Themen: Festival, Hanau, Verbot, Love Family Park
Streit um "Love Family Park"-Verbot
Diskriminierung der elektronischen Musik?

Dass das Techno-Festival „Love Family Park“ in Hanau verboten wurde, darüber berichteten wir bereits. Nicht nur der Bürgermeister und der Stadtrat gehen auf die Barrikaden, auch die Freie Wählergemeinschaft "Bürger für Hanau" (BfH) zeigt sich "tief enttäuscht". Das Naturschutzargument ziehe nicht, meint Fraktionsvorsitzenden Oliver Rehbein. Hessens Umweltministerin Puttich schiebt dem Veranstalter Cosmopop die Schuld zu.
Grund dafür ist der Landschaftsschutz. Hessens Umweltministerin Lucia Puttich (CDU) sprach das Verbot für das Festival aus, weil es bisher immer auf der unter Landschaftsschutz stehenden Großauheimer Mainwiese stattgefunden hatte. Das Verbot sei nicht nachzuvollziehen, da das Hanauer Bürgerfest und andere Veranstaltungen in den benachbarten Städten seit Jahren auf den Mainwiesen ohne Beanstandung stattfänden. "Das Naturschutzargument zieht deshalb nicht", erklärt Rehbein gegenüber OP Online. Man hätte kein Verständnis für Jugendkultur.
Die Alternative Fraktion (AF) in der Hanauer Stadtverordnetenversammlung begrüßt indessen den Entscheid, den Love Family Park zu verbieten. Schuld an dem jetzigen Desaster sei deren Meinung nach der Veranstalter Cosmopop. Anstatt nach Alternativen zu suchen und kleinere Plätze für 15.00 bis 18000 zu nutzen sei seitens Veranstalter nur an "größer, höher, weiter" gedacht worden. Es sollten sogar nun vier statt drei Bühnen geplant worden sein. „Daher gab es auch kein Alternativlösungsvorschlag“, erklärte die AF-Fraktionsvorsitzende Christa Martin. Und so wurde das Festival letztendlich ganz verboten.
Daher soll auch der Vorwurf “Diskriminierung der elektronischen Musik“ gegen die Ministerentscheidung lächerlich sein. "Es sollte inzwischen jedem Menschen klar geworden sein, dass diejenigen, die sich für die Natur und Landschaft einsetzten, also auch die AF, die Ministerin und der RP, ganz bestimmt keine Techno-Musik-Gegner und schon gar keine Diskriminierenden seien", betonte Martin.
Wer sich für den Erhalt einsetzen möchte, der sollte der Online-Petition "Save The Park" beitreten. Wie immer stirbt auch hier die Hoffnung zuletzt - und die Liebe zum Love Family park ohnehin nie.
Foto: festival via Shutterstock
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