Erfolg, denn seit zirka einem Jahr arbeite Hannah bereits als Escort-Dame.

Die Fremde aus dem Zug ist inzwischen eine ihrer besten Freundinnen und außerdem eine der Wenigen, mit der Hannah ganz offen über das Thema sprechen kann: „Nur zwei meiner Freundinnen habe ich bis jetzt von meinem Nebenjob erzählt.“ Ihre Familie denkt übrigens, dass Hannah in einem Club arbeite. Den meisten ihrer Freunde hat sie irgend etwas über eine Eventagentur erzählt. Denn die meisten reagieren extrem negativ und ablehnend auf Hannahs Nebenverdienst.

Sexuell ist Hannah übrigens offen für viele Dinge. Doch in ihrem Agentur-Profil, in dem sich Kunden die Mädchen wie auf einer Speisekarte nach ihren Vorlieben aussuchen, werden gewisse Grenzen gesetzt. Am liebsten ist es Hannah, wenn sie für ein Girlfriend-Experience gebucht wird: „Eigentlich ein bisschen langweilig, aber ich mag das“, lacht Hannah. Es habe sie selber überrascht, wie sehr sie ihren Job genießt: „Ich stand schon immer auf Sex, wahrscheinlich mehr, als viele andere Mädchen und war auch immer sehr experimentierfreudig.“ Mit vielen ihrer Kunden, würde sie übrigens auch ohne Geld schlafen. Da habe sie Glück, dass sie für so eine exklusive Agentur arbeite.

Und wie sieht es mit der Sicherheit aus? „Ich habe mich glücklicherweise noch nie in einer Situation befunden, in der ich mich nicht sicher gefühlt habe“, so Hannah selbstsicher. Von Kolleginnen habe sie schon von Kunden gehört, die zum Beispiel nicht zahlen wollten oder auch mal ein bisschen grober waren. Für solche Kunden habe die Agentur extra eine Blacklist.

Bei der Frage nach ihrem unangenehmsten Erlebnis meint Hannah lachend: „Das hatte nichts mit Sex zu tun. Als ich fürs Studium einmal im Krankenhaus arbeiten musste, stand plötzlich ein Stammkunde mit seiner Tochter vor mir“. Das wäre beiden im ersten Moment natürlich ein bisschen unangenehm gewesen. „Aber man tut dann eben so, als würde man sich nicht kennen“.

Und warum arbeitet Hannah als Escort-Dame? „Ich könnte ja jetzt sagen, ich mache das nur, weil ich auf Sex stehe. Aber es ist eben auch einfach praktisch, dass ich so viel Geld in so kurzer Zeit verdienen kann. Schließlich ist mein Studium sehr zeitaufwendig“. Ihre Eltern, die ein Restaurant leiten, hätten sie zwar finanziell unterstützen können, aber auch nur bis zu einem gewissen Punkt. „München ist eben auch ein teures Pflaster,“ schmunzelt die rassige Halbitalienerin.

Was genau sie damit verdient, das hat sie uns übrigens nicht verraten: „Ich kann mir davon immerhin eine kleine Wohnung in zentraler Lage in München leisten.“ Man müsse aber auch recht viel Geld für sein Äußeres einplanen, damit man den Standard der Agentur erfülle: „Da gehen dann schon mal bis zu 1000 Euro im Monat für Kleidung, Make-Up und Kosmetiksalon drauf“.

Für immer möchte Hannah den Job aber nicht machen. Spätestens wenn sie sich an ihre Doktorarbeit setzt, soll Schluss mit dem lukrativen Nebenjob sein: „Naja, höchstens die Stammkunden vielleicht“, lacht sie herzlich. Beziehungen kommen für Hannah im Moment übrigens nicht in Frage: „Ist eben schwierig, aber ich bin ja noch jung. Dafür habe ich dann auch später noch Zeit.“

Bild: Studio portrait of naked back of woman in dark with hidden face & Young Woman taking money via Shutterstock

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