Themen: App, NSA, Spionage

Schutz vor Spionage-App

WhatsApp, Telefon, Mails - nix ist mehr sicher.

Vertrauen ist gut, Kontrolle ist besser. Alle Chefs, die ihren Mitarbeitern nicht ganz über den Weg trauen, übervorsichtige Eltern und natürlich auch besonders eifersüchtige Partner sollten bei der App "Flexispy" hellhörig werden.

Lust, mal NSA zu spielen? Jedes noch so kleine Geheimnis aus dem Bekannten- oder Kollegenkreis zu lüften? Die Spionage-Software Flexispy macht die Verwanzung eines Smartphones denkbar einfach. Die Software offenbart den Inhalt von SMS, WhatsApp-Nachrichten und E-Mails, ortet das jeweilige Smartphone und zeigt an, mit wem und wie lange telefoniert wurde. Einfach jede Aktivität geht, mit Datum versehen, dann direkt an den Spion. 

Aber damit nicht genug. Das verwanzte Handy kann auch als Abhörgerät benutzt werden. Im Optionsmenü muss dafür in dem Flexispy-Handy eine sogenannte Spitzelnummer eingegeben werden. Sobald diese Nummer dann auf dem Handy des Opfers anruft, schaltet sich automatisch statt des üblichen Klingeltons direkt die Freisprechanlage an. 

Sich Zugang zum Handy des Spionageziels zu verschaffen kann, ist dabei noch das Schwierigste, der Rest ist ganz einfach.  Nicht ganz billig allerdings: Die für schlappe 100 Euro erhältliche Software der thailändischen Firma Verveta installiert der Hobbyspion einfach auf dem Handy, das abgehört werden soll. Das Programm tarnt sich dann kaum erkennbar unter „RBackupPRO“ im Programm-Manager. 

Gibt es einen Haken? Yep: Das Ganze ist natürlich illegal. Der Gebrauch von Flexispy fällt unter den Verstoß gegen das Fernmeldegeheimnis, das in Artikel 10 des Grundgesetzes niedergelegt ist. Ganz abgesehen davon, dass es moralisch höchst verwerflich ist und die - wie auch immer geartete - Beziehung zur abgehörten Person danach wohl im Eimer ist. 

Kann man sich schützen? Yep: Am besten ladet ihr euch das kostenlose Anti-Spyprogramm F-Secure Mobile Anti-Virus herunter. Dieses erkennt die Software als Virus an und enttarnt den Spion. Und falls beide Seiten sich ausgespitzelt haben, wie wäre es mit einem waschechten Spion-Austausch auf der Glienicker Brücke?  


Foto: tries to listen listening to via Shutterstock

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