Uh, ohh oder ahhh: Wie kommst eigentlich du?

Fünf Orgasmus-Arten, die du kennen solltest.

Quelle: oneinchpunch/Shutterstock.com
Weißt du noch, wie sich dein bisher bester Orgasmus angefühlt hat? War er heftig, unerwartet oder einfach unglaublich lang? Kannst du dich überhaupt noch an deinen letzten Orgasmus erinnern? Nun, hoffentlich.

Denn ein Blick in die Statistik verrät: Ein Viertel aller sexuell aktiven Frauen kommt beim gemeinsamen Liebesspiel überhaupt nicht zum Höhepunkt. Dabei gibt es verschiedene Arten, das Lustzentrum zu erstürmen. Auch Männern ist die Qual der Wahl, wie sie zum Orgasmus kommen können, nicht vergönnt. Für beide Geschlechter gilt jedoch: Sex beginnt im Kopf. Wer nicht lernt, im Moment des Geschehens abzuschalten und den Alltag samt Autoreparatur und Wäscheberg hinter sich zu lassen, kann sich vom Traum Orgasmus gleich verabschieden.

Uh, klitoraler Orgasmus. Um die Herzdame so richtig auf Touren zu bringen, benötigt es von seiner Seite Fingerspitzengefühl oder eine ausgefeilte Zungentechnik. Viele unterschätzen dabei die Anatomie der Klitoris, die über 8.000 Nervenzellen auf einer Gesamtgröße von bis zu zwölf Zentimetern miteinander verknüpft. Der Kitzler, der sich als Lustknopf wahrlich einen Namen gemacht hat, wird seitlich von nicht sichtbaren Schwellkörpern umschlossen. Streicheln, Kreisen, ja sogar leichtes Klopfen auf den Kitzler erhöht auf vielversprechende Weise den Erregungsgrad.

Dabei bevorzugen einige Frauen eine rhythmische und vor allem ausdauernde Stimulation des Kitzlers. Noch bevor sich ein Gefühl von Taubheit in der Hand des Partners - oder aber der eigenen - breit macht, können Frauen zur klitoralen Befriedigung auch auf Sextoys zurückgreifen. Mittlerweile haben sich Sexspielzeug-Hersteller etabliert, deren Produkte ausschließlich auf die äußerliche Anwendung abzielen, wie Auflagevibratoren und Massagestäbe. Immerhin: Eine Vielzahl an Frauen erleben so die am häufigsten auftrende Orgasmusform, den klitoralen Höhepunkt.

Ohh, vaginaler Orgasmus. Dem vaginalen Orgasmus wird ein noch intensiveres Lustempfinden nachgesagt. Ausgelöst wird er durch die Stimulation des sagenumwobenen G-Punkts. Dieser liegt etwa 5 cm oberhalb des Scheideneingangs an der Vorderwand Richtung Bauchdecke, direkt hinter dem Schambein. Auch hier enden Nervenstränge der Klitoris, die die G-Punkt-Region so empfindsam machen. Bei Handbetrieb lässt sich die höchst sensible Zone anhand einer kleinen Vertiefung gut ertasten. Sogenannte G-Punkt-Vibratoren zielen bereits auf jene anatomischen Vorgaben ab und schaffen so Lust ohne langes Vortasten. Die direkte Penetration beim Geschlechtsverkehr erzielt mitunter Erstaunliches: Squirting. Auch Frauen sind in der Lage, nasse Orgasmen zu erleben. Dabei tritt vor oder direkt beim vaginalen Höhepunkt ein Sekret, die weibliche Ejakulation, aus.

Was viele Frauen nicht wissen: Der Orgasmus kann aktiv trainiert werden. Mit Motivation, Zeit und das Know How darüber, wo sich der zu trainierende Muskel im Beckenboden befindet, lässt sich ein Workout für untenrum zusammenstellen. Ziel ist es, die Vagina sozusagen wieder in Form zu bringen. Kontinuieriches Beckenbodentraining ist nicht nur eine Therapiemaßnahme für Geburtsnachbereitungen oder gegen Inkontinenz, sondern fördert auch die weibliche Lust und steigert das sexuelle Verlangen. Der Einsatz von Liebeskugeln verstärkt den Trainingseffekt. Für maximale Erfolge gibt es sogar ein von einer Liebeskugel-Herstellerin entworfenes Tutorial.

Mhmmhm, Nippelorgasmus. Die Königsklasse in Sachen Höhepunkt hat einen Namen: Nippelorgasmus. Was Frauen dafür benötigen? Fremde Finger, Lippen und Zunge - aber allen voran Hingabe. Angefangen beim zärtlichen Umkreisen der Brustwarzenvorhöfe bis zum neckischen Zwirbeln der Nippel lässt das Spiel mit der Oberweite viel Raum für Kreativität. Ein vorsichtiges Knabbern mit den Zähnen hat schon so mancher Frau einen Lustschrei entlockt - übrigens auch Männern. Doch Vorsicht vor Überreizungen: Mund und Hände sollten zwischendurch auch anderes Terrain erkunden.

Ja ja jaaa, multiple Orgasmen. Worum manche Männer ihre eigene Bettgefährtin beneiden? Um die Fähigkeit, mehrere Höhepunkte hintereinander zu erleben. Multiple Orgasmen sind aber auch dem männlichen Geschöpf nicht verwehrt. Alles, was es dafür braucht, ist die richtige Technik: Schwimmer zurückhalten! Kündigt sich ein Höhepunkt an, lässt sich die Ejakulation mithilfe eines Fingerdrucks auf den Millionen-Dollar-Punkt unterbinden. Es handelt sich dabei um eine kleine Vertiefung am Damm, gelegen zwischen Hodensack und After. Bei Wiederholung können weitere trockene Orgasmen erzielt werden. Wichtig ist, bei jedem weiteren Mal etwas kürzer auf den Punkt zu drücken als zuvor. Beim letzten Orgasmus lässt der Mann den Samenerguss einfach zu und fällt hoffentlich genauso erschöpft, aber glücklich, neben die oder den Liebsten.

Ahhhhhhhh, Prostata-Massage. Einen Mann zu stimulieren ist keine ernstzunehmende Herausforderung? Moment! Penis kann ja jeder. Für Abwechslung im Liebesleben sorgt die Prostata-Massage beim männlichen Part. Das sanfte Eindringen ins Hintertürchen stellt sowohl für Männer als auch Frauen ein Lustbeben dar, immerhin ist der Anus eine hochsensible Körperregion. Das Massieren des männlichen P-Punktes, also der Prostata, setzt dem Ganzen noch die Krone auf.

Die Prostata ist etwa so groß wie eine Kastanie und liegt sechs bis acht Zentimeter bauchwärts hinter dem Schließmuskel. Im erregten Zustand lässt sie sich deutlich besser ertasten. Einmal gefunden, bieten sich verschiedene Massage-Techniken aus reibenden und kreisenden Bewegungen an. Je nach Druckausübung und Geschwindigkeit verändern sich Art und Qualität der analen Orgasmen. Ob man(n) für solche Erkundungstouren mit explosionsartigen Höhepunkten gemacht ist, kann (jed)er selbst durch anale Selbstbefriedigung erkunden.

Es gibt übrigens eine Orgasmusart, auf die können sowohl Frauen als auch Männer verzichten: der vorgetäuschte Orgasmus.

Foto:  oneinchpunch/Shutterstock.com

Teile diesen Beitrag:
Kommentare
Das könnte dich auch interessieren