Themen: stimme, Harold

Schräger als Fiktion

Was Harold nicht weiß: Er ist eine Erfindung, eine Figur in einem Roman, der seit zehn Jahren auf seine Fertigstellung wartet. Doch die Schriftstellerin Karen „Kay“ Eiffel (EMMA THOMPSON) leidet an einer massiven Schreibblockade, die dafür sorgt, dass sich einfach kein passendes Ende für ihr Buch über das Leben des armen Harold Crick finden lässt. Nichts lässt die hochneurotische Frau unversucht, den rechten Einfall zu haben. Sie weiß nur, dass Harold das gleiche Schicksal erleiden wird wie alle vorangegangenen Helden ihrer Romane: Harold muss sterben. Nur wie? Der Verlag hat bereits die resolute Penny Escher (QUEEN LATIFAH) zu Hilfe geschickt, die ihr bei der Vollendung ihres vielleicht besten Werkes assistieren soll – notfalls auch mit sanftem Druck. Harold Cricks Stunden sind gezählt...

Was tun? Sein Kollege und einziger Freund Dave (TONY HALE) ist nicht der Richtige, den man mit diesem Problem belästigen könnte. Dr. Cayly (TOM HULCE), Psychiater der Steuerbehörde, ist mit Harolds Problem sichtlich überfordert. In seiner Verzweiflung wendet sich der Steuerbeamte an die renommierte Psychoanalytikerin Dr. Mittag-Leffler (LINDA HUNT), deren Diagnose aber auch nicht zufriedenstellend ist: Harold weiß genau, dass er sich die Stimme nicht einbildet, dass er nicht schizophren ist und dass ihm deshalb auch Medikamente nicht aus dem Dilemma heraushelfen werden.Der perfekte Beamte, das kleine Zahnrad, das niemals bricht – noch nie hat Harold einen Arbeitstag verpasst. Ja, alles ist genau ausgemessen im Leben von Harold Crick. Alles befindet sich an seinem Platz, bis er eines Morgens beim allmorgendlichen Zähneputzen eine Stimme in seinem Kopf hört. Es ist die Stimme einer Frau, mit einem britischen Akzent noch dazu, und es ist keine unangenehme Stimme. Aber Harold hat sie nicht bestellt und will auch nicht zuhören müssen, wie die Stimme bis ins kleinste Detail und mit ausgewähltem Vokabular all die Dinge erzählt, die er gerade tut. Das Schlimme daran: Die Stimme hat mit allem, was sie über Harold berichtet, immer Recht. Noch schlimmer ist, dass nur Harold sie hören kann – und er sich anstrengen muss, dass ihn die Menschen auf der Straße nicht für verrückt halten. Und am allerschlimmsten ist, dass Harold die Stimme nicht abstellen kann und sie nicht im Geringsten auf seine Kommunikationsversuche reagiert. Routine bestimmte das Leben von Harold Crick (WILL FERRELL). Der Tagesablauf des absolut durchschnitt-lichen und unscheinbaren Steuerbeamten ist genau abgemessen in Einheiten; unter keinen Umständen und niemals weicht er von den perfekt ausgearbeiteten Details, die sein Leben ausmachen, ab – und prädestinieren ihn zum perfekten Mitarbeiter der Steuerbehörde.

Regie: Marc Foster | 113 Minuten | Start 8. Februar

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