Themen: Niederlande, Verbot, nikolaus

Nikolaus verboten!

Von Sinterklaas bis zur Zigeunersoße.

Eigentlich sollte sich die UNO lieber um die Menschenrechte in Problemgebieten, wie den Nahen Osten kümmern. Doch stattdessen fordert eine Expertengruppe der Vereinigten Nationen nun das Nikolausfest in den Niederlanden zu verbieten. Der Grund: Der „Schwarze Peter“ sei eine rassistische Figur.

Seit Jahrhunderten erfreuen sich die Kinder in den Niederlanden an den Geschichten von „Sinterklaas“. Doch dies könnte bald vorbei sein, wenn die UNO ihre Forderung tatsächlich durchsetzen kann. Traditionell wird der Nikolaus in den holländischen Erzählungen von seinen Gehilfen begleitet, den sogenannten „Zwarte Pieten“ (Schwarze Peter) und das gefällt der Vereinten Nationen ganz und gar nicht, wie der SPIEGEL berichtet. Sie meinen, die Darstellung eines Starkpigmentierten sei in der Rolle des Helfers extrem rassistisch und fordern deswegen die Abschaffung des Nikolausfestes.

Ganz klar, dass nun zahlreiche Niederländer empört auf die Barrikaden gehen. Für sie gehören Sinterklaas und die zwarten Pieten zur Landestradition. Außerdem sei es lediglich ein Fest für Kinder. Millionen Niederländer unterschrieben bereits eine Petition zur Erhaltung des Nikolauses auf Facebook und auch aus anderen Ländern erhalten sie Unterstützung. Die UNO-Expertengruppe allerdings „kann nicht verstehen, warum Niederländer nicht einsehen, dass dies eine Rückkehr zur Sklaverei ist und dass dieses Fest im 21. Jahrhundert aufhören muss", so die Vorsitzende Prof. Verene Sheperd. Doch nicht nur die Holländer haben mit angeblichen Rassismus-Vorwürfen zu kämpfen.

In Hamburg forderte eine Gruppe von Sinti und Roma vor einigen Wochen die Abschaffung der „Zigeuner Soße“, weil sie diese als rassistisch und diskriminierend empfanden. Stattdessen schlugen sie vor, ab sofort den Begriff „Paprika Soße“ zu verwenden. Nachdem diese Forderung zunächst auf Unverständnis und Empörung in den Medien stieß, setzten sich die Soßen-Hersteller jedoch durch, sodass die Zigeuner-Soße nun aufgrund ihrer langen Tradition auch weiter so genannt werden darf. Ganz anders sieht es jedoch in Hannover aus. Hier wurde das beliebte „ZIgeunerschnitzel“ bereits von allen Speisekarten der Stadt verbannt.

Der bekannteste Fall einer Speise, die eine solche Sprachkritik nicht überlebt hat, ist der ehemalige „Negerkuss“, der inzwischen nur noch Schaum- oder Schokokuss genannt werden darf. Auch hier galt der Name als stark rassistisch und diskriminierend. Inwiefern diese Bezeichnungen wirklich noch als rassistisch angesehen werden und ob sich Organisationen, wie die UNO nicht lieber um "reale", statt um sprachliche Diskriminierung kümmern sollten, bleibt jetzt mal dahingestellt.


Foto:Sandra van der Steen via Shutterstock

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