Themen: Lifestyle, Beruf, Generation Y

Liebe, Geld und Freizeit: Bist du zu anspruchsvoll?

So tickt die Generation Y wirklich.

Sie wird vielfach in den Medien diskutiert und bekommt die unterschiedlichsten Eigenschaften zugeschrieben: Die Generation Y gilt als schwer fassbare Gruppe, wird mal bedauernd, mal tadelnd betrachtet. Insbesondere aus Arbeitgebersicht scheint es schwierig, diese Kohorte zu verstehen, da sie eine sehr unterschiedliche Haltung zu Arbeit und Leben mitbringt als die vorherige Generation.




1. Wer ist die Generation Y?

Die Generation Y umfasst die Bevölkerungsgruppe, die zwischen 1990 und 2010 zu den Teenagern gehörte. Zeitlich eingeordnet ist sie die nachfolgende Generation nach den Babyboomern. Sie kann aus verschiedenen Blickwinkeln betrachtet werden, die ein facettenreiches Bild auf diese Menschen werfen, die gerade auf den Arbeitsmarkt strömen.

1.1. Soziokulturelle Hintergründe

Wie in allen Generationen hat die Eltern-Generation natürlich einen bedeutenden Einfluss auf die Entwicklung der nachfolgenden. In der sich immer schneller entwickelnden Welt ist eine Kluft auf Dauer nahezu unausweichlich. Die Elterngeneration der Generation Y, die Babyboomer, zeichnet sich durch einen sehr geburtsstarken Jahrgang aus und wird auch als Wohlstandsgeneration bezeichnet. Sie erlebte in ihrer Prägephase erleichterten Zugang zu Bildung, mehr Freizeit, bessere Löhne und die Entwicklung neuer Medienformen wie Fernsehen oder Comics. Entsprechend sicher und positiv wuchs ein Großteil dieser Generation auf, mit spürbarem Einfluss auf Politik und Gesellschaft.

Diesen Optimismus will die Eltern-Generation nun auch an die Generation Y weitergeben, die im Vergleich allerdings sehr geburtenschwach ausfällt. Die Eltern bemühen sich um freie Entfaltungsmöglichkeiten für ihre Kinder und möchten zum Großteil, dass ihre Kinder eine höhere Bildung erreichen.

1.2. Bildung und Erfahrung

Generation Y gilt als gut gebildet. Ein großer Teil dieser Kohorte hat einen Studienabschluss, denn der Zugang zu Hochschulen und Universitäten ist für diese Bevölkerungsgruppe bedeutend leichter gewesen als für ihre Elterngeneration. Auch der Einfluss des Internets ist nicht zu unterschätzen. Generation Y ist mit einer exponentiell gewachsenen Online-Welt groß geworden und gilt als eine Kohorte von Digital Natives. Sie ist es gewohnt, Informationen zu den verschiedensten Themengebieten innerhalb kürzester Zeit abrufen zu können. Darüber hinaus hat sich der Einfluss der Medien hierdurch noch verstärkt. Nachrichten aus aller Welt erreichen diese Bevölkerungsgruppe über mehrere Kanäle gleichzeitig. 

Doch die Generation Y ist auch Zeuge vieler Krisen. Sie erlebte die Anschläge am 11. September, die Weltwirtschaftskrise und Krieg im Nahen Osten; was nur eine Auswahl aus der Bandbreite an Bildern, mit denen diese Menschen aufgewachsen sind, ist. Allein hieraus resultiert ein relativ hohes Sicherheitsbedürfnis sowie ein starkes Bewusstsein für eben solche Krisen und ihren Einfluss auf die globale Gesellschaft.

Auch bildungstechnisch ist die Generation Y von ihren Babyboomer-Eltern geprägt. Diesen wird allgemein ein starkes Bedürfnis zugeschrieben, ihren Kindern mehr bieten zu können, als sie selbst gehabt haben. Diese Generation, die in der Nachkriegszeit geboren wurde, ist es gewohnt, mit harter Arbeit ihr Ziel zu erreichen und wünscht sich für ihre Nachkommen eine Welt mit freieren Entfaltungsmöglichkeiten. Schulreformen und bessere Bildungsangebote gelten als Garant für einen erfolgreichen Start ins Berufsleben, doch nach wie vor haben Kinder gut verdienender und gut gebildeter Eltern entscheidende Vorteile. Durch das Bafög ist es zwar mehr jungen Menschen möglich geworden, nach der Schule einen Studienabschluss anzustreben, doch häufig ist es so, dass diese Menschen nur wenig Unterstützung aus ihrem sozialen Umfeld erfahren (können), da sie die ersten in ihrer Familie sind, die eine Hochschule oder Universität besuchen. Den Eltern fehlt die akademische Erfahrung, weshalb die Kinder auf ihrem Studienweg auf sich selbst gestellt sind. Insbesondere geistes- oder sozialwissenschaftliche Fächer, hinter denen kein festgelegtes Berufsbild steht, erfahren in einem solchen Umfeld wenig Verständnis, wie auf arbeiterkind.de zu lesen ist.

