Thema: zdf
Joko & Klaas "angeklagt"
Tagt jetzt der Fernsehrat?

Es will einfach kein Ende nehmen. Nach Jokos Grabsch-Attacke in der ZDFneo-Sendung neoParadies auf eine Messehostess, für die er und sein Kumpane Klaas sich bereits mehrmals entschuldigten, folgt nun ein weiterer Hieb gegen das Moderatoren-Duo: Einige Blogger haben Beschwerde beim Fernsehrat eingereicht.
Die Blogger wollen die Sache anscheinend nicht einfach so auf sich beruhen lassen. Man habe letzten Endes genug von lahmen Entschuldigungen für sexuelle Belästigungen. Frauen würden als Objekte, die sexuelle Belästigung und Vergewaltigung von Frauen und die damit verbundene Entwürdigung verharmlost und als belustigend dargestellt dargestellt werden. Außerdem würde die Szene zur Nachahmung einladen.
Und es kommt noch heftiger: Die Blogger-Beschwerde richtet sich nämlich nicht nur gegen Joko und Klaas, mit "angeklagt" sind alle mit der Produktion der Sendung in Verbindung stehenden Mitarbeiter/innen des ZDF sowie der Produktionsfirmen. Die Blogger fordern: eine unmissverständliche, öffentliche Entschuldigung und eine Verpflichtung, die Intimsphäre von unbeteiligten Personen zukünftig zu respektieren.
Auszug aus dem Beschwerdeschreiben:
In der gesamten Filmsequenz werden die sexuelle Belästigung und Vergewaltigung von Frauen und die damit verbundene Entwürdigung verharmlost und als belustigend dargestellt. Sie stellt Frauen als Objekte dar, die man beliebig anfassen kann, und lädt zur Nachahmung ein. Damit leistet die Sendung eines öffentlich-rechtlichen Fernsehsenders einer frauenfeindlichen Kultur der Übergriffigkeit Vorschub, wo der Bildungsauftrag es im Gegenteil gebieten würde, Aufklärungsarbeit zu leisten.
Mit der sexuellen Belästigung einer unbeteiligten Person wird das Prinzip der Menschenwürde verletzt, das nicht nur im Grundgesetz steht, sondern dem sich auch das ZDF in §3, Abs. 3 seiner Satzung noch einmal explizit verpflichtet, wo es heißt: "Die Anstalt hat in ihren Angeboten die Würde des Menschen zu achten und zu schützen. Sie soll dazu beitragen, die Achtung vor Leben, Freiheit und körperlicher Unversehrtheit, vor Glauben und Meinung anderer und auch vor Natur und Umwelt zu stärken. Die sittlichen und religiösen Überzeugungen der Bevölkerung sind zu achten. [...]"
Gegen diese Verpflichtung hat das ZDF mit der Produktion und der Ausstrahlung der betreffenden Sequenz eklatant verstoßen. Daran ändert auch die Stellungnahme des Senders auf verschiedene im Internet veröffentlichte Beschwerdeschreiben nichts, die Berührungen seinen "lediglich angedeutet" gewesen, das "Filmteam inklusive unserer beiden Moderatoren" habe "nach dem Dreh noch einmal mit der Messehostess gesprochen" und die Ausstrahlung sei "mit ihrem Einverständnis" erfolgt.
Die Produktion und die Ausstrahlung der betreffenden Sequenz sind inakzeptabel. Wir fordern deshalb den Fernsehrat auf, die Verantwortlichen zu ermitteln und eine klare und unmissverständliche öffentliche Rüge gegen diese auszusprechen. Zu den Verantwortlichen gehören neben den Moderatoren alle an der Produktion dieser Sequenz oder an ihrer Ausstrahlung beteiligten Redakteur/innen und sonstigen Mitarbeiter/innen des ZDF und der Produktionsfirmen "Endemol" und "strandgutmedia". Des Weiteren fordern wir die Verantwortlichen beim ZDF und den beteiligten Produktionsfirmen auf, sich unmissverständlich öffentlich zu entschuldigen und sich zu verpflichten, die Intimsphäre von unbeteiligten (oder als unbeteiligt inszenierten) Personen zukünftig zu respektieren und sich allgemein an den §3, Abs. 3 der Satzung des ZDF zu halten.
Foto: ProSieben, Marcus Hoehn
Hand aufs Herz, aber bitte nur aufs eigene: Irgendwann muss doch auch mal gut sein, oder?
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