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The Voice of Germany: Alles Fake?
Gerüchte und Tatsachen.

The Voice of Germany startete gestern mit der dritten Staffel. Die Castingshow erfreut sich größter Beliebtheit, zumal sie als besonders authentisch gilt. Anders wie in Vorgänger-Formaten soll es hier ausschließlich um die Stimme gehen, The Voice eben. Gestern war das Andreas Kümmert. Gilt er doch schon als klarer Favorit. Aber ist denn alles so echt bei "The Voice of Germany", wie der treue Zuschauer annimmt?
Bewusst verzichtet man bei "The Voice of Germany" auf gezwungene Sprüche-Klopferei oder verzweifeltes Coachen mühseliger Tanzchoreographien. Sehen will diese holprigen, oft peinlichen Versuche bitte keiner mehr. Nicht umsonst waren die Einschaltquoten bei DSDS in der letztjährigen Jubiläumsstaffel so schlecht wie nie. Und was ist eigentlich mit Popstars? War da nicht mal was? Bei "The Voice" ist alles echt, hier geht es nur um die Stimme. Meinen zumindest die Macher, und die Zuschauer, die glauben es.
Vier Millionen Zuschauer wurden gestern Zeuge, als Andreas Kümmert bei den ersten Blind Auditions für Hühnchen- bzw. Gänsehaut sorgte, selbst bei den coolen Cowboys von The Boss Hoss. Der kleine, trollartige Mann mit dem roten Bart holte Woodstock auf die Berliner Bühne. Gab es auch noch nie, dass selbst die Jury für die Zugabe nach vorne kam. Die bildhübsche Katharina musste wieder nach Hause. Mit ihrer Dancenummer überforderte sie das sensible Gehör der Jury, wenngleich The Boss Hoss sie - nachdem sie die hübsche 28-Jährige gesehen hatten - doch gern in ihr Team genommen hätten.
Böse Zungen hatten einst behauptet, im Publikum würde jemand sitzen, der geheime Zeichen gibt, ob ein Kandidat telegen ist oder nicht. Schwer vorstellbar. Immerhin beweisen Kandidaten wie eben erwähnter Andreas das Gegenteil. Auch Bauarbeiter Ashonte Lee ist alles andere als ein Vorzeige-Teenie-Schwarm. Mit vielen Kindern von vielen Frauen ist der Afroamerikaner nicht gerade der Traum aller katholischen Schwiegermütter. Weiter kommt er mit seiner Wahnsinnsstimme natürlich trotzdem,
Um auch dem Zuschauer eine gewisse Illusion zu vermitteln, gibt es neuerdings einen Vorhang. Der verdeckt die Stimmtalente, man hört nur "The Voice" - wie die Juroren eben auch. Jedoch hat man irgendwie das Gefühl, The Voice versteht sich teils als als Plattform für schwere Schicksale, sei es die von Immigranten oder anderer benachteiligter Gruppen. Ganz nebenbei werden die dem Zuschauer nämlich noch ganz unverblümt auf die Nase gebunden. Dabei ist doch eigentlich RTL in dieser Sache der Experte.
Kritiker zweifeln an dem ehrlichen Konzept. Dafür, dass es vordergründig ausschließlich um Musik gehen soll, werde verhältnismäßig wenig davon gezeigt. Im letzten Jahr sei bei der "Halbfinalsendung der zweiten Staffel der Musikanteil der Bewerber keine 30 Minuten" betragen haben, heißt es auf SPIEGEL. Die meiste Zeit sei für Einspielfilme, Bewertungen der Jury und die Ankündigung der Telefonvotings draufgegangen.
Ob es im Fernsehen so etwas wie Ehrlichkeit gibt, sei an dieser Stelle dahingestellt. Beeindrucken ist es allemal, zu sehen und zu hören, welche Stimmtalente in oft so unscheinbaren Personen schlummern.
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