Thema: Krass
Schottland macht's vor: Gratis Binden & Tampons an allen Schulen & Unis
Eine vorbildliche Aktion mit sehr traurigem Hintergrund!

Die Schotten sind bekannt für ihren Freiheitsdrang, die Highlands und natürlich Loch Ness. Und mittlerweile auch für ein Problem, das zwar nur Frauen direkt betrifft, aber alle etwas angeht: Die sogenannte „Period Poverty“. Um der „Periodenarmut“ entgegenzuwirken, werden ab dem kommenden Semester bzw. Schuljahr an allen Universitäten und Schulen des Landes gratis Tampons und Binden verteilt.
Es mag ziemlich absurd klingen, dass ein so reiches Erste-Welt-Land wie Schottland ein derartiges Problem hat. Doch wie eine kürzlich durchgeführte Umfrage von YoungScot ergab, hat etwa jede vierte Frau bzw. jedes vierte Mädchen Schwierigkeiten, Zugang zu Damenhygieneartikeln zu erhalten, wie auch Miss.at schreibt. An der Umfrage von YoungScot, der nationalen Jugendinformationsplattform und Staatsbürgerschaftshilfe für alle zwischen 11 und 26 Jahren, haben mehr als 2.000 Personen teilgenommen.
In einem derart wohlhabenden Land sei es inakzeptabel, dass es für viele Menschen ein hoher Aufwand ist, sich notwendige Produkte leisten zu können, sagt auch die schottische Ministerin Aileen Campbell, die die aktuelle Entwicklung sehr begrüßt.
Young Scot are delighted to support this @scotgov scheme to provide free sanitary products to all schools, colleges and universities in Scotland. There's a lot of stigma surrounding periods but there doesn't have to be! Find out more at https://t.co/l3ihqfDbdV ? https://t.co/vqllMKUWQI
— Young Scot (@YoungScot) 24. August 2018
Die Ministerin sei stolz darauf, dass Schottland unter den 395.000 Schülerinnen und Studentinnen des Landes „weltweit führende Maßnahmen zur Bekämpfung von Armut“ ergreife. Denn mit der Investition in Höhe von 5,2 Millionen Pfund (umgerechnet fast sechs Millionen Euro) wird es möglich, dass diese unentbehrlichen Produkte denjenigen auf sensible und würdevolle Art und Weise zur Verfügung gestellt würden, die sie sich normalerweise nicht oder nur schwer leisten können.
Und auch in Deutschland und Österreich etwa gelten Binden, Tampons und Co. noch immer als "Luxusartikel" und sind deshalb hoch besteuert. Oftmals ist auch von einer „Tampon Steuer“ oder „Tampax Tax“ die Rede. Ein ermäßigter Steuersatz gilt nur für „Produkte des täglichen Bedarfs“. Doch diesen Status haben die kleinen Menstruationshelfer bisher leider noch nicht. Ein Zustand, der sich weltweit endlich ändern muss!
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