Neue „Sexting"-Welle
Der freizügige Trend erobert Deutschland.

In Cloppenburg machte ein Schulleiter Eltern mit einem Brief auf den Sexting-Trend und dessen Gefahren aufmerksam. Die Verbreitung solcher Fotos sei fast nicht zu stoppen, „so dass alle Handys voll von Nacktfotos sind“, erklärte der Schulleiter des Cloppenburger Clemens- August-Gymnasiums, Günter Kannen, dem NDR. „Ich finde es sehr erschreckend, vor allen Dingen wenn ich bedenke, dass wir Lehrer ebenso wie die Eltern von diesen Dingen tatsächlich nichts wissen.“
Schon ein Viertel aller Jugendlichen soll Nacktfotos von sich verschickt haben. Sobald das Foto in die falschen Hände gerät, möchte man gar nicht über die Konsequenzen nachdenken. Wenn man schon solche freizügigen Bilder von sich verschickt, sollte das Vertrauen an den Empfänger oberste Priorität haben. Und selbst dann kann man sich über den Verbleib des Bildes nicht sicher sein.
Erleichtert wird die ganze Sache durch die in Kalifornien entwickelte App: „Snapchat“. Vorteil: das kontrollierte Hochladen. Dadurch kann der Versender selbst bestimmen, wie lange das Bild angezeigt werden darf, bis es gelöscht wird. Eine bis zehn Sekunden hat dann der Empfänger Zeit, um die Aufnahme zu begutachten. Zeit genug wiederum, um rasch einen Screenshot zu machen - oder es auf anderem Weg zu verbreiten.
Zwar steht nirgendwo geschrieben, dass die App für einen solchen anzügigen Trend entwickelt wurde, genutzt wird sie aber hauptsächlich dafür. Auch Ask.fm wird gerne genutzt, um die erotischen Aufnahmen hochzuladen. „Sie glauben immer noch, dass das nur ein eingeschränkter Kreis sehen kann“,berichtet Stefanie Rack von der Initiative klicksafe. Da fragt man sich kopfschüttelnd, wo die Aufklärung heutzutage geblieben ist.
Unser Tipp: Wenn ihr "Sexting" ausprobieren wollt, seid euch sicher, dass ihr dem Empfänger vertrauen könnt und nutzt am besten keine App, bei der die Bilder auf irgendeinem Server gespeichert werden könnten.








