Themen: Ideen, Ruthe

Ralph Ruthe: Shit happens - da war doch was?

Interview mit dem Autor, Musiker, Filmemacher & Cartoonist!

Bevor du angefangen hast, Cartoons zu veröffentlichen, hast du als Texter gearbeitet – u.a. für “Käpt’n Blaubär”. 2007 hast du Regie bei einem halbstündigen Spielfilm geführt, für den du auch das Buch geschrieben hattest, und du trittst regelmäßig live mit deinen Cartoons auf. Wie unterscheidet sich die Arbeit an einem Cartoon von der Arbeit an einem längeren Text, z.B. einem Drehbuch?
Die Art und Weise, wie man Geschichten erarbeitet, eine Pointe perfektioniert, das ist eigentlich immer gleich und völlig unabhängig vom Medium. Sicher, bei Comic und Cartoon kann man oft noch visueller arbeiten. Aber inzwischen bin ich mit vielen Autoren befreundet, die für Spielfilme und Comedyserien arbeiten. Wir stellen immer wieder fest, wie ähnlich wir ticken und wie viele Parallelen es in unseren Arbeitsweisen gibt. Letztendlich sind wir Humoristen, Erzähler. Und es geht immer nur um die Figuren. Ob die in einem Ein-Bild-Gag gezeichnet sind oder als realer Mensch über eine Leinwand laufen ist erst mal wurscht.

Und was machst du sonst so?

Filme und Serien gucken, Musik – hören und machen, Freunde treffen, Freunde in anderen Städten besuchen, Konzerte, Essen gehen.

Was wärst du geworden, wenn es mit dem Zeichnen nicht geklappt hätte?
Komiker.

Danke für das Interview!

Wie sieht ein normaler Wochentag bei dir aus? Wie viel Zeit verbringst du mit Zeichnen?
Normale Arbeitstage gibt es nicht. Und das Ganze in einen Zeitrahmen zu pressen ist leider unmöglich. Ich kann aber sagen, dass ich jeden Tag, inklusive Samstag und Sonntag, arbeite. Und zwar rechnerisch zwischen 8 und 10 Stunden. Manchmal denke ich mir nur Gags aus, manchmal zeichne ich nur, manchmal coloriere ich ausschließlich, manchmal sitze ich den ganzen Tag im Tonstudio und produziere die Soundspur für einen meiner Trickfilme. Manchmal gibt es Tage, an denen ich von allem etwas mache. Die einzige Konstante ist: morgens checke ich bei einem Espresso meine Mails und lese Spiegel online.

Warum lebst du immer noch in Bielefeld? Ist die Szene in Städten wie Berlin nicht viel spannender?
Um kreativ sein zu können, ist es mir extrem wichtig, dass ich mich wohl fühle. Das hat auch mit dem Ort zu tun, an dem ich lebe. Mit Bielefeld verbinde ich vor allem ein Gefühl: zu Hause zu sein! Hier habe ich einen gewachsenen Freundeskreis, mir gefallen das kulturelle Angebot und die Kneipenszene. Außerdem gibt es hier viele sehr talentierte Autoren, Musiker, Filmemacher und andere Kreative, zu denen man sehr schnell Kontakt aufnehmen kann, weil es natürlich weniger sind als in einer Stadt wie Berlin – deshalb sind die paar, die es hier gibt, aber nicht schlechter. Das Netzwerken geht schneller und das gefällt mir gut. Ich muss beruflich außerdem viel nach Köln, Hamburg und eben auch Berlin. Bielefeld liegt sehr bequem genau zwischen diesen Städten. Neben der Tatsache, dass ich mich hier wohlfühle,  spricht das alles zusätzlich dafür, hier zu leben.

Ralph Ruthe wurde 1972 in Bielefeld als zweites Kind eines Tischlermeisters und einer Hausfrau geboren. Bereits mit 14 Jahren arbeitete Ruthe als Texter für das Kundenheft Mike und für die Honk-Studios, wo er unter anderem für Käpt'n Blaubär Texte schrieb. Nach seinem Zivildienst wurde 1996 sein erstes Buch Schweinskram veröffentlicht. Jetzt kommt endlich ein neues Werk von Ralph Ruthe in die Buchhandlungen!

Wir trafen Ralph Ruthe zu einem kurzen Interview und haben mal hinterfragt, woher der umtriebige Schriftsteller seine Ideen nimmt. Viel Spaß!

Woher bekommst du deine Ideen? Eher spontane Eingebungen oder hast du eine bestimmte „Grübelphase“?
Zu 99% ist es erarbeitet – also die „Grübelphase“. Es kommt schon immer mal vor, dass mir spontan auf der Kaufhausrolltreppe eine Wahnsinnsidee durch den Kopf schießt, einfach so. Aber die Fälle, in denen diese Ideen den Weg ans Licht der Öffentlichkeit geschafft haben, lassen sich wirklich an zwei Händen abzählen. Glücklicherweise fällt mir auch immer etwas ein, wenn ich eine Idee brauche. Aber das ist ja auch der Grund, warum ich überhaupt Cartoonist werden wollte – weil ich Ideen hatte, die ich umsetzen wollte. Es ist ja keiner zu mir gekommen und hat gesagt „Los, Ruthe, du machst das jetzt!“. Es ist mein Traumberuf und deswegen mache ich ihn! Ich bin z. B. total unsportlich. Niemals könnte es daher mein Traum sein, Profifußballer zu werden. Von daher verstehe ich gar nicht, wieso Leute Cartoonist werden wollen, denen das Erarbeiten von Ideen schwer fällt.

Kannst du irgendworan festmachen, welche deiner eigenen Cartoons dir am besten gefallen?
Ich bin besonders stolz auf Gags, bei denen ich selbst gar nicht mehr sagen kann, wie ich darauf gekommen bin. Eigentlich sind meine Ideen nur ganz selten Geistesblitze, sondern meist wirklich konkret “erarbeitet”. Wenn sich Cartoons beim Betrachten trotzdem so spontan und direkt anfühlen, als hätte es den Arbeitsprozess nie gegeben, bin ich schon etwas stolz.

Was war der bisherige Höhepunkt deiner Karriere?
Ich würde nicht sagen, dass es EINEN Höhepunkt gab. Gleichbedeutend wichtig waren für mich der Gewinn des ersten Sondermann-Preises, meine erste Live-Tour „Mädchen Monster Missgeschicke“ mit Christian Moser und Flix und der Sieg beim Kurzfilmfestival „Going Underground 7“. Aber der Moment, als ich den ersten Scheck für mein erstes verkauftes Story-Skript in der Hand hielt, der war auch magisch – ich war grade mal 14 Jahre alt. Außerdem werde ich nie den Augenblick vergessen, als ich den Karton mit den Belegexemplaren meines ersten Albums „Schweinskram“ öffnete. So geil!

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