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Sinnloses Halbwissen: 10 Dinge, die Du noch nicht wusstest
Nummer 4 ist echt überraschend!

Klar: Schule und Uni füllen unsere Köpfe mit Tonnen von nützlichem Wissen. Aber sind wir ehrlich: Vieles von dem, was uns in stundenlanger Arbeit eingetrichtert wurde, kann man getrost nach der Prüfung aus dem Gedächtnis löschen. Aber: Es gibt auch ein paar Dinge, die muss zwar ebenfalls kein Mensch wissen und doch sind sie zu interessant, um unerzählt zu bleiben.
Hättet Ihr gedacht, dass das gerade so mega-trendige Pokémon bereits vor zwanzig Jahren für epileptische Anfälle sorgte? Dass alle Schwäne Großbritanniens Privateigentum der Queen sind? Oder dass Coca Cola mal eine Werbekampagne wegen eines Blowjobs einstampfte? Wir wussten es auch nicht, aber das Schreiben des nachfolgenden Artikels sorgte bei allen Beteiligten für viel Kopfschütteln und breites Grinsen. Und sicherlich auch bei euch.
1. Die Schwanenkönigin
Großbritannien ist eine Monarchie und hat deshalb einen Haufen teilweise jahrhundertealter Gesetzen. Eines davon besagt, dass alle Schwäne dem jeweiligen Regenten persönlich gehören – also momentan Elisabeth II. Hintergrund ist, dass Schwanenfleisch in früheren Jahrhunderten als Delikatesse galt und ihre Daunenfedern der perfekte Kissenfüller waren. Der Schwan wurde deshalb gejagt und wäre fast ausgerottet worden – wenn ihn das britische Königshaus nicht unter seinen Schutz gestellt hätte. Aber: Tierschutz hatten die Monarchen nicht im Sinn, eher die Befürchtung, es könnten keine Schwanenkeulen mehr übrigbleiben. Da Schwäne aber gern umherziehen, ist der Überblick über die genaue Stärke damals wie heute schwierig. Typisch britisch wird deshalb alljährlich seit 1482 im Juli die Schwanenzählung durchgeführt – von amtlich bestellten Swan Markers.
2. Macht dann drei Muscheln fünfundneunzig bitte
Wäre das nicht geil: Statt Bank- oder Kreditkarte oder schmutzigen Scheinen und Münzen einfach ganz easy ein paar Muscheln hinlegen, wenn die Bedienung in der Bar abrechnen will? Was wie aus Spongebob klingt, ist auf Papua-Neuguinea Realität. Dort wird neben der offiziellen Währung (natürlich in Papier) auch noch das traditionelle Muschelgeld angenommen. Einfach den Strand abbaggern ist aber leider nicht: Längst nicht jede Muschel wird akzeptiert, sondern nur bestimmte, natürlich mega-seltene Exemplare. Und selbst die werden vorher noch zu Plättchen geschliffen. Money for nothing, wie die Dire Straits sangen, gibt es also auch in der Inselrepublik leider nicht. Und es gibt noch einen weiteren Trost: Längst nicht jeder Händler kann die seltenen Muscheln von Fälschungen unterscheiden, weshalb die Währung nicht überall genommen wird.
3. Ey, lass blau machen
Kein Bock auf Vorlesung? Mach doch blau. Was heute so einfach über die Lippen geht, war einst im krassen Gegensatz (erst mal) mit Arbeit verbunden: Früher wurden Stoffe mit Indigo blau eingefärbt, der stammt aus der indischen Pflanze Indigofera tinctoria. Leider löst sich der Farbstoff aber nicht in Wasser – weshalb die Färber ihn anders aus den Pflanzen bekommen mussten - mit Urin. Und als wenn das nicht schon eklig genug wäre, stellten die Färber fest, dass sich in diesem Pipi-Sud Alkohol bildete und man mehr Farbstoff gewinnen konnte, wenn man noch mehr Hochprozentiges hinzugab. Also schlug man mehrere Fliegen mit einer Klappe und sammelte vor Kneipen den Urin von Besoffenen ein – kein Witz. Und jetzt kommen wir zum eigentlichen Blaumachen: Damit der Stoff wirklich blau wurde, musste das Indigo durch Sauerstoff oxidieren. Die Stücke wurden also aus dem Urin-Bottich gehoben und an die frische Luft gehängt – währenddessen hatten die Färber nichts zu tun und „machten blau“.
4. Poké-Zuckungen
Wer hat noch kein Youtube-Video von Pokémon-Go-Spielern gesehen, die so in ihr Smartphone vertieft sind, dass sie gegen Laternenpfähle rennen oder irgendwo reinfallen? Aber: Die Monstersaga war auch schon vor fast zwanzig Jahren für manche echt gefährlich: Am 16. Dezember 1997 wurde in Japan eine neue Pokémon-Cartoonfolge ausgestrahlt. Kurz nach dem Episoden-Höhepunkt, bei dem die Helden per Bombe einen Computervirus besiegen, klingelten überall die Notruftelefone: Hunderte Eltern hatten auf zuckende Kinder vor der Glotze liegen und wussten nicht warum. Die Antwort ist simpel: Als die Bombe platzte, wechselte das Bild effekthalber fünf Sekunden lang in schneller Abfolge von Rot nach Blau. Nach umfangreichen Forschungsarbeiten sind sich Neurologen heute einig: Dieser schnelle Farbwechsel löste bei empfindlichen Personen schwache Epilepsieanfälle aus.
5. Dich boykottier ich!
Sicher haben viele von euch im Freundeskreis Konsumkritiker. Manche davon werden auch „unfair“ gehandelte Produkte boykottieren, etwa Kaffee oder Billig-Klamotten. Der echte Boycott war aber das, was man heute einen Arschloch-Chef nennen würde: Charles Cunningham Boycott war 1880 ein britischer Gutsverwalter in Irland. Er besaß also Oberhoheit über ein großes Landgut, auf dem viele Leute als Pächter arbeiteten und das Land bestellten. Und Boycott war ein richtiger Leuteschinder. Aber er übertrieb es mit seiner Antreiberei einfach zu krass. So krass, dass „seine“ Bauern sich weigerten, Pachtzinsen zu zahlen und später, als er ihnen mit der Armee kam, sogar all ihre Verträge kündigten und selbst die Eisenbahn sich weigerte, seine Waren zu transportieren. Pech für Boycott, gut für unser Vokabular: Das Boykottieren ging nämlich schon während seiner Zeit in die Sprache ein.
6. Turbinator – I’ll be back
Seitdem es Menschen gibt, versuchen wir immer wieder, Geschwindigkeitsrekorde aufzustellen. Klar, richtig los ging es erst mit der Erfindung von Motoren und anderen, nicht auf Muskelkraft basierenden Antrieben. Ganz besonders flott wird man natürlich unter Verwendung von Raketen und Jetturbinen. Und letzteres ist auch seit bereits 15 Jahren für einen Rekord verantwortlich: Am 18. Oktober 2001 donnerte Don Vesco mit seinem „Turbinator“ über den Bonneville-Salzsee (da treffen sich Speedfreaks bereits seit Jahrzehnten). Satte 739,4km/h maßen die Instrumente. Was den Wagen so besonders machte: Er bewegte sich wie ein normales Auto durch angetriebene Reifen fort – auch wenn die beim Turbinator durch eine fast 4000PS starke Hubschrauberturbine mit Kraft versorgt wurden. Schneller zu Lande geht es nur, wenn wie bei einem Jet geschoben wird – und das geschah beim ThrustSSC, der 1997 mit 1227,99km/h durch die Schallmauer brach. 
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7. Der Coca-Cola-Blowjob
Heute regt sich ja niemand mehr über sexuelle Anspielungen in der Werbung auf und Blowjobs gibt’s sogar in der Bar. In den 80ern war das allerdings noch anders. Damals reichte schon die Andeutung von Schweinkram, um die Moralhüter auf die Palme zu treiben. Aber der Reihe nach: Mitte der 80er brachte Coca Cola in Australien ein neues Werbeplakat heraus. Darauf eine Colaflasche in Eiswürfeln und der Schriftzug „Feel the curves“. Alles total harmlos – zumindest bis aufmerksame Betrachter herausfanden, dass in den eingezeichneten Reflexionen eines der Eiswürfel ganz deutlich ein Frauenkopf zu sehen war, der im Begriff war, einen stattlichen Schwengel zwischen die Lippen zu nehmen. Coca Colas Firmenleitung schäumte, schmiss den verantwortlichen Künstler raus, verklagte ihn (weil er den eiswürfeligen Blowjob mit Absicht eingezeichnet hatte), nahm alle Plakate zurück und stampfte die Kampagne ein – ein Millionenverlust.
8. Rückzug? Wir sind Australier, verdammt!
Und, um auf dem fünften Kontinent zu bleiben, noch ein weiterer Fakt: Auf dem Wappen Australiens finden sich zwei Tiere: Ein Känguru und ein Emu. Unbedarfte würden jetzt denken: „Klar, die Tiere sind ja auch in Australien einzigartig“. Stimmt auch, aber das ist nicht der einzige Grund, warum die beiden auf dem Wappen landeten. Es ist vielmehr die biologische Tatsache, dass Kängurus und Emus nur sehr schlecht rückwärts laufen können. Was die Wappenzeichner damit ausdrücken wollten: Die Tiere sind ein Symbol dafür, dass Australien vor nichts und niemandem zurückweichen würde. Und weil es in der Heraldik ja immer um solche Symboliken geht, passt das für die störrischen aber liebenswerten Outback-Bewohner auch ziemlich gut.
9. Der unsinkbare Sam
Zwei Katzenklischees: Sie hassen Wasser und sie haben neun (oder sieben) Leben. Beides trifft zumindest bei einer Katze voll ins Schwarze. Und weil ihre Existenz bis heute nicht ganz belegt ist, beginnen wir mit: Es war einmal … eine schwarz-weiße Katze namens Oskar. Wie viele ihrer Artgenossen war sie das Maskottchen eines Schiffs – genauer gesagt dem des deutschen Schlachtschiffs „Bismarck“. Das wurde im Mai 1941 von der britischen Marine versenkt. Von den gut 2000 Besatzungsmitgliedern überlebten nur 118 – und Oskar. Ein britischer Zerstörer fand die Katze auf einem Stück Holz treibend, nahm sie an Bord, wo die Crew sie auf Sam taufte. Fünf Monate später, im Oktober, geriet die Cossack ins Visier eines deutschen U-Boots und wurde per Torpedo versenkt. Ein Besatzungsmitglied nahm Sam mit ins Rettungsboot, wodurch der Schnurrer in die britische Marinebasis von Gibraltar gelangte. Dort wurde er mit dem Namenszusatz „Unsinkable“ auf den Flugzeugträger HMS Ark Royal genommen. Pech für Sam, denn nur einen Monat nach seinem letzten Bad wurde auch der Flugzeugträger zum U-Boot-Opfer. Glücklicherweise fand das praktisch direkt vor Gibraltar statt, sodass die gesamte Crew gerettet wurde – inklusive Katze. Aber Seeleute sind extrem abergläubisch: Sam hatte nun in der britischen Navy einen Ruf als Unglücksbote weg – und durfte nur noch Landdienst beim Hafenkommandanten verrichten.
10. Na besten Dank auch, Babylonier…
Auch wenn viele von euch Mathematik verabscheuen, so hat unser metrisches System doch etwas irrwitzig Einfaches: Alles basiert bei uns auf der Zahl 10: Gewichte, Längen, Geschwindigkeiten und noch mehr. Das alles lässt sich durch Multiplikation oder Division mit zehn auf die nächsthöhere oder –niedrigere Ebene umrechnen. Moment mal, und warum hat eine Stunde dann 60 Minuten und ein Kreis 360 Grad? Da dürft Ihr euch, wenn ihr mal wieder versucht, Zeiten in Dezimalzahlen umzurechnen, bei den alten Babyloniern bedanken: Deren Mathematik war nicht dezimal, sondern sexagesimal, basierte also auf der 60. Und darin tätigten sie auch astronomische Berechnungen. Der griechische Mathematiker Hipparchos übernahm diese später und verbesserte auch in einem noch die Arbeit seines Kollegen Eratosthenes, der auf die Idee gekommen war, einen Kreis in 60 Stücke zu unterteilen. Und weil die griechischen Rechenexperten für unsere heutige Mathematik eine überragende Bedeutung hatten, wurde die 60 einfach durch die Jahrhunderte mitgeschleift – bis heute.
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