Thema: Rose
Rose im Rahmen von Paroles de Femmes 2008
Diese Frau kennt weder Angst noch Scheu. Als hätte sie nie etwas anderes gemacht, geht sie einzig in Begleitung ihrer Akustikgitarre auf Bühnen wie die des legendären Olympia in Paris und singt mehrere tausend Menschen in einen glücklichen Taumel. Ganz Frankreich erliegt dem Charme der 28-jährigen Sängerin Rose, deren Debütalbum in ihrer Heimat schon vergoldet wurde.
Rose hat ihren Künstlernamen jenem Kinofilm aus dem Jahr 1979 entlehnt, der das Leben der Janis Joplin frei interpretierte. Als Kind sang sie die Lieder von Francis Cabrel und Jean-Jaques Goldman; mit 18 begann sie, ihre Texte, die sich nicht selten ausnahmen wie Tagebuchaufzeichnungen, mit ihrer Gitarre musikalisch zu untermalen, bezweifelte jedoch, dass das jemand würde hören wollen; spielte dann aber einer Freundin die Demos vor, die bei einem Produzenten (dem von Camille) arbeitete und diesen auf das Talent aufmerksam machte. Nun stand sie plötzlich mit einem der renommiertesten Toningenieure und Produzenten Frankreichs im Studio, mit Dominique Blanc-Francard (Pink Floyd, Elton John, David Bowie, Jane Birkin). In nur drei Wochen bannte er den Zauber von Rose auf Band.
Bei aller Leichtigkeit der Melodien herrscht in den Songtexten von Rose jedoch ein eher bittersüßer Ton vor: sehr persönliche Ansichten und Anekdoten über Liebe, Lebensfreude und Lebensängste, über Einsamkeit, Enttäuschung und Euphorie; Geschichten überwältigender Gefühle und puren Herumvagabundierens; banale Alltagsszenen und Plädoyers gegen Egoismus und Chauvinismus. Kein Wunder, dass Poesie von so großer Eindringlichkeit und feinem erotischen Gespür französische Journalisten bewogen hat, sie in einem Atemzug mit Cat Power, Joanna Newsom und Martha Wainwright zu nennen.