Durch die zu großen Teilen akademisch geprägte Ausbildung drängt diese Altersgruppe erst verhältnismäßig spät in ihrem Leben auf den Arbeitsmarkt.



1.3. Zeitgeist

Sozialpolitisch ist es für die Generation Y schon aufgrund ihrer verhältnismäßig geringen Dichte schwierig, sich gegen die vorherigen Generationen durchzusetzen. Aufgrund des demographischen Wandels sehen sich die Jungen vielen Alten gegenüber. Allerdings führt dies nur bedingt zu einer Politikverdrossenheit, wie sie der Generation Y häufig vorgeworfen wird. Das Interesse für politisches Geschehen drückt sich allerdings nicht nur in einer Parteizugehörigkeit aus und beschränkt sich nicht nur auf nationale Zusammenhänge.

Durch die mediale Vernetzung und die permanente Verfügbarkeit des Internets auf Computern und mobilen Geräten denkt diese Generation häufig in einem globalen Kontext. Politisches Handeln findet für sie nicht bloß in Wahlen statt, sondern bereits beim täglichen Einkauf und beim Engagement in einzelnen Themengebieten wie Flüchtlingshilfe, Veganismus, Fair Trade oder Feminismus. Das bestätigt auch dieser Artikel des Spiegels.

Die Generation Y ist eine Kohorte von Individualisten und legt zum großen Teil Wert darauf, dass möglichst viele Mitglieder der Gesellschaft ebenfalls davon profitieren. Sie sind von ihren Eltern mit überdurchschnittlich vielen Freiheiten ausgestattet worden und wollen sich entsprechend ausleben. Demgemäß sind die heute 19- bis 34-Jährigen eine sehr heterogene Gruppe.

2. Was möchte die Generation Y?

Sozialwissenschaftler, Arbeitgeber und die Elterngeneration, aber vor allem die Generation Y selbst beschäftigen sich eingehend mit der Frage, was diese Kohorte eigentlich vom Leben erwartet. Das Y in der Bezeichnung steht auch für die Frage nach dem Warum („Why“), die diese Generation beschäftigt.

2.1. Berufliche Wünsche

Im Gegensatz zu früheren Generationen haben sich die heutigen Berufsbilder deutlich vervielfacht. Was die Elterngeneration als Segen bezeichnet, ist für die Generation Y teilweise ein Fluch, denn sie steht vor der Herausforderung, den für sich passenden Beruf aus dieser großen Menge auszuwählen. Natürlich ist dies auch ein Luxus, denn zumindest in der Theorie bietet sich so für jeden die passende berufliche Nische. Doch die junge Generation fürchtet sich auch vor falschen Entscheidungen. Die Arbeitswelt ist noch nicht so flexibel, wie diese Generation es sich wünschen würde und insbesondere die Bildungsstrukturen stehen den eigentlichen Zielen der jungen Menschen oft entgegen, wie dieser Artikel bestätigt. Durch die Bologna-Reform sind die Studiengänge straffer organisiert und insbesondere wer auf Bafög angewiesen ist, muss in regelmäßigen Abständen seine Fortschritte beim zuständigen Amt dokumentieren, um weiterhin gefördert zu werden. Nach dem Studium warten insbesondere auf die Geisteswissenschaftler befristete Verträge und häufig zuvor viele Praktika. Unsicherheit prägt das Bild dieser Generation ebenso wie Vielfalt.



Beruflich gilt die Generation Y als wenig kompromissbereit. Sie will neben einem sinnerfüllenden Beruf auch genügend Zeit für die Familie und Freizeit. Das Einkommen steht dabei erst an späterer Stelle, schreibt rp-online.de. Nichtsdestotrotz haben Studierende eine selbstbewusste Vorstellung von ihrem künftigen Gehalt und erwarten im Schnitt 16,80 Euro netto pro Stunde.

