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Ist EDM sexsistisch?

Niedrige Frauenquote in der EDM-Szene.

Die Festivalsaison steht in den Startlöchern und zahlreiche Veranstalter basteln an ihrem Line-Up für den Sommer. Doch schaut man sich die gebuchten Acts für EDM-Festivals rund um den Globus mal genauer an, fällt eines auf: Es sind verdammt wenig DJanes dabei. Doch woher kommt dieser Mangel? Ist EDM etwa sexistisch?

Für das Ultra Music Festival in Miami in diesem Jahr rund 250 Acts gebucht. Davon sind allerdings gerade einmal fünf Prozent weiblich, also 12 Acts, erzählte Adam Russakoff, Executive Producer des Event. „Ich wünschte, wir hätten mehr Auswahl, aber ich werde keine Frau buchen, nur weil sie eine Frau ist. Wir buchen auf Basis der Musik, nicht des Geschlechts“, so Russakoff. Generell keine schlechte Einstellung, aber bedeutet das auch, dass Frauen schlechtere DJanes sind?

Nein. Vielmehr lässt es vermuten, dass sich einfach noch zu wenige Damen an die Technik trauen. Wer ein DJ sein will, der muss sich auch mit der zugehörigen Technik auskennen und das ist nach wie vor eine Männerdomäne. Des Weiteren werden DJanes von manchen Clubbesuchern nicht wirklich ernst genommen. Grund dafür sind weibliche Diskjockeys, wie Micaela Schäfer, die zwar nicht viel drauf haben, aber viel Haut zeigen. Während die einen Oben ohne DJanes als eine Marktlücke bezeichnen, dürften echte DJanes dies wohl etwas anders sehen. Zumindest Nina Kraviz verurteilt den Sexismus in der Branche schon seit langem und verzichtet gerne auf, nur mit ihren Reizen zu punkten.

Doch es besteht Grund zur Hoffnung, das behauptet zumindest Liz Miller von Atlantic Records: „Das beste Zeichen (dass es mehr weibliche Akte sein) ist, dass es eine ganze Generation gibt, die EDM als ihre zweite Natur sieht“. Und dazu gehören halt auch viele Frauen. Das verdanken wir dem EDM-Boom. Es könnte also durchaus möglich sein, dass es in den nächsten Jahren mehr als nur drei Frauen unter die Forbes „reichsten DJs der Welt“ schaffen. Momentan allerdings wollen einfach noch zu viele Frauen einen anderen Berufsweg einschlagen.

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Foto: ra2studio via Shutterstock

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