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IMS 2009: Guru Josh im Interview!

virtualnights traf Guru Josh auf dem International Music Summit in Ibiza.

Infinity startet ja gerade erst in den USA durch – ihr seid jetzt auf Platz eins der Dance Charts.

Unglaublich, oder? Ich meine, die Nummer heißt „Infinity 2008“. Wir haben 2009. Juni! Dass so etwas überhaupt vom Namen her funktionieren kann… aber der Track hat halt etwas Magisches. Und viele jüngere Leute kennen das Original gar nicht, weil sie einfach später geboren sind, die jetzige Version ist ihr erster Kontakt mit Guru Josh. Hier in Spanien bin ich unter den Kids bekannt wie ein bunter Hund, weil ich in der Klingeltonwerbung zu sehen bin und alberne Grimassen ziehe. In Deutschland kennt man natürlich den Namen Guru Josh und das Guru Josh Project, aber das Gesicht dahinter nicht unbedingt immer. Das ist manchmal auch ganz angenehm, etwas Anonymität wahren zu können!

Aber live vor Publikum spielen zu können, ist schon wichtig für Dich, oder? Ihr seid ja seit Monaten auf Tour, ein Ende ist nicht abzusehen.

Der Tourplan ist bis Jahresende dicht, und für 2010 gibt es schon unzählige Anfragen. Wir spielen momentan drei- bis viermal pro Woche. Ich liebe es, live zu spielen, ich habe glücklicherweise die Fähigkeit, Leute in den Bann zu ziehen und zu begeistern. I am a natural shaman! Deshalb ist das angenehme und leichte Arbeit für mich. Das Reisen ist der harte Teil der Sache, das macht einen verrückt. Am Gate irgendeines Flughafens rumzuhängen, und dann ist der Flug auch noch verspätet, man, das ist schlimmer als das Warten beim Zahnarzt! (sagt der studierte Dentalmediziner Guru Josh, d. Red.)

Die Frage muss kommen: Wann bringt Guru Josh das nächste Stück raus?

Ehrlich gesagt: Keine Ahnung! Momentan sind uns durch den Erfolg von Infinity ein bisschen die Hände gebunden. Wenn wir jetzt was Neues releasen würden, wäre die Nummer durch. Aber sie ist halt ein Longseller, auch dadurch, dass sie mit so großem zeitlichen Abstand rauskam in den einzelnen Gegenden der Welt. Da müssen wir noch eine Weile warten. So viel nur ist klar: Die nächste Nummer muss richtig gut werden, die Erwartungshaltung ist natürlich riesig Aber da mache ich mir keine Sorgen – wir haben eine Menge richtig guten Materials am Start.

Letzte Frage: Wie wird Ibiza 2009?

Es wird verdammt schwierig dieses Jahr. Survival of the fittest ist angesagt! Ich denke, dass nur die großen Partyreihen erfolgreich sein werden, viele kleine Reihen und neue Clubs sehen harten Zeiten entgegen. Vieles wird so schnell dichtmachen, wie es aufgemacht hat, denke ich. Es sind halt Krisenzeiten, da setzt sich nur das wirklich Gute und Bekannte durch. Deswegen bin ich sehr froh, mit Infinity so viel Erfolg zu haben – man vergisst schnell, dass alles auch ganz anders sein könnte.

Paul, vielen Dank für das Interview!

Und für alle, die das Original noch nicht kennen oder einfach mal wieder hören wollen:



www.myspace.com/gurujoshproject

200.000 Mal wird seine Partyhymne „Infinity 2008“ auf YouTube angeklickt – pro Tag. Immer noch befindet sich der Track in den deutschen Charts und startet anderswo erst jetzt durch. Wie es zu „Infinity“ und seiner Neuauflage kam und was Paul Walden aka Guru Josh noch schlimmer findet als das Warten beim Zahnarzt, verrät uns der Wahl-Ibizenker im Interview.

Guru, wie ist Dein Eindruck vom International Music Summit?

Ich finde es klasse. Besonders, weil die Leute hierher zu uns kommen, um Business zu machen. Das hat es vor dem IMS in dieser Form nicht gegeben. Praktisch für uns, da müssen wir nicht irgendwo hinreisen!

Über Infinity 2008 und seinen unglaublichen Erfolg wird auch auf den Panels des IMS oft gesprochen. Hättest Du damit gerechnet, dass eine fast 20 Jahre alte Nummer noch einmal so einschlagen würde?

Ich kann es eigentlich immer noch nicht so recht glauben. Infinity ist schon jetzt einer der, vielleicht der größte Track in der Geschichte der Dance Music. Schon das Original war ein riesiger Erfolg, holte Gold in mehreren Ländern inklusive Deutschland. Ich habe damals in der Hacienda in Manchester live gespielt und dann einen Track mit einem Saxophon drin produziert. Das fand am Anfang keiner gut, von den 500 Promos sind wahrscheinlich 300 direkt im Hausmüll der bemusterten DJs gelandet. Mike Pickering, den man auch von den M People kennt, hat den Track dann auf einer Party gespielt und ihm den Durchbruch ermöglicht. Infinity ist zu einer regelrechten Hymne des Hacienda geworden und hat dann europaweit Beachtung gefunden.

Infinity 2008 ist ein weltweiter Hit, so ein Comeback hat bislang kein Dance-Track geschafft. Wie erklärst Du Dir den Erfolg?

Dass Infinity noch einmal so ein Comeback erleben konnte, haben wir vor allem Tiësto zu verdanken, der das Stück auf seiner „In Search of Sunrise“-Tour rauf und runter gespielt hat. Er mochte schon das 1990er-Original und ist ein wahrer Botschafter für die neue Version geworden. Dann haben es immer mehr DJs in ihre Sets aufgenommen und es wurde ein Selbstläufer. Moby hat den Track auf einem Festival in den USA gespielt, als Opener. Die Leute sind so ausgetickt, dass er das Stück direkt zweimal hintereinander gespielt hat.
Das Internet, YouTube vor allem, hat dafür gesorgt, dass die Nummer weltweit bekannt wurde. So etwas gab es 1990 ja noch nicht, heute kann man mit dem Web alle Grenzen durchbrechen. Und so wurde der Track schließlich in einem Land nach dem anderen veröffentlicht, zuerst bei Euch in Deutschland, dann England, Frankreich und so weiter. Wir haben bislang zwei Millionen Stück verkauft und vier Millionen Klingeltöne. Zusätzlich ist Infinity 2008 auf 190 Compilations vertreten.

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