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Klagen gegen Apple und Abercrombie & Fitch

Unwürdige Bedingungern für die Mitarbeiter.

Immer mehr Angestellte von Apple und der Modekette Abercrombie & Fitch sollen gegen ihre Arbeitgeber vorgehen. Kein Wunder: In Hamburg sollen zuletzt 32 Mitarbeiter des örtlichen A&F-Stores entlassen worden sein, weil sie sich weigerten von der Nacht- in die Tagesschicht zu wechseln. Bei den meisten dieser Angestellten habe es sich um studentische Hilfskräfte gehandelt, welche nicht tagsüber arbeiten konnten. Andere Mitarbeiter wiederum sollen freiwillig gekündigt haben, weil sie die ständigen Körperkontrollen, angeblich zur Diebstahl-Prävention, und die strengen Kleidervorschriften nicht mehr ertragen konnten. 

Martin Thiel und seinen Kollegen im Apple Store am Hamburger Jungfernsteg sei es sogar verwehrt worden, an einem Seminar zum Thema Arbeits- und Betriebsrecht teilzunehmen. Immer wieder hätten die Geschäftsführer neue Gründe gefunden, die die Mitarbeiter daran hinderten, an dem Seminar teilzunehmen. Erst nachdem Thiel das Arbeitsgericht hinzugezogen haben soll, erlaubten die zuständigen Ortsleiter den Mitarbeitern an der Fortbildung teilzunehmen. In einer anderen Apple-Filiale in der Stadt seien sogar Überwachungskameras auf den Mitarbeiter-Toiletten installiert worden.

Doch warum tun sich US-Unternehmen mit dem deutschen Recht so schwer? In vielen amerikanischen Unternehmen sollen die oben beschriebenen Zustände auf der Tagesordung stehen. Expandieren die Firmen ins Ausland, so nehmen sie meist auch ihr Arbeitsrecht mit. Da es sich bei den Unternehmen um Betriebe handelt, welche sich mit ihrem Hauptsitz außerhalb Deutschlands befinden, ist es für das deutsche Recht schwer, sofort und effektiv in für Mitarbeiter unwürdige Situationen einzugreifen. Was die Firmenbosse selbst allerdings bei ihrem Verhalten nicht zu beachten scheinen ist, dass ihr Ruf hierzulande leidet.

Zu was diese Einstellung führen kann, erlebte in den 90er Jahren die Supermarkt-Kette Wal-Mart. Hier wurde den Mitarbeitern in den Filialen verboten untereinander jeglichen privaten Kontakt zu pflegen, geschweige denn eine Liebesbeziehung. Diese Vorschrift wurde zwar schnell durch das deutsche Recht gekippt, allerdings war der Ruf von Wal-Mart so hinüber, dass sich die US-Kette nicht mehr in Deutschland etablieren konnte.


Bilder: Flickr/ Spencer Edwards; Jake

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