Thema: Code

Interview: Bela B über Code B

Bela B meets Didi Stahlschmidt.

Was verbindet dich mit Dortmund, mit dem Ruhrgebiet?
Ich bin recht häufig in Dortmund, da mein bester Freund hier wohnt und ich eine lange Freundschaft zu den Chainsaw Hollies habe. Seit den 80er Jahren ist die Reise nach Dortmund schon fast wie ein bisschen Urlaub für mich. Ich liebe die direkte Mentalität hier, die Offenheit und Freundlichkeit. Und natürlich war ich als Fußballfan – von FC St. Pauli -  auch schon im Stadion und gestehe, dass ich mehr BVB-Fan als Schalker bin. Insgesamt bin ich sehr gerne ein der Region, weil da verdammt viel Rock´n´ Roll in der Luft liegt. Ich finde das Ruhrgebiet klasse.

Du bist großer Fan und Anhänger des FC St. Pauli. Wann spielt der BVB das nächste Mal gegen euch?

Natürlich in der nächsten Saison! Im Ernst, unser Ziel ist die Bundesliga. Wir wollen in der nächsten Spielzeit gegen die Bayern oder Dortmund spielen, nicht gegen Augsburg oder Paderborn. Bisher spielen wir recht ordentlich, hatten ein paar Mal Glück gehabt und haben natürlich eine coole Mannschaft und super Fans. St. Pauli ist Kult!

Kurz zurück zum Ruhrgebiet und der Kulturhauptstadt 2010. Was ist von der bei dir in Hamburg angekommen?

In den Medien ist das schon recht präsent, wird aber nicht wirklich wahrgenommen. Ich persönlich finde das extrem wichtig für die Region. Hier muss viel passieren. In den letzten 10 Jahren ging es etwas bergab mit dem Ruhrgebiet – Schließung, Entlassungen Opel oder Karstadt. Und Zukunftsangst. Und gerade für Dortmund im Herzen des Ruhrgebiets ist der Ansatz Kultur sehr wichtig und richtig.

Ein Blick in die Zukunft: Was macht Bela B im nächsten Jahr?
Nun kommt erst einmal die Tour bis zum 9. Dezember. Ich stehe im stetigen Kontakt und Austausch mit Farian und Rodrigo. Wir unternehmen teilweise auch was zusammen und genießen eine unbeschwerte Freundschaft. Aber wir werden uns erst im Sommer über die Zukunft der Ärzte unterhalten. Bis dahin werde ich einige Festivals spielen und auch das Theaterspiele steht auf dem Programm – eine kleine Indie-Produktion in Hamburg, wo ich einen schwulen Auftragskiller spiele. Und ansonsten freue ich mich auf ein wenig Privatleben. Ich habe seit fünf Jahren meine CDs und Platten nicht sortiert, und auch wenn das banal oder bieder klingt, sind das die Kleinigkeiten, auf die ich mich richtig freue.

Vielen Dank für das Interview und viel Spaß & Erfolg auf der Tour zu „Code B“.


Auch wenn viele Konzerte schon lange ausverkauft sind, so gibt es zum Beispiel für das Konzert am 3.12 in Bielefeld (Ringlokschuppen) noch Karten. Also: beeilen!

Interview: Didi Stahlschmidt

Zurück zu „Code B“ – bedeutet es dir mir als dein Debütalbum „ Bingo“?
Das neue Baby ist natürlich das bevorzugte. Wobei ich mein erstes Album „Bingo“ liebe. Das jetzige ist aber die logische Konsequenz aus dem ersten und wesentlich persönlicher. Ich habe fast alles selbst gemacht, mich im wahrsten Sinne selbst produziert, es zum Egotrip ausufern lassen. Code B ist reduzierter, um im Kleinen das Große zu finden.

Und wie nehmen die Fans das Album an?

Wir spielen live 50% von Bingo und 50% vom neuen Album. Es kommt sehr gut an, dass es auch um 100% Abfeiern geht, bei einer geordneten und geilen Show. Bei den Singles regieren die Fans natürlich heftiger, Doch das ganze Konzert durch gibt es nie Stillstand, alles ist in Bewegung.

„Code B“ hat viele Gesichter: Punk, Rock, Wave, Folk... – wie definierst du es selbst?
Das ist nicht einfach zu fassen, es ist von jeden etwas – etwas Rock, etwas Punk und ich nenne den Stil mittlerweile als Eigendefinition als „Bingo Rock“. Insgesamt hat die Musik ihre Wurzeln in den 60er Jahren mit etwas Twang und einem Hauch von Filmmusik.

War das Gitarrespielen bei der neuen Platte eine neue Erfahrung für dich?
Oh ja, es war was ganz besonders für mich. Ich habe seit Bingo viel gespielt, viel geübt und ausprobiert. Ich habe mich selbst damit herausgefordert und bin sehr stolz auf das Ergebnis. Natürlich bin ich keine Konkurrenz zu Farian oder Rod, aber ich habe von meiner Crew nach dem ersten Konzert viel Lob bekommen. Auch wenn ich doch etwas aufgeregt war, weil die Situation gerade live auf der Bühne eine ganz andere ist – singen, spielen, das Auge mitrocken lassen und dabei noch gut aussehen. Aber eine tolle Erfahrung.

Zum Visions-Jubiläum warst du schon im neuen FZW. Was hältst du von dem Neubau?
Ich war tatsächlich zum Visions Festival das erste Mal in dem Neubau. Sehr beeindruckend. Im alten FZW war ich auch einige Male und wunderte mich über die direkte Lage im Wohngebiet und den Flachbau. Das hätte im Inneren auch genau so gut ein Club in Berlin sein können. Das neue hingegen ist eine ganz andere Liga. Ein richtig gutes Konzept, ein guter, wenn auch sehr trockener Sound und sehr Musiker- und Crew-freundlich. Geiler Laden - nur witzig, dass man den Namen beibehalten hat, da das neue mit dem alten so gar nichts zu tun hat.Du bis Schauspieler, Verleger/ Autor/ Hörbuchsprecher/ Musiker... Wie sieht da deine eigene Prioritätenliste aus?

Autor ist etwas weit her geholt. Ich habe ein paar Zeilen veröffentlicht, aber ein richtiger Autor bin ich nicht. Ich habe der Musik alles zu verdanken und gönne mir die Narrenfreiheit, mich auszutoben. Spaß und Abwechslung von der Musik ist einfach klasse. Beim Film bist du beispielsweise ein Teil des Teams, bist Teil einer großen Gemeinschaft. Fast ein wenig wie Urlaub machen. Mein Comicverlag war dann nicht ganz so erfolgreich, aber die Jungs machen weiter. Doch es hat riesig Spaß gemacht!
Eine kurze Formel für den Eintritt in eine große Welt, die Maske gelüftet und Rock´n´Roll im Herzen: „Code B“ und Bela B. Er ist zurück, ohne überhaupt weg gewesen zu sein. Nur steht sein Solo-Projekt und das zweite eigene Album nun im Hauptfokus und nicht die zweite Band „Die Ärtzte“, die ihn berühmt gemacht hat.

Bela B hat gerade seine gleichnamige Tour zur neuen Platte „Code B“ gestartet, drei Jahre nach dem Debütalbum „Bingo“. Mit einer neuen musikalische Handschrift und viel Tiefgang sprach er kurz nach dem Tourstart mit Didi Stahlschmidt über Musik, das Album und Fußball.

„Herr B ist zurück... alles wird sich zum Guten wenden“ heiß es auf deiner Homepage. Waren die letzten drei Jahre seit dem Album „Bingo“ so schlimm?
Nein, natürlich nicht. Die Sonne schien für mich überall und es war eine richtig gute Zeit. Nur leider konnte ich die FDP als Regierungspartei nicht verhindern. Schade!“

„Entdeckungsreise in meinen, mir selbst bisweilen fremden Kosmos“ sagst du selber über Code B. Wie sieht dieser Kosmos aus?

Dieser Kosmos hat viel mit den Texten zu tun. Es ist eine Art Zutritt zu meiner Seele, meine Gefühlswelt. Na klar, auch wieder ein Egotrip von mir. Doch viele der Texte überraschten mich selbst nach einiger Zeit, einigen Rexflexionen. Es ist ein wenig wie eine Therapie, es fließt viel von mir selbst ein und somit denkst du auch später immer wieder drüber nach.

Wie Songs fallen dir da ein?
"Als wir unsterblich waren" zum Beispiel ist ein enorm komplexer Text, sehr komplizierter und ich habe beim Schreiben viel nachgedacht. „Altes Arschloch Liebe“ hingegen habe ich im etwa 10 Minuten fertig gehabt und bei „Liebe und Benzin“ gab es unzählige Varianten, Abwandlung und eigentlich sollte es ursprünglich ein Rockabilly Stück werde. Doch ich bin froh, überredet worden zu sein.

Was wäre passiert, wenn du als kleiner Junge nicht das Schlagzeug im Keller eines Freundes entdeckt hättest?
Ach ja, das Drumset des Freundes meiner Schwester. Das ist eine gute Frage. Eigentlich habe ich schob als Kind zu KISS oder anderen Bands mit Kochlöffeln auf Kissen getrommelt.

Aber du wärst doch kein Polizist geworden, oder?
Nee, sicherlich nicht. Der Punkrock hat mich nach zwei Wochen dort wieder rausgeholt. Wobei die Polizei sicherlich mit den Jahren kein Feindbild mehr für mich ist. Das mit der Musik musste wohl so sein.

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