2.2.Private Vorstellungen

Das Familienleben spielt für die Generation Y eine relativ große Rolle, doch diese beinhaltet immer seltener eigene Kinder. Das liegt zum Großteil auch daran, dass diese Gruppe erst so verhältnismäßig spät auf den Arbeitsmarkt drängt und sich in vielen Fällen erst einmal der eigenen Karriere und Selbsterfüllung widmen möchte, bevor sie Kinder bekommt. Hinzu kommt die bestehende Unsicherheit über das Arbeitsverhältnis. Befristete Verträge und unsichere Stellen führen dazu, dass der Kinderwunsch erst einmal zurückgestellt wird, wie auch der DAK-Gesundheitsreport 2014 belegt.

2.3.Sorgen und Probleme

Wie erwähnt, ist die Generation Y mit dem Eindruck einer instabilen und krisengebeutelten Gesellschaft aufgewachsen.

Im Hinblick auf das Studium ist für viele die Finanzierbarkeit die Grundvoraussetzung. Nach wie vor wird der Großteil der Studierenden von ihren Eltern unterstützt oder muss sich das Studium durch Nebenjobs finanzieren. Wer sein Studium mit Hilfe von BAföG finanziert, steht unter dem Druck, zügig voranzukommen, denn für fortlaufende Zahlungen sind regelmäßige Nachweise notwendig, die das Fortkommen belegen. In Zeiten stark steigender Mieten ist für viele Studierende ein Nebenjob zusätzlich zum BAföG notwendig, was wiederum die Studienzeit verkürzen kann.

Quelle: genesis.destatis.de ©

Die Zahl der BAföG-Empfänger ist inzwischen auf über 600.000 angewachsen, seit dem Jahr 2013 aber leicht rückläufig.

Trotz verschulter Studiengänge müssen Studierende ein großes Organisationsvermögen an den Tag legen, denn Arbeitgeber erwarten von Bewerbern viel. Praktika, im besten Fall thematisch passende Nebenjobs und Auslandserfahrung sind begehrte Punkte auf dem Lebenslauf. Um diese innerhalb der Regelstudienzeit unterzubringen, ist meist eine straffe Planung schon zum Ende der Schulzeit hin notwendig. Freiräume, um die eigenen Bedürfnisse und Fähigkeiten unterzubringen, bleiben hier kaum übrig. Auch innerhalb der Studiengänge beschränkt sich das Engagement aus Notwendigkeit häufig auf das Auswendiglernen von Faktenwissen, um bei der nächsten Klausur gut abzuschneiden und rechtzeitig weiterzukommen.

Trotz Fachkräftemangel ist der Konkurrenzdruck derzeit enorm hoch. Unternehmen erwarten gut ausgebildeten Nachwuchs und die Babyboomer, die einen prägenden Einfluss auf die Unternehmenskultur hatten und noch haben, besetzen noch immer einen Großteil der Stellen. Entsprechend spielen für die Generation Y gute Abschlussnoten eine große Rolle, zumal viele Master-Programme nur Bewerber mit exzellenten Noten zulassen.

Darüber hinaus sieht sich die Generation Y mit einer wachsenden Versorgungslücke im Alter konfrontiert. Der demographische Wandel und der späte Berufseinstieg sorgen dafür, dass die staatliche Absicherung im Alter nicht mehr ausreichen wird, um den Lebensstandard zu halten.

Ob Beruf, Familie, Altersvorsorge – die Generation Y wird nicht nur getrieben davon, sich selbst und ihre Erfüllung zu finden, sie wird auch von einem großen Sicherheitsbedürfnis geprägt. Die Welt wandelt sich subjektiv gesehen so schnell, dass von der Generation Y eine große Flexibilität verlangt wird. Oftmals muss für das Studium das Elternhaus, meist sogar das Bundesland gewechselt werden. Nach dem Abschluss wird ebenfalls erwartet, dass diese Generation sich ortsungebunden zeigt und für eine deutschlandweite Arbeitssuche offen ist.

3. Das wünscht sich die Generation Y von Arbeitgebern

Laut der Enactus-Studie 2014 zeigt sich der durchschnittliche Vertreter der Generation Y als loyal und mit großem Wunsch zur Selbstbestimmung. Er möchte sich frei entfalten können und hält nichts von verkrusteten Hierarchien. Darüber hinaus legt er Wert auf Gleichbehandlung und ist der Meinung, dass Regeln nicht ohne Hinterfragen befolgt werden sollen. Geld und teure Habe sind ihm dagegen nicht so wichtig und auch das unreflektierte Bewahren von Traditionen hat keinen hohen Stellenwert.


Bewerber der Generation Y haben andere Ansprüche an ihre Arbeitsstelle als ihre Vorgänger. Foto: fotolia.com © Photographee.eu

Die Generation Y betrachtet die Arbeit nicht als bloßen Broterwerb, sondern als Teil ihres Lebens, der, nicht zuletzt, weil er einen großen Teil des Tages einnimmt, eine gewisse Erfüllung mit sich bringt. Dieser Sinn hinter der Arbeit muss nicht unbedingt ein sozialpolitischer sein, wie er etwa bei Altenpflegern oder Ärzten vorhanden ist, sondern diese Kohorte findet auch Erfüllung, wenn sie unter ihresgleichen sein kann, Wertschätzung erfährt und ihre Arbeit in einem großen Zusammenhang zum Rest des Unternehmens sehen kann.

Ein gutes Arbeitsklima steht für diese Gruppe an erster Stelle, wenn es um die Wünsche bezüglich des zukünftigen Arbeitsplatzes geht. Dieses Klima setzt sich aber auch aus verschiedenen weiteren Faktoren zusammen, die in die generelle Arbeitsatmosphäre hineinspielen.

Um in Zukunft Vertreter der Generation Y für Stellen im eigenen Unternehmen begeistern zu können, sollten Arbeitnehmer deren Wünsche kennen und berücksichtigen. Noch sind zwar die Babyboomer maßgeblich für die Gestaltung der Unternehmenskultur, doch diese ist bereits im Wandel.

3.1. Heterogene Teams

Da die Generation Y selbst sehr individuell aufgewachsen ist, ist sie gewohnt, entsprechend unterschiedliche Charaktere im Laufe ihres Lebens kennenzulernen. Demgemäß rechnet sie mit einem ähnlichen Umfeld auch am Arbeitsplatz und schätzt diese Vielfalt als einen Faktor, der der Eintönigkeit eines Berufs entgegenwirkt. Unternehmen tun also gut daran, sich als offen für verschiedene Persönlichkeiten zu zeigen. Dies geschieht heutzutage am besten über die Firmenwebsite, denn auch wenn Social Media-Kanäle für die Digital Natives eine große Bedeutung haben, so werden bei der Jobsuche nach wie vor Zeitungen und die firmeneigene Website zuerst angesteuert. Die offene Präsentation kann beispielsweise über ein ansprechendes Foto der Belegschaft geschehen, wie sie etwa bei Adler Werbegeschenke genutzt wird. Männer und Frauen verschiedenen Alters werden hier gezeigt und spiegeln die Unternehmenskultur wider.

Alternativ kann das Unternehmen auch in einem Video vorgestellt werden, bei dem unterschiedliche Personen zu Wort kommen, wie es etwa bei Goodgame Studios gemacht wird. 

Die Generation Y sucht bei potentiellen Arbeitgebern nach Anknüpfpunkten für die persönliche Identifikation mit dem Unternehmen. Dies geschieht vor allem auch über die Kollegen.

3.2. Aufstiegschancen

Auch wenn der Sprung auf der Karriereleiter für die Generation Y nicht an erster Stelle steht, so wünscht sie sich doch abwechslungsreiche Aufgabengebiete und zeigt sich alles andere als verantwortungsscheu, wie die Enactus Studie 2014 belegt.

3.3. Weiterbildungsangebote

Einhergehend mit den Aufstiegschancen hat die Generation Y auch den Wunsch nach Förderung und Weiterbildung im Unternehmen. Sie ist lernwillig und hat einen hohen Anspruch an sich und ihre Arbeit. Weiterbildungsangebote werden gern genommen, insbesondere im Hinblick darauf, dass die sichere Anstellung auf längere Zeit in einem Unternehmen heutzutage kaum mehr gewährleistet ist, sodass gerade Berufsanfänger gern Gelegenheiten wahrnehmen, um ihr Profil zu schärfen und Expertise zu erlangen. Generation Y strebt zwar eine ausgewogene Work-Life-Balance an, möchte aber dennoch in ihrem Beruf herausfordernde und abwechslungsreiche Aufgaben vorfinden und sich beweisen.

3.4. Kollegialer Zusammenhalt

Durchmischte Teams wirken anregend auf die Arbeitsatmosphäre, insbesondere, wenn verschiedene Nationalitäten zusammenkommen und nebenbei auch noch interkulturelle Kompetenzen erworben werden können. Dieser Wunsch nach kollegialem Zusammenhalt drückt sich in der Forderung nach Gleichbehandlung und einem gerechten Arbeitsklima aus.

Ein gutes Betriebsklima und Zusammenhalt unter den Kollegen ist für die Generation Y besonders wichtig. Foto: pixabay.com © skeeze (CC0 1.0)

3.5. Flexible Arbeitszeiten

Vereinbarkeit von Beruf und Privatleben sowie ein hoher Grad an Selbstbestimmung gehören ebenfalls zu den großen Wünschen der Generation Y. Der Großteil dieser Kohorte wünscht sich Arbeitszeiten um die 39,5 Stunden pro Woche, im besten Falle flexibel abzuleisten. Da sich die Generation Y auch mit einem akuten Mangel an Betreuungsplätzen konfrontiert sieht, sind flexible Arbeitszeiten für sie schon zur Kindererziehung wünschenswert. Doch mit der zunehmenden Auflösung der traditionellen Bilder möchten auch beide Elternteile gleichermaßen Anteil haben am Aufwachsen ihres Kindes.

3.6. Wertschätzung

Einer der besonders sinnstiftenden Faktoren im Berufsleben für die Generation Y ist die Wertschätzung. Diese Anerkennung muss nicht unbedingt in Form von zusätzlicher Vergütung erfolgen. Generation Y legt einen großen Wert darauf, auch vom Arbeitgeber als Person mit einer Geschichte, Wünschen und Bedürfnissen wahrgenommen zu werden und nicht bloß als Arbeitskraft, die mechanisch eine Funktion zu erfüllen hat. Laut YouGov fühlen sich immerhin 61 Prozent der deutschen Arbeitnehmer in ihrem Unternehmen geschätzt und Arbeitgeber begreifen zunehmend, dass sie durch Anerkennung ihre Mitarbeiter spürbar motivieren können.

Zudem wünscht sich diese Kohorte ein unmittelbares Feedback, insbesondere im Problemfall.

4. Rezeption der Generation Y

Die Generation Y steht immer wieder im medialen Fokus. Sie ist Gesprächsthema nicht nur bei Arbeitgebern und Soziologen, sondern auch bei ihrer Elterngeneration und natürlich auch innerhalb der eigenen Kohorte.

4.1. Wer betrachtet sie wie?

Auch wenn die Generation Y Charakteristika teilt, so ist sie dennoch eine verhältnismäßig heterogene Kohorte. Entsprechend unterschiedlich nimmt sie sich also selbst wahr, doch insbesondere, wenn von den eigenen Zukunftsängsten gesprochen wird, ähneln sich die Berichte. Die Generation Y fühlt sich zu großen Teilen überfordert von den ihr zur Verfügung stehenden Möglichkeiten und den weltpolitischen Krisen um sie herum. Von außen wird sie häufig als Gruppe mit wenig Blick für die Zukunft wahrgenommen, die wenige Rücklagen bildet und sich nicht festlegen will. Dabei ist dieses Verhalten lediglich eine Reaktion auf eine Welt, die sich so schnell verändert, dass langfristige Planungen häufig obsolet werden.

4.2. Von „Weicheiern“ und „Traumtänzern“

Viele der Elterngeneration reagieren mit Unverständnis auf die vermeintliche Hilflosigkeit und Orientierungslosigkeit ihres Nachwuchses. Als eine Generation, die im Zeichen des Wirtschaftswunders aufgewachsen ist, aber dennoch zu großen Teilen den Karrieren der Eltern gefolgt ist, kann sie häufig nicht nachvollziehen, wieso ihre Kinder angesichts der vielen Möglichkeiten nicht zugreift.

Da die Unternehmen aktuell noch von Babyboomern dominiert werden, die mit einer ganz anderen Erwartungshaltung an ihren Arbeitsplatz gegangen sind, sind Arbeitnehmer häufig irritiert von den Forderungen, die die neue Generation an Arbeitnehmer stellt. Wenn sie im Zuge des demographischen Wandels und des wachsenden Fachkräftemangels die gebildete Generation Y anziehen möchte, wird sie allerdings nicht darauf verzichten können, ihre Wünsche kennenzulernen und ihnen entgegenzukommen, denn andernfalls ziehen die Mitglieder dieser Gruppe einfach zum nächsten Job, sagt Thomas Sigi, Personalvorstand bei Audi in diesem Interview.


Manche Arbeitgeber sind angesichts der Forderungen von der Generation Y brüskiert. Foto: pixabay.com © StartupStockPhotos (CC0 1.0)

Weil ihnen Freizeit und Familie wichtiger sind als die Karriere, wird die Generation Y auch häufig als eine Kohorte von „Weicheiern“ bezeichnet. Insbesondere die Verbliebenen der Nachkriegsgeneration, die vor gänzlich anderen Problemen und Herausforderungen standen, können sich oft nur schwerlich in diese Generation hineinversetzen und schütteln den Kopf über so viel vermeintliche Bequemlichkeit.

Auf der anderen Seite gilt die Generation Y auch als eine Gruppe von Traumtänzern. Von ihren Eltern mit derart viel Freiheit aufgezogen und der beständigen Versicherung, dass sie es einmal besser haben sollen als die eigenen Eltern, erwarten sie für ihre Zukunft großartige und aufregende Karrieren, wie ein Artikel der Welt karikiert.

4.3. Von Revolutionären und Hinterfragenden

Natürlich wirft die Generation Y auch einen kritischen Blick auf sich selbst; nicht umsonst wird sie auch als eine Gruppe von „Egotaktikern“ bezeichnet. Sie behalten stets alle Optionen im Blick und suchen nach der größtmöglichen Erfüllung. Wo sie können, fragen sie nach dem Warum. Festgefahrene Strukturen und Hierarchien werden kritisch hinterfragt und behutsam zerlegt. Für lautstarke Massenproteste und Randale, um ihre Ziele durchzusetzen, ist diese Generation nicht bekannt; der Tagesspiegel bezeichnet sie in diesem Artikel dafür als „heimliche Revolutionäre“. Wenn ihnen eine Arbeitsstelle nicht gut tut, bemühen sie sich darum, bald weiterzuziehen. Anstatt sich gegen die eigenen Eltern aufzulehnen, wird sich um ein gutes Verhältnis bemüht, denn der Anspruch an der Generation Y, dass jeder in der Welt Platz haben soll, bezieht auch die vorigen Generationen mit ein.

5. Fazit

„Die Jugend liebt heutzutage den Luxus. Sie hat schlechte Manieren, verachtet die Autorität, hat keinen Respekt vor den älteren Leuten und schwatzt, wo sie arbeiten sollte. Die jungen Leute stehen nicht mehr auf, wenn Ältere das Zimmer betreten. Sie widersprechen ihren Eltern, schwadronieren in der Gesellschaft, verschlingen bei Tisch die Süßspeisen, legen die Beine übereinander und tyrannisieren ihre Lehrer.“ Quelle: gutzitiert.de

Dieser bekannte Spruch, der immer wieder gern für jede der jüngeren Generationen genutzt wird, geht auf den Philosophen Sokrates zurück und ist damit schon über 2000 Jahre alt. Das Klagen über die nachfolgenden Generationen hört niemals auf.

Tatsächlich wird sehr viel über die Generation Y gesprochen, aber nur verhältnismäßig selten ein echter Dialog gesucht. Dazu ist die Gruppe letztlich auch zu heterogen, mit unterschiedlicher Herkunft, Bildungschancen, Lebenszielen und –wünschen. Häufig wird der Anspruch an die Lebensqualität dieser Generation als überzogen dargestellt und als Gegenbild zu „echter“ Arbeit, dabei möchten die jungen Leute häufig einfach nicht bis zur Rente, die aller Wahrscheinlichkeit nach ohnehin karg ausfallen wird, damit warten, ihr Leben zu leben. Zudem kann es keine Begründung sein, dass es vorige Generationen nicht so leicht hatten und sich Generation Y daher bescheiden zeigen soll.

Foto: pixabay.com © StartupStockPhotos (CC0 1.0) 

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