Themen: Festival, Open Air, Verbot
Verbot von Open-Air-Partys in 2014?
Open-Air-Zertifikat: Pro und Contra.

Es ist Sommer. Die Sonne scheint, milde Wärme. Der Bass wummert, angenehm beruhigend. Melodien umkreisen dich, du spürst den Groove, alles ist so intim. Man tanzt, sieht sich um, in einen familiären Kreis voller vor Glück strahlender Gesichter. Es wird später, voller, die Stimmung steigt. Die Sonne geht unter. Gänsehaut. Soll das alles bald vorbei sein? Das Veranstalten von spontanen, nicht angemeldeten Open-Air-Partys wird immer schwieriger. Wie ließe sich ein Verbot verhindern? Pro und Contra eines Open-Air-Zertifikats.
Wir hatten gestern schon über das Treffen der ClubCommission in Berlin berichtet, die sich für das "Recht auf Open-Airs" stark macht. Wird es doch immer schwieriger, eine Mini-Open-Air-Party zu schmeißen, ohne das diese abrupt abgebrochen wird. Der ungewollte Besuch der Freunde in Grün ist meist unausweichlich. Schuld sind Anwohner, Neider, aber auch Konkurrenten. Letztere sind meist Veranstalter offizieller Open-Air-Partys. Irgendwie auch verständlich. Immerhin zahlen sie für eine "legal" organisierte Freiluft-Party immense Kosten: Ein Sicherheitskonzept muss her, die GEMA hält die Hände auf, Miete für die Fläche und noch vieles mehr. Das brauchen die Kleinen nicht zu leisten.
Auf der anderen Seite steckt bei den kleinen, nicht angemeldeten Open-Airs meist keine Gewinnabsicht dahinter. Es ist der Spaß an der Freude, gemeinsam einen tollen Tag bei Sonne und Beats mit Gleichgesinnten zu verbringen. Ein Berliner Veranstalter sieht das Problem daher wie folgt: " Vielleicht kann man ja auch mal kommerzielle Open-Air-Veranstalter an den Tisch holen, um sie dafür zu sensibilisieren, dass wir keine Konkurrenz sind...denn viele unserer Gäste können sich die Preise in den kommerziellen Open-Air.Gastronomie, Einrichtungen nicht leisten und fallen als potentielle Kunden aus." Ist das so?
Unterscheiden sollte man doch generell zwischen zwei Arten an Open-Air-Fans. Es gibt die einen, die gerne Groß feiern, ein fettes Line-Up und eine perfekte Kulisse erwarten. Und es gibt die anderen. Die mögen es lieber klein, idyllisch, ohne viel Schnickschnack. Hauptsache der Groove stimmt, die Leute passen. Schwer vorzustellen, dass sich letztere Gruppe auf eine kommerzielle Open-Air-Veranstaltung verirren würde.
Was wäre, wenn es eine Art Open-Air-Zertifikat geben würde? Denken wir weiter. Das größte Problem ist doch, verantwortungsvoll und pflichtbewusst mit der Natur umzugehen. Das schließt natürlich ein, selbige mit Respekt zu behandeln und den Müll im Nachhinein zu entsorgen. Auch sollte man sich an einen Lärmpegel halten. Auch logisch. In
Halle an der Saale sind das 103 dB. Geht man nun einher und bietet Schulungen an, beispielsweise wie für Gastronomen die "Schulungen zur Lebensmittelhygiene", nach denen die Teilnehmer ein
Zertifikat zum Ausrichten einer Open-Air-Veranstaltung von bis zu 500 Teilnehmern erhalten - wäre das keine denkbare Lösung? Verstöße sollten dementsprechend geahndet werden. Oder ist auch das zu weit gedacht?
Einige sehen darin Probleme. So meint Florian aus Stuttgart: "Feiervolk und Verantwortung....??? Denk allein nur mal an die Toiletten in unseren Clubs - und das sind nur Toiletten...... Ich bin gespannt!" Jakob aus Köln sieht solch einen Versuch ebenfalls als eher gewagt: "Und 103 db. Was ist damit gemeint? Ein Leq oder ein Spitzenpegel? Bei letzterem wäre das ganze höchstens noch ein Tanztee. Aber wie gesagt: An sich ein gute Idee. Das Problem sind doch eher Anwohner, die in mehreren Kilometer Entfernung ein minimales Geräusch bei angehaltenem Atem und offenem Fenster wahrnehmen und deshalb die Polizei rufen. Und dazu natürlich noch Feiervolk, das glaubt es wäre auf einem Festival und müsse alles ohne Grund zumüllen. Gegenseitige Rücksichtnahme wär doch mal was."
Teile diesen Beitrag:
Kommentare
Das könnte dich auch interessieren