Sind Tabakerhitzer eine gesündere Alternative zum Rauchen?

Sind Tabakerhitzer wirklich eine gesunde Alternative zum Rauchen von Zigaretten?

Quelle: Pixabay © alexas_fotos (CC0 Public Domain)
Obwohl mittlerweile jeder wissen müsste, wie schädlich Rauchen für die Gesundheit ist, greifen noch immer viel zu viele Menschen regelmäßig zur Zigarette. Sie wissen, dass davon nicht nur die Zähne und die Finger gelb werden, sondern auch Krebs und andere schwerwiegende Erkrankungen entstehen können. Seit einiger Zeit gibt es angeblich weniger schädliche Alternativen zur Zigarette, wie E-Zigarette oder Tabakerhitzer. Doch was ist wirklich dran an diesem Hype? Sind Tabakerhitzer wirklich eine gesunde Alternative zum Rauchen von Zigaretten?



Zahl der Raucher hält sich konstant
Knapp ein Drittel der Deutschen raucht. Täglich erkranken Menschen an den typischen Raucherkrankheiten: Kehlkopfkrebs, Lungenkrebs und Luftröhrenkrebs. Selbst die schrecklichen, abstoßenden Fotos auf den Zigarettenpackungen halten kaum jemanden davon ab zu rauchen. Insbesondere Langzeitraucher zeigen sich davon gänzlich unbeeindruckt. Doch eigentlich ist doch die Gesundheit ein hohes und vor allem schützenswertes Gut.

In Zigarettenrauch sind viele tausend chemische Substanzen enthalten, die der Verbrennungsprozess freisetzt und die Raucher dann einatmen. Eine davon ist Nikotin, das hauptverantwortlich für die Abhängigkeit vom Rauchen und viele damit einhergehende Erkrankungen ist. Weitere Schadstoffe sind beispielsweise Formaldehyd, Acetaldehyd, Benzol, Ammoniak, Nitrosamine, Arsen, Blausäure, Blei, Cadmium sowie polyzyklische Kohlenwasserstoffe. All diese Stoffe greifen die feinen Flimmerhärchen in den Atemwegen an, deren Aufgabe es ist, Fremdstoffe zu filtern und wieder nach draußen zu transportieren. Bei Rauchern steigt jedoch nicht nur das Krebsrisiko enorm an, sondern auch das Risiko für andere Krankheiten beispielsweise für Herz-Kreislauf-Erkrankungen.



Mit dem Rauchen aufhören ist gut für die Gesundheit
Doch nicht alle Raucher schaffen es langfristig, vom Nikotin wegzukommen oder wollen gar nicht ganz mit dem Rauchen aufhören. Sie greifen dann gerne zu E-Zigarette oder Tabakerhitzer als Alternative zurück, wie IQOS beispielsweise. Sowohl die E-Zigarette wie auch der Tabakerhitzer setzen Nikotin frei. Doch da keine Verbrennung stattfindet, gelangen weniger Schadstoffe in die Atemluft.

Tabakerhitzer und E-Zigarette -Gemeinsamkeiten und Unterschiede
Viele denken, dass es sich bei den Zigarettenalternativen E-Zigarette, Verdampfer und Tabakerhitzer um ein und dasselbe handelt. Das führt dazu, dass viele die Produkte verwechseln und keine so grundlegende Unterscheidung machen. Doch die verschiedenen Alternativen unterscheiden sich in mehreren Punkten grundlegend voneinander, obwohl sie auch Gemeinsamkeiten haben.

- Es entsteht kein Rauch
Weder beim Tabakerhitzer noch mit der E-Zigarette entsteht Rauch, denn der Tabak verbrennt nicht. Für E-Zigaretten ist ein spezielles Liquid notwendig, das neben Aromastoffen und Wasser auch Glycerin und Propylenglykol enthält. Der Tabakverdampfer funktioniert mit speziell aufbereitetem Tabak. In jedem Fall entsteht nur Dampf. Herkömmliche Zigaretten erreichen Temperaturen von mehr als 1000 Grad Celsius, während der Verdampfer den Tabak elektronisch auf 350 Grad Celsius erhitzt. Daher verbrennt der Tabak nicht, sondern dampft nur.
Beiden – dem Tabakerhitzer und der E-Zigarette – ist gemeinsam, dass sie keinen Rauch, sondern nur Dampf erzeugen. Allerdings funktioniert der Tabakerhitzer mit echtem Tabak, während die E-Zigarette mit Liquids funktioniert.

- Das Funktionsprinzip
Tabakerhitzer und E-Zigarette haben ein ähnliches Funktionsprinzip. Für den Tabakerhitzer gibt es eine Art Tabakstift, der oft auch Tabakstick heißt, bei der E-Zigarette ist es ein Liquid. Beides kommt in dem jeweiligen Gerät an eine bestimmte Stelle, wo es erhitzt wird. An einigen E-Zigaretten können die Raucher ziehen wie an einer echten Zigarette, andere haben einen Knopf zum Draufdrücken oder etwas Ähnliches.
Beim Tabakerhitzer ist es zunächst notwendig, den Tabak – meist per Knopfdruck – auf Temperatur zu bringen. Ist der Tabak heiß genug, gibt das Gerät ein Signal und es kann losgehen mit dem Dampfen.

- Das Nikotin
Im Tabakverdampfer kommt echter Tabak zum Einsatz, der auch Nikotin enthält. Nikotinfreien Tabak gibt es noch keinen. Bei der Herstellung der Liquids für die E-Zigarette ist kein Tabak notwendig. Es gibt nikotinhaltige Liquids, doch Nutzer von E-Zigaretten können auch auf das Nikotin verzichten oder es nach Belieben in der gewünschten Intensität aufnehmen. Wer nicht auf das Nikotin verzichten will, ist mit einem Tabakverdampfer besser beraten

- Das Aroma
Im Gegensatz zu normalen Zigaretten gibt es E-Zigaretten mit ganz unterschiedlichen Aromen, wie Kirsche, Vanille, Menthol und viele mehr. Für Tabakerhitzer gibt es ebenfalls verschiedene Aromen. Tabakaroma ist bei beiden Geräten möglich. Bei der E-Zigarette fügen die Hersteller einfach Tabakaroma zu den Liquids hinzu. Tabakerhitzer schmecken immer nach Tabak, da sie echten Tabak erhitzen.

- Hilfe bei der Rauchentwöhnung
Mit der beiden Geräten ist es möglich, das Rauchen oder den Nikotinkonsum zu reduzieren. Vielen Rauchern fällt das Aufhören leichter, wenn sie zunächst eine Alternative haben, die zumindest noch nach Tabak schmeckt. Allerdings gibt es einen wesentlichen Unterschied zwischen Tabakverdampfer und E-Zigarette. Mithilfe der Liquids mit unterschiedlich hohem Nikotingehalt entwöhnen Raucher ihren Körper langsam vom Nikotin und können am Ende ohne Nikotin „eine dampfen“. Mit dem Tabakerhitzer geht es nicht ohne Nikotin.

- Das Alter
Tabakerhitzer dürfen in Deutschland – genauso wie normale und E-Zigaretten – nicht an Jugendliche unter 18 Jahren verkauft werden. Das ist laut Jugendschutzgesetz verboten. In Bezug auf die Werbung gelten für Tabakverdampfer die gleichen Werbebeschränkungen wie für alle anderen Tabakprodukte.

Fazit
Es gibt tatsächlich gravierende Unterschiede zwischen E-Zigarette und Tabakverdampfer. Beide sind in jedem Fall eine Alternative zur Zigarette, wenn nicht das Aufhören im Vordergrund steht. Da keine Verbrennung stattfindet, enthält der Dampf auch wesentlich weniger Schadstoff als der Rauch einer herkömmlichen Zigarette.

Abbildung 1: Pixabay © alexas_fotos (CC0 Public Domain)
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Abbildung 3: Pixabay © lindsayfox (CC0 Public Domain)

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