ReComposed: Carl Craig & Moritz von Oswald

Club meets Klassik. Aber in gut. Anhören!

ReComposed: Carl Craig & Moritz von Oswald: Club meets Klassik. Aber in gut. Anhören!
Was nicht nur daran liegen dürfte, dass die beiden Producer seit vielen Jahren als stilbildend und Genreprägend in der elektronischen Musik gelten. Sondern, weil sie den ach so gescholtenen Begriff Minimal hier als echten Trumpf ausspielen: Weglassen als Kunst. Zum Beispiel: Das weltbekannte, opulente Motiv des Bolero. Die Rhythmik allein ist so unique, dass sie den Track zusammenhalten kann und ihn als Neuinterpretation des Klassikers identifizierbar macht. Das Ineinanderübergehen der einzelnen Movement-Teile lässt einen soghaften Mix entstehen, der im Verlauf immer häufiger die Skyline Detroits aufflimmern lässt als die Konzerthäuser dieser Welt, und bisweilen cineastischminimalistisch klingt wie die Passagen in Vertigo, wenn wir James Stewart vom Rücksitz aus durch San Fran folgen. Das alles ist keine Blasphemie, sondern kein Wunder: Bricht man die Werke von Ravel und Mussorgsky auf ihre basalen Strukturen herunter: Rhythmus, repetitive Motive, treibende Melodien, dann hat man alles, was zu einem Track vonnöten ist. Oder eben zu einem Soundtrack. Zwei scheinbar polare Welten, U-Musik und E-Musik, werden hier enggeführt und lassen ihre Trennung obsolet erscheinen.

Hier könnt Ihr selbst einmal reinhören!

Tracklisting:
1. Intro (6.23)
2. Movement 1 (2.26)
3. Movement 2 (7.30)
4. Movement 3 (8.34)
5. Movement 4 (8.06)
6. Interlude (4.09)
7. Movement 5 (12.56)
8. Movement 6 (14.12)
Total Playing Time 64.16
Wenn Pop und klassische Musik sich treffen, dann kann das ganz schön in die Hose gehen. Wie gerne schmücken sich Rockstars mit ein paar nett anzusehenden Streicherinnen oder einem Schießmichtot Symphonic Orchestra. Als Tiger springen, als Bettvorleger landen. Elektronische Musik läuft da noch eher die Gefahr, sich zu blamieren. Rave over Beethoven und Switched on Bach, remember anyone? Dass es anders geht, beweisen die beiden KünstlerCarl Craig und Moritz von Oswald. Sie trauen sich an Ravels, sorry, Flachlegenummer Bolero heran und an Mussorgsky. Nicht gerade kleine Fische. Aber: es klappt.

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