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Was 2015 auf Festivals anders laufen sollte

Geht es mit Tomorrowland & Co. so weiter?

Die neue Festivalsaison steht in den Startlöchern und Musikliebhaber rund um den Globus füllen schon fleißig ihren Sparstrumpf, um im Sommer in der ersten Reihe zu stehen. Aber sind Festivals überhaupt noch das, was sie einmal waren? An diesen vier Stellen würden wir uns 2015 Veränderungen wünschen. Und ihr?

1. Kommerzialisierung der Veranstaltungen: Als in den 80ern und frühen 90ern bei den ersten Technopartys die Bässe durch verlassene Fabriken wummerten, fiel vor allem eines auf. Der DJ war nicht der unnahbare Gott hinter den Turntables, es gab keine Hierarchie, alle waren gleich. Heute entwickeln Festivals eine Zwei-Klassen-Gesellschaft. Für einen gewissen Aufpreis muss man nicht mehr neben den Normalos im Dreck zelten, sondern darf im VIP-Zelt Sushi spachteln.

Außerdem entdecken immer mehr Konzerne die Festivalbranche für sich und versuchen eine schnell Mark damit zu verdienen. Bestes Beispiel in diesem Jahr ist dafür die Coachella-Modelinie von H&M, die nun die Festivalbesucher rund um den Globus im Bohemian-Chic kleidet. Immerhin sehen dann alle – egal ob VIPs oder Camping-Proletarier – wieder gleich aus.

2. Ticketpreise: In der Eventbranche heißt es „fressen oder gefressen werden“. Während einige kleine Events um das nackte Überleben kämpfen, packen sich andere mit überteuerten Ticketpreisen die Taschen voll. Angesichts der Mega-Gagen, die mancher DJ aufruft, sind hohe Eintrittspreise allerdings gerechtfertigt.

Wenn allerdings kleine Festivals vor dem Aus stehen, da der Veranstalter sich die Superstars der Szene nicht mehr leisten kann oder die Ticketverkäufe aufgrund der steigenden Preise schleppend anlaufen, werden wir nachdenklich. Fraglich ist auch, wie lange Besucher noch bereit sind mehrere hundert Euro für ein Wochenende auf einem Mega-Event wie das Tomorrowland zu zahlen. Ist es das wert den Hype zu bezahlen?

3. Drogen: In den zwei Jahren sorgten vor allem Drogenzwischenfälle für Schlagzeilen auf Festivals. Zuletzt fiel das australische Stereosonic Festival Ende 2014 mit 240 Verhaftungen wegen Drogendelikten negativ auf. Während des Amsterdam Dance Events im letzten Jahr verstarben sogar vier Besucher.

Natürlich ist es unangemessen den erwachsenen Besuchern mit dem moralischen Zeigefinger zu drohen. Aber anstatt die eigene Gesundheit aufs Spiel zu setzen und als traurige Schlagzeile in den Nachrichten zu enden, sollten man es sich zwei Mal überlegen, ob man sich von einem zwielichtigen Dealer gestreckte Ware andrehen lässt.

4. Line-Up: Avicii, Hardwell und Co. als Headliner sind für Veranstalter eine Garantie für Rekordverkäufe. Kein Wunder also, dass sich das Line-Up auf vielen Festivals gleich liest und es keinen Unterschied mehr macht, ob man Nature One, Sonne Mond und Sterne oder das Tomorrowland besucht hat.

Besucher wollen nicht immer die gleichen Visagen hinter den Turntables sehen. Warum also nicht Nachwuchskünstlern die Chance geben, zu zeigen, was sie können, und ein einzigartiges Festivalerlebnis erschaffen?

Was müsste sich eurer Meinung nach auf Festivals in diesem Jahr noch ändern?

Foto: virtualnights.com

